Galaxy Nexus, Debian/stable (squeeze), MTP

Für diejenigen, die Debian/stable aka squeeze benutzen und seit Kurzem ein Galaxy Nexus ihr eigen nennen: Keines der Musikprogramme (weder Banshee, noch Amarok, noch Rhythmbox) wird in der Lage sein, Eure Musik mit dem Device via MTP zu synchronisieren. Glaubt mir, ich habe so ziemlich alles versucht, was mir eingefallen ist:

  • Anlegen einer eigenen udev-Regel, damit das Ding für mich als User (und Mitglied der “audio”-Gruppe) beschreibbar ist, aka:

    echo 'SUBSYSTEMS=="usb", ATTRS{idVendor}=="04e8", ATTRS{idProduct}=="685c", SYMLINK+="libmtp-%k", MODE="660", GROUP="audio"' >> /etc/udev/rules.d/51-android-rules
    udevadm trigger

    Danach funktioniert dann zwar “mtp-detect”, aber die Player können immer noch nix damit anfangen.

  • Patchen der “libmtp8”, damit sie das Device erkennt, aka:

    apt-get source libmtp8
    apt-get build-dep libmtp8

    Alsdann einfügen der Zeile { "Samsung", 0x04e8, "Samsung Galaxy Nexus", 0x685c, DEVICE_FLAG_BROKEN_MTPGETOBJPROPLIST_ALL }, an geeigneter Stelle in src/music-players.h und den Build neu anstossen mit dpkg-buildpackage -rfakeroot. Danach sagt “mtp-detect” zwar nicht mehr “Unknown Device” und Banshee hat auch tatsächlich einmal Dateien übertragen, aber keine Playlists - und es ging auch wirklich nur ein einziges Mal.

  • Aktualisieren der “libmtp8” (die “8” steht ja bekanntlich für den SONAME, also “libmtp.so.8” als Symlink auf “libmtp.8.0.3”), also zuerst auf die 1.0.6, da bleibt der SONAME der gleiche, dann auf die 1.1.1 aus Debian/unstable, da änder sich der SONAME, also auch Banshee nochmal neu gebaut -> erkennt trotzdem nix.

  • Banshee (und die halbe Distribution) auf die Version aus Debian/experimental aktualisiert, bringt nix.

Ich hab aufgegeben. Mit mtpfs kann man das Device mounten und per Hand Musik übertragen, aber keine Playlists. Mir wurde das dann zu doof und ich habe mich via offenem US-Proxy bei Google Music angemeldet (und danach mein Google-Paßwort geändert und die Session invalidiert!). Das Hochladen aller meiner Musik in die Cloud hat knapp eine halbe Stunde gedauert, danach war auf dem Handy noch einmal “Clear Data/Daten löschen” via App-Verwaltung für die “Musik”-Applikation angesagt, gefolgt von einem Verknüpfen des Google-Accounts via Musik -> Einstellungen, dann hatte ich Zugriff auf die Musik. Die Playlisten musste ich dann zwar einmalig neu machen, aber dafür habe ich sie jetzt auch überall zur Verfügung. Und da man Musik via WLAN auch gut offline verfügbar machen kann…

Ich hoffe, MTP bekommt jetzt mal etwas mehr Aufmerksamkeit, denn eigentlich ist das ein cooles Protokoll und auch die Tatsache, daß man den Speicher der Smartphones damit nicht mehr partitionieren muß ist ziemlich cool. Und kleiner Rant am Rande: Unter Windows 7 hat mit MTP auf Anhieb alles geklappt… mit Bordmitteln.