Stimmungsaufheller: Lästern

Heute war irgendwie kein guter Tag: Mein Lieblingshemd (das blaue!) ist hinüber, da kann man leider nichts mehr flicken, der Ärmel ist direkt über dem Bizeps geplatzt (muß das Training sein). Die Baulärm-Fraktion hat sich heute massiv in’s Zeug gelegt, da half es auch nichts, die Fenster zu schließen. Mit dem verdammten Gips kann ich nicht richtig kochen und muß daher viel zu viel Fertiggerichte zu mir nehmen. Und dann habe ich mich auch noch beim Bügeln von drei Körben Wäsche furchtbar am Bügeleisen verbrannt.

Lange Rede, kurzer Sinn: An so einem Tag kann man sich dann schon mal selber leid tun. Wie gut es da doch ist, wenn man Abends noch ein bißchen lästern kann - das verschafft mir jedes Mal gute Laune. Und was wäre da lohnenswerter als die Telemarketer (aka “nervige Werbeanrufer”), die ich heute, da ich den ganzen Tag zu Hause war, in voller Pracht miterlebt habe. Da hatten wir:

  1. Lotterie, Mann: Nachdem ich ihm mitgeteilt hatte, daß er meinen Vormund fragen müßte, weil ich laut Gericht nicht mehr für mich selbst entscheiden darf, ich aber nicht so genau wüßte, wer das sei, weil immer so viele Leute in meiner Wohnung seien, hat er sich recht schnell wieder verabschiedet - mit dem Versprechen, sich wieder zu melden. Ich freue mich darauf!
  2. Telefongesellschaft, Frau: Ich hatte sie fast so weit, sich mit mir bei einem Italiener zu treffen, um das alles nochmal genauer durchzusprechen. Seltsamerweise hat sie dann aufgelegt, als ich ihr von meiner Inkontinenz erzählt habe. Versteh’ einer die Frauen.
  3. Lotterie, Frau: Die Dame hatte gar keine guten Nerven: Ein paar Türen geknallt, ein bißchen gebrüllt, ein paar Sound-Samples am Rechner abgespielt und auf zwei nicht näher bezeichnete Dealer geschimpft - mehr hat sie nicht gebraucht, um aufzulegen.
  4. Lotterie, Mann: Offensichtlich ein ziemlicher Anfänger in seinem Beruf, denn er hat mit Rufnummernübermittlung(!) von seinem Anschluß zu Hause(!) aus angerufen. Aus der Telefonnummer ergab sich recht flott seine Adresse, und da er zufällig aus meiner Heimatstadt ist, konnte ich ihm gleich ein paar Fragen zu Kneipen, Gaststätten etc. in seiner Nachbarschaft stellen. Das hat ihn aus dem Konzept gebracht, aber aufgegeben hat er erst, als ich ihn gebeten habe, es mir nicht übel zu nehmen, wenn ich mal vor seiner Haustüre stände
    • “Früher ist mir sowas viel öfter passiert, da habe ich auch Leute verletzt, deswegen muß ich ja jetzt diese Therapie machen!”
  5. Telefongesellschaft, Mann: Mit einer Stoppuhr in der Hand, damit ich im Schnitt nur zwei Wörter in sechs Sekunden sage, einer Wäscheklammer, die ich mir an die Lippe geklemmt habe, damit das “Nuscheln” überzeugender wirkt und der erfolgreichen Simulation eines IQ von ca. 60 (“Leichte Erdarbeiten unter Aufsicht!“) habe ich das Gespräch fast elf Minuten lang halten können - dann mußte ich so lachen, daß mir das Telefon aus der Hand gefallen ist.

Alles in allem eigentlich ein sehr erfolgreicher Tag, zumindest in dieser Hinsicht. Allerdings plagt mich noch ein Problem: Seit Mittwoch geht mir die Zahlenfolge “141, 113, 9, 3” nicht mehr aus dem Kopf - zusammen mit dem Gefühl, daß ich etwas ganz wichtiges vergessen habe. Ich habe das ganze - bei meinem Hintergrund wenig verwunderlich - schon als IP-Adresse interpretiert, was dann wohl bei Daimler wäre, aber das ergibt für mich gar keinen Sinn. Wenn jemand eine Idee dazu hat, die Kommentare sind offen.