Die Schweizer: Mit viel Humor...
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Politik & Nachrichten
Donnerstag, 13. September 2007
Ich wußte es schon immer: Gute Schokolade und massig Drogen sind gut für den Humor. Anders kann ich mir diesen Artikel über die Festnahme unserer Dorfterroristen nicht erklären. Absolutes Highlight für mich:
Ja ne, ist klar. Unser armer, hilfloser Verfassungsschutz. Wißt ihr, was da gefehlt hat? Ein Bundestrojaner im Messer. Damit hätte man das bestimmt verhindern können!!1!käsealf
Jungs, ihr seid eine so derbe Luft- und Lachnummer (in meinen Augen zumindest), warum quittiert ihr nicht alle den Dienst und, äh, „ermutigt” die verantwortlichen Politiker, es Euch gleich zu tun?
QUOTE:
Wie entschlossen die Verdächtigen offenbar waren, zeigt sich dem Magazin zufolge angesichts der Tatsache, dass sie die laufende Observation offenbar bemerkten. So sei einer der Islamisten einmal an einer roten Ampel ausgestiegen und habe seelenruhig die Reifen eines Verfolger-Wagens des Verfassungsschutzes aufgeschlitzt.
Ja ne, ist klar. Unser armer, hilfloser Verfassungsschutz. Wißt ihr, was da gefehlt hat? Ein Bundestrojaner im Messer. Damit hätte man das bestimmt verhindern können!!1!käsealf
Jungs, ihr seid eine so derbe Luft- und Lachnummer (in meinen Augen zumindest), warum quittiert ihr nicht alle den Dienst und, äh, „ermutigt” die verantwortlichen Politiker, es Euch gleich zu tun?
Ein etwas anderer Wochenrückblick
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Politik & Nachrichten
Mittwoch, 12. September 2007
Ein lieber Ex-Kollege (hallo Andreas!) hat mich heute auf den letzten Wochenrückblick von Achim Killer (heißt der eigentlich wirklich so?) aufmerksam gemacht. Und da ist mir ein Abschnitt hängen geblieben, als hätte er sich direkt in mein Gehirn eingebrannt:
Lieber Achim (oder muß ich "Herr Killer" sagen?), treffender hätte man das in so wenigen Worten nicht zusammenfassen können. Ich selbst bin momentant nicht mehr in der Lage, noch irgendetwas zu den unsäglichen Geschehen beizutragen, die derzeit von staatlicher Seite an die deutsche IT-Landschaft herangetragen werden, egal, ob es um die Neufassung des Paragraphen 202c, die Online-Durchsuchung, die Lawful-Interception oder sonst etwas geht. Ich bin es müde, ich bin es leid. Zu Hause brauche ich zum Glücklichsein weiß Gott keinen Computer, im Gegenteil, da ist man froh, wenn man mal seine Ruhe hat, von daher kann der Gesetzgeber tun und lassen, was er will, mir ist es - mittlerweile - egal. Es macht auch einfach keinen Sinn mehr, sich durch tonnenweise widersprüchliche und ungenaue Aussagen unserer Politiker zu wurschteln, die viel zu oft und viel zu gerne diverse Dinge in einen Topf werfen, die so eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Die giftige Satire überlasse ich denn auch gerne dem Herrn v. Leitner.
Menschen, die mir eine Mail ernsthaft als High-Tech verkaufen wollen, sollten nicht für mich entscheiden, wie ich Computer zu benutzen habe. Aber bei uns ist es ja Mode, ganz „zierckeesk” zuzugeben, daß man eigentlich noch im Web 0.0 lebt.
QUOTE:
Man hätt's jetzt halt doch schon mal gerne gewusst, was es denn mit diesem Bundestrojaner wirklich so auf sich hat.
Das sollte eigentlich in einem Staat, der Bundesrepublik heißt, selbstverständlich sein, dass die Leute sich in der res publica, also den öffentlichen Angelegenheiten, auskennen.
Aber über das digitale Ungeziefer im Staatsdienst weiß man noch immer nichts Genaues. Der Sicherheitsexperte der Gesellschaft für Informatik Professor Hartmut Pohl fasste unlängst in Radio Bremen den aktuellen Kenntnisstand, den die sachkundige Öffentlichkeit haben kann, so zusammen: „Das ist kein Virus, das ist kein Trojaner, es ist auch kein Wurm.”
Das sollte eigentlich in einem Staat, der Bundesrepublik heißt, selbstverständlich sein, dass die Leute sich in der res publica, also den öffentlichen Angelegenheiten, auskennen.
Aber über das digitale Ungeziefer im Staatsdienst weiß man noch immer nichts Genaues. Der Sicherheitsexperte der Gesellschaft für Informatik Professor Hartmut Pohl fasste unlängst in Radio Bremen den aktuellen Kenntnisstand, den die sachkundige Öffentlichkeit haben kann, so zusammen: „Das ist kein Virus, das ist kein Trojaner, es ist auch kein Wurm.”
Lieber Achim (oder muß ich "Herr Killer" sagen?), treffender hätte man das in so wenigen Worten nicht zusammenfassen können. Ich selbst bin momentant nicht mehr in der Lage, noch irgendetwas zu den unsäglichen Geschehen beizutragen, die derzeit von staatlicher Seite an die deutsche IT-Landschaft herangetragen werden, egal, ob es um die Neufassung des Paragraphen 202c, die Online-Durchsuchung, die Lawful-Interception oder sonst etwas geht. Ich bin es müde, ich bin es leid. Zu Hause brauche ich zum Glücklichsein weiß Gott keinen Computer, im Gegenteil, da ist man froh, wenn man mal seine Ruhe hat, von daher kann der Gesetzgeber tun und lassen, was er will, mir ist es - mittlerweile - egal. Es macht auch einfach keinen Sinn mehr, sich durch tonnenweise widersprüchliche und ungenaue Aussagen unserer Politiker zu wurschteln, die viel zu oft und viel zu gerne diverse Dinge in einen Topf werfen, die so eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Die giftige Satire überlasse ich denn auch gerne dem Herrn v. Leitner.
Menschen, die mir eine Mail ernsthaft als High-Tech verkaufen wollen, sollten nicht für mich entscheiden, wie ich Computer zu benutzen habe. Aber bei uns ist es ja Mode, ganz „zierckeesk” zuzugeben, daß man eigentlich noch im Web 0.0 lebt.
Also doch!
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Politik & Nachrichten
Samstag, 4. August 2007
Erst gestern Abend habe ich noch gesagt, daß ich weder in die Zukunft schauen kann noch mit all dem, was ich so prophezeihe, immer recht habe. Das war ganz klar gelogen. Die Rate, mit der ich in letzter Zeit richtig liege, ist mittlerweile dermaßen hoch, daß ich manchmal ein kleines bißchen Angst vor mir selbst habe. Dazu kommt, daß ich ja nicht nur die Zukunft vorhersagen kann, sondern wahrscheinlich auch über mehr „weibliche” Intuition verfüge, als mein gesamter (weiblicher) Bekanntenkreis zusammen. Ich habe mir ja schon mal ganz ernsthaft überlegt, mich umoperieren zu lassen: Einem Mann nimmt man „weibliche” Intuition ja nicht wirklich ab. Aber so, mit 'ner kleinen OP, da hätte ich dann wahrscheinlich tierisch Karriere bei BCG oder McK machen können und mich dumm und dämlich verdient. Nach zehn Jahren oder so wäre dann halt nochmal eine OP fällig geworden - und für die Zwischenzeit wäre mir bestimmt was eingefallen, womit ich mir die Zeit vertreiben kann.
Warum ich hier so ausflippe? Bzw., falls ihr meine Nachbarn sein solltet, warum ich um kurz nach Mittag einen Indianertanz im Zimmer aufgeführt habe? Ich hatte recht. Gestern stand es bei heise online: Die tollen Online-Durchsuchungen mit dem Bundestrojaner laufen doch eher so ziemlich offline. Meine Güte, was ist das für eine Blamage. Wenn mir heute irgendwer erzählen würde, daß deutsche Politiker und Beamte in ganz Europa die Spitze an Unfähigkeit bei der Beherrschung neuer Medien und Technologien wären, daß nirgendwo so schlechte Gesetze für den Umgang mit der Informationsgesellschaft gemacht werden wie bei uns und daß die Medien nirgendwo sonst das Netz so negativ betrachten - ich würde es sofort glauben.
Wer kann mir übrigens erklären, warum auf dem Schildchen in einigen meiner Unterhosen "keep away from fire" steht? Ich mein... egal.
Warum ich hier so ausflippe? Bzw., falls ihr meine Nachbarn sein solltet, warum ich um kurz nach Mittag einen Indianertanz im Zimmer aufgeführt habe? Ich hatte recht. Gestern stand es bei heise online: Die tollen Online-Durchsuchungen mit dem Bundestrojaner laufen doch eher so ziemlich offline. Meine Güte, was ist das für eine Blamage. Wenn mir heute irgendwer erzählen würde, daß deutsche Politiker und Beamte in ganz Europa die Spitze an Unfähigkeit bei der Beherrschung neuer Medien und Technologien wären, daß nirgendwo so schlechte Gesetze für den Umgang mit der Informationsgesellschaft gemacht werden wie bei uns und daß die Medien nirgendwo sonst das Netz so negativ betrachten - ich würde es sofort glauben.
Wer kann mir übrigens erklären, warum auf dem Schildchen in einigen meiner Unterhosen "keep away from fire" steht? Ich mein... egal.
Bildung sollte keine Glückssache sein
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Politik & Nachrichten
Dienstag, 31. Juli 2007
„Bildung ist ein Menschenrecht”, sagte unser Bundespräsident Horst Köhler auf dem Weltlehrerkongress, der von 22. Juli bis zum 26. Juli in Berlin stattfand. Und spricht damit natürlich auf die Verhältnisse an, die in vielen Ländern der Dritten Welt herrschen. Zum Beispiel, daß dort ein Drittel der Kinder stirbt, bis sie das Schulalter erreichen. Daß von denen, die es schaffen, nochmal 15% sterben, bis sie die Schule abgeschlossen haben. Daß die Kinder, die die Schule beenden, in ein Land geworfen werden, in dem das Trinkwasser eine reine Glückssache ist und in dem man alle anderen Menschenrechte gerne mal mit den Füßen tritt. Manchmal habe ich schon das Gefühl, daß derartige Konferenzen ein Zielgruppenproblem haben - aber da ich für Bildung natürlich kein Experte bin, mag ich mich da irren.
Jetzt leben wir alle ja Gottseidank in der Bundesrepublik. Deutschland, nicht Österreich. Bzw. halt - das war doch eine Alpenrepublik. Egal. Auf jeden Fall ist unser Schulsystem ganz „knorke”, denn bei uns wird ab der Grundschule schon dafür gesorgt, daß die Kleinen alles Lernen, was sie später im Leben mal brauchen könnten. Der Umgang mit Computer? Klar, machen wir, sogar politisch korrekt und AGG-konform. Vor allem wir hier in Bayern, wir sind da an vorderster Front, is ja klar. Und damit aus den Kleinen später mal keine Menschen werden, die im Fernsehen so ein mieses Bild abgeben wie unser „Ähdmund” wird Medienkompetenz auch gleich abgehandelt. Irgendwer muß den Kindern ja zeigen, wie sie möglichst schnell an die guten Pornos oder an frei verfügbare Ballerspiele nach Machart des größten NATO-Mitglieds kommen. Da passt dann der Englischunterricht natürlich um so besser. Engagierte Lehrerinnen und Lehrer, so munkelt man, reichern den dann auch gleich um die modernen Feindbilder an - Taliban in der dritten Klasse, Prost Mahlzeit. Und wir wären nicht Europas Klima-Gewissen, wenn das ganze nicht umweltfreundlich ablaufen würde.
Angesichts dieser paradiesischen Zustände kann ich die Reaktionen nicht verstehen, die mir oftmals entgegenschwappen, wenn ich im Netz unser Schulsystem mit Leuten aus Skandinavien oder Dänemark erörtere. Die Palette der Reaktionen reicht dann von gelinder Verwunderung bis zu unverholener Abneigung, viele freuen sich, daß ihnen unser Schulsystem erspart geblieben ist. Sie bringen kein Verständnis dafür auf, daß es nunmal wichtig ist, eine Bildungselite auf Gymnasien zu züchten oder Schüler auf Gesamtschulen bereits möglichst früh in weniger anspruchsvolle Kurse auszusortieren. Auch Konzepte wie ein völlig entwerteter Hauptschulabschluß scheint man dort nicht zu kennen. Und der ausgewogene und umfassende Grundschullehrplan führt ziemlich häufig zu Gelächter. Ich verstehe das gar nicht: Mit unserem Schulsystem stimmt doch alles! Die Kinder lernen halt nicht nur grundlegende Kulturtechniken, sondern auch das, was sie im Leben wirklich brauchen.
Kulturtechniken? Ach so, ja, Lesen, Schreiben, Rechnen. Erst neulich habe ich - nachdem ich eine Runde im Netz gezockt hatte - eine nette und hervorragend geschriebene Mail erhalten, in der mir der mir unterlegene Spieler zum Sieg gratuliert hat. Und wer sich auf Seiten wie mySpace & Co. umsieht, der wird ebenfalls keinerlei Grund haben, an der Beherrschung grundlegender Kulturtechniken durch unsere Jugend zu zweifeln. Wenn ihr mich fragt - das ist alles sinnlose Panikmache.
Nur das mit den SMS, das gibt mir auch öfter mal zu denken.
(Wer in diesem Eintrag Ironie findet, darf sie behalten!)
Jetzt leben wir alle ja Gottseidank in der Bundesrepublik. Deutschland, nicht Österreich. Bzw. halt - das war doch eine Alpenrepublik. Egal. Auf jeden Fall ist unser Schulsystem ganz „knorke”, denn bei uns wird ab der Grundschule schon dafür gesorgt, daß die Kleinen alles Lernen, was sie später im Leben mal brauchen könnten. Der Umgang mit Computer? Klar, machen wir, sogar politisch korrekt und AGG-konform. Vor allem wir hier in Bayern, wir sind da an vorderster Front, is ja klar. Und damit aus den Kleinen später mal keine Menschen werden, die im Fernsehen so ein mieses Bild abgeben wie unser „Ähdmund” wird Medienkompetenz auch gleich abgehandelt. Irgendwer muß den Kindern ja zeigen, wie sie möglichst schnell an die guten Pornos oder an frei verfügbare Ballerspiele nach Machart des größten NATO-Mitglieds kommen. Da passt dann der Englischunterricht natürlich um so besser. Engagierte Lehrerinnen und Lehrer, so munkelt man, reichern den dann auch gleich um die modernen Feindbilder an - Taliban in der dritten Klasse, Prost Mahlzeit. Und wir wären nicht Europas Klima-Gewissen, wenn das ganze nicht umweltfreundlich ablaufen würde.
Angesichts dieser paradiesischen Zustände kann ich die Reaktionen nicht verstehen, die mir oftmals entgegenschwappen, wenn ich im Netz unser Schulsystem mit Leuten aus Skandinavien oder Dänemark erörtere. Die Palette der Reaktionen reicht dann von gelinder Verwunderung bis zu unverholener Abneigung, viele freuen sich, daß ihnen unser Schulsystem erspart geblieben ist. Sie bringen kein Verständnis dafür auf, daß es nunmal wichtig ist, eine Bildungselite auf Gymnasien zu züchten oder Schüler auf Gesamtschulen bereits möglichst früh in weniger anspruchsvolle Kurse auszusortieren. Auch Konzepte wie ein völlig entwerteter Hauptschulabschluß scheint man dort nicht zu kennen. Und der ausgewogene und umfassende Grundschullehrplan führt ziemlich häufig zu Gelächter. Ich verstehe das gar nicht: Mit unserem Schulsystem stimmt doch alles! Die Kinder lernen halt nicht nur grundlegende Kulturtechniken, sondern auch das, was sie im Leben wirklich brauchen.
Kulturtechniken? Ach so, ja, Lesen, Schreiben, Rechnen. Erst neulich habe ich - nachdem ich eine Runde im Netz gezockt hatte - eine nette und hervorragend geschriebene Mail erhalten, in der mir der mir unterlegene Spieler zum Sieg gratuliert hat. Und wer sich auf Seiten wie mySpace & Co. umsieht, der wird ebenfalls keinerlei Grund haben, an der Beherrschung grundlegender Kulturtechniken durch unsere Jugend zu zweifeln. Wenn ihr mich fragt - das ist alles sinnlose Panikmache.
Nur das mit den SMS, das gibt mir auch öfter mal zu denken.
(Wer in diesem Eintrag Ironie findet, darf sie behalten!)
Heute schon „nachhaltig” gehandelt?
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Politik & Nachrichten
Freitag, 20. Juli 2007
Der Freitag ist ein wunderbarer Tag, um alte Kontakte zu pflegen und dabei bei Bedarf unauffällig neue zu knüpfen. Umso mehr gilt das natürlich, wenn das Wetter so fantastisch ist wie zur Zeit. Heute habe ich mich also mit einem ehemaligen Kollegen (mitlesende Frauen, der ist eine gute Partie - er arbeitet bei Estée Lauder, kann Euch also massig „Pröbchen” mitbringen!) zum Mittagessen verabredet, den ich seit Jahresanfang nicht mehr gesehen hatte. Entschieden hatten wir uns für einen dem Vernehmen nach sehr guten Italiener etwas außerhalb von München. Als wir dort angekommen sind, haben wir uns sehr gefreut, daß wir vorher doch einen Tisch reserviert hatten - ein „Geheimtipp” war des Restaurant nämlich wirklich nicht: Wo das Auge hinsah, nur Konzernklone und Büromiezen. Auf jedem Tisch mindestens zwei Handies oder Blackberries, keine einzige Nicht-Markensonnenbrille und selbst die Anzüge von der Stange sahen bei den meisten wie maßgefertigt aus. Kurz und gut: Die ideale Athmosphäre, um vollkommen anonym und unauffällig mit einem alten Bekannten zu plaudern. Das Essen war übrigens großartig: Nach einem Vorspeisenteller und Nudeln mit Salbseisauce habe ich mir hauchdünn geschnittene Kalbsschnitzel in Zitronensauce bestellt, daraufhin dann Käse mit Weintrauben und als Abschluß einen Teller hausgemachter Süßigkeiten. Dazu einen fruchtigen Rotwein - ich war hellauf begeistert.
In den Momenten des „gefräßigen Schweigens” kam ich natürlich nicht umhin, auch immer mal wieder ein paar Gesprächsfetzen von den Nachbartischen zu erhaschen. Und da hat mich dann ein Wort überrollt, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Die „Nachhaltigkeit”, oder, wie ich es auch oft auf Neudeutsch gehört habe, „sustainability”. Da redeten BWM-Mitarbeiter über „sustainability in production planning”, da hörte ich Schlagworte wie „Nachhaltigkeit schon im Entwicklungsprozess berücksichtigen”, „nachhaltige Strategien”, „mehr Nachhaltigkeit über den gesamten Produktlebenszyklus”, „ökologische Nachhaltigkeit für innovative Produkte” und so weiter. Ehrlich gesagt - das war schon eine ziemlich erschreckende Erfahrung. Die anwesenden BMW'ler und Siemensianer sollen bitte Autos und Kraftwerke bauen - die Anteilseigner lassen denen doch so eine Fixation auf Umwelt- und Klimaschutz bestimmt nicht durchgehen. Oder?
Nach dem Mittagessen habe ich mir kurz die Zeit genommen und eine sehr flüchtige Suche im Netz durchgeführt - und siehe da, man findet klare Bekenntnisse zur Nachhaltigkeit u.a. bei BASF, Deutsche Post World Net, Bayer und auch BMW. Nun gut, nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm war ein gewisses Eingehen auf die Belange des Klimawandels wohl zu erwarten gewesen - aber derart massive Publicity, die noch dazu bis zur Basis kommuniziert wurde? Irritiert habe ich weitergesucht und bin dabei zunächst auf die „Initiative 2 Grad” aufmerksam geworden, deren Mitgliederliste eigentlich nur den Schluß zulässt, daß sie es ernst meinen mit dem, was sie sagen. Aber woher kommt dieser Gesinnungswandel? Was sagen Experten wie die Boston Consulting Group oder McKinsey dazu, wenn deutsche Unternehmer nicht mehr nur der Rendite, sondern plötzlich auch dem Klimawandel hinterherlaufen (OK, ertappt, das war eine rhethorische Frage - die verdienen natürlich auch mit Beratung an sowas Geld)? Werden wir derzeit etwa Zeugen eines Paradigmenwechsels in der deutschen Industrie? Abschließend beantworten kann ich das sicher nicht. Aber offensichtlich scheint Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor für die Bewertung von modernen Unternehmen geworden zu sein - und dafür kann wohl nicht nur der CO2-Emissionshandel veranwtortlich sein. Dienste wie das Carbon Disclosure Project oder das Sustainable Asset Management sprechen hier eine neue Sprache von ökologischem Bewusstsein und Transparenz. Umweltschutz als Mittel zur Renditesteigerung?
Man mag davon halten, was man will, solange der Trend anhält, kann das für diesen Planeten nur gut sein. Hoffen wir, daß der Entwicklung selbst eine ähnliche Nachhaltigkeit anheftet, wie sie sie derzeit von den Unternehmen fordert. Ich für meinen Teil werde die Sache im Auge behalten - nachhaltig
In den Momenten des „gefräßigen Schweigens” kam ich natürlich nicht umhin, auch immer mal wieder ein paar Gesprächsfetzen von den Nachbartischen zu erhaschen. Und da hat mich dann ein Wort überrollt, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Die „Nachhaltigkeit”, oder, wie ich es auch oft auf Neudeutsch gehört habe, „sustainability”. Da redeten BWM-Mitarbeiter über „sustainability in production planning”, da hörte ich Schlagworte wie „Nachhaltigkeit schon im Entwicklungsprozess berücksichtigen”, „nachhaltige Strategien”, „mehr Nachhaltigkeit über den gesamten Produktlebenszyklus”, „ökologische Nachhaltigkeit für innovative Produkte” und so weiter. Ehrlich gesagt - das war schon eine ziemlich erschreckende Erfahrung. Die anwesenden BMW'ler und Siemensianer sollen bitte Autos und Kraftwerke bauen - die Anteilseigner lassen denen doch so eine Fixation auf Umwelt- und Klimaschutz bestimmt nicht durchgehen. Oder?
Nach dem Mittagessen habe ich mir kurz die Zeit genommen und eine sehr flüchtige Suche im Netz durchgeführt - und siehe da, man findet klare Bekenntnisse zur Nachhaltigkeit u.a. bei BASF, Deutsche Post World Net, Bayer und auch BMW. Nun gut, nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm war ein gewisses Eingehen auf die Belange des Klimawandels wohl zu erwarten gewesen - aber derart massive Publicity, die noch dazu bis zur Basis kommuniziert wurde? Irritiert habe ich weitergesucht und bin dabei zunächst auf die „Initiative 2 Grad” aufmerksam geworden, deren Mitgliederliste eigentlich nur den Schluß zulässt, daß sie es ernst meinen mit dem, was sie sagen. Aber woher kommt dieser Gesinnungswandel? Was sagen Experten wie die Boston Consulting Group oder McKinsey dazu, wenn deutsche Unternehmer nicht mehr nur der Rendite, sondern plötzlich auch dem Klimawandel hinterherlaufen (OK, ertappt, das war eine rhethorische Frage - die verdienen natürlich auch mit Beratung an sowas Geld)? Werden wir derzeit etwa Zeugen eines Paradigmenwechsels in der deutschen Industrie? Abschließend beantworten kann ich das sicher nicht. Aber offensichtlich scheint Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor für die Bewertung von modernen Unternehmen geworden zu sein - und dafür kann wohl nicht nur der CO2-Emissionshandel veranwtortlich sein. Dienste wie das Carbon Disclosure Project oder das Sustainable Asset Management sprechen hier eine neue Sprache von ökologischem Bewusstsein und Transparenz. Umweltschutz als Mittel zur Renditesteigerung?
Man mag davon halten, was man will, solange der Trend anhält, kann das für diesen Planeten nur gut sein. Hoffen wir, daß der Entwicklung selbst eine ähnliche Nachhaltigkeit anheftet, wie sie sie derzeit von den Unternehmen fordert. Ich für meinen Teil werde die Sache im Auge behalten - nachhaltig
Epo Classics jetzt bei Sat.1
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Politik & Nachrichten
Donnerstag, 19. Juli 2007
Ich will hier nicht lügen - in letzter Zeit hat mich Sat.1 wirklich gar nicht mehr interessiert. Wenn ich durch die Aufnahmeliste meines Videorecorders gehe, dann finden sich da zwar sechs Termine, doch eine Sendung bei Sat.1 ist nicht dabei. Nun verwundert das ja nicht weiter, ich gehöre wohl kaum zu typischen Zielgruppe dieses Senders (die, um einen Mitarbeiter der P7S1-Gruppe zu zitieren, "Frauen, und nicht die jungen" sind). Auch bin ich normalerweise nicht jemand, der sich viel mit Medienjournalismus beschäftigt, da gibt es Leute wie Herrn Niggemeier oder Herrn Schader, die das viel besser können. Und trotzdem hat es dieser Sender, der mich wirklich nur soviel interessiert wie der sprichwörtliche „Sack Reis in China” diese Woche geschafft, einen Teil meiner Aufmerksamkeit zu erlangen. Wie das? Tja, am Dienstag morgen habe ich mitbekommen, daß die Sendung Sat.1 am Mittag eingestellt wurde. An dieser Stelle möchte ich gar nicht weiter darauf eingehen, was das genau bedeutet, sondern verweise auf die beiden vorgenannten Herren, nämlich hier und hier. Interessant finde ich, daß in einer Stellungnahme kein einziges mal auch nur die leise Vermutung geäußert wird, das sei eine Spätfolge der Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch Permira/KKR.
Die zweite Neuigkeit habe ich erst heute erfahren. Nachdem ARD und ZDF dieEpo Classics Tour de France ja nicht mehr übertragen, bekomme ich heute mit, daß sich ProSiebenSat.1 die Senderechte unter den Nagel gerissen hat. Und da bin ich jetzt sprachlos.
Das einzige, was mir dazu einfällt, ist eine „hämische Spöttelei”: Genau wie die Männer und Frauen von sueddeutsche.de, die heute eine StundeEpo Classics Tour de France auf Sat.1 über sich haben ergehen lassen und das ganze minutiös protokollierten, möchte auch ich sagen: Tut mir leid, ihr habt nach wie vor nichts anzubieten, was mich interessiert. Mehr als 15 Minuten Ruhm bekommt ihr von mir bestimmt nicht!
Die zweite Neuigkeit habe ich erst heute erfahren. Nachdem ARD und ZDF die
Das einzige, was mir dazu einfällt, ist eine „hämische Spöttelei”: Genau wie die Männer und Frauen von sueddeutsche.de, die heute eine Stunde
Pilze am Fuß des Wasserfalls
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Politik & Nachrichten
Dienstag, 17. Juli 2007
Gestern Abend habe ich in einem Restaurant ziemlich leckere Nudeln mit Putenbruststreifen und Steinpilzen gegessen. Ausgehend vom typischen Geruch der Pilze kamen wir dann irgendwie aufs Schwammerlsuchen und von da dann auf radioaktiv belastete Pilze (spätestens jetzt sollte klar sein, warum im Titel was von "Wasserfall" steht). Und keine Ahnung, was es war, aber als ich danach zu Hause war wurde mir wirklich so unglaublich schlecht, daß ich nicht anders konnte, als der, äh, "porzellanernen Jungfrau vollmundig mein Leid zu klagen". Kurz bevor ich irgendwann - draußen wurde es schon hell - dann doch noch zum Schlafen gekommen bin, war mein letzter bewusster Gedanke, daß ich unbedingt mal was über Vattenfall schreiben sollte.
Die Notabschaltung in Meiler "Krümmel" fand am 28. Juni statt, doch den ersten Artikel, mit dem ich wirklich etwas anfangen konnte, um zu verstehen, was sich ereignet hatte, fand ich erst eine Woche später bei Zeit Online. Der geneigte Leser erfährt dort, daß zunächst einmal die Stromzuleitung in das brennende "Trafohäuschen" nicht sofort unterbrochen, sondern weiterhin Strom mit einer Spannung von 380.000V eingeleitet wurde. Besonders interessant ist das angesichts der Aussage des schwedischen Kernkraftexperten Lars-Olov Höglund, daß der Transformator zur automatischen Brandbekämpfung Wasser verwendet - wenn man mich fragt, klingt das nach einer guten Idee! Besonders schlimm gebrannt hat es in dem Trafo ja, weil dort Öl ausgetreten ist - und zwar in größeren Mengen. Auf die Frage, wie sowas denn passieren könnte, es handle sich ja um einen geschlossenen Kreislauf, meinte ein Vattenfall-Sprecher lapidar: "Wir rätseln" - nachzulesen im SPIEGEL, Nr. 28, Seite 137. Wer mag, kann übrigens mal seinen Heizkeller anzünden und zusehen, wie effektiv er einen Ölbrand mit Wasser gelöscht bekommt (das ist jetzt kein Aufruf, das wirklich zu tun!).
Laut des o.g. Zeit Online-Artikels fiel danach der zweite Transformator des Kraftwerks ebenfalls aus (Ursache ungeklärt), was dann erst die Notabschaltung eingeleitet hat. Hier war ich persönlich überrascht: Das Kraftwerk verfügt, darf man dem Aritkel glauben, wohl nicht über eine Notstromversorgung, um kürzere Ausfälle zu überbrücken. Nein, so wie es aussieht, waren Teile vom Krümmel für einen Zeitraum von "zwei bis drei Sekunden" ohne Strom - unter anderem die Speisewasserpumpe des Reaktors. Diese ist dafür zuständig, den Wasserspiegel im Becken mit den Kernbrennstäben konstant zu halten. Nun wäre ein kurzer Ausfall dieser Pumpe nicht weiter erwähnenswert (das Becken wird in drei Sekunden wohl kaum gänzlich verdampfen), allerdings sprangen weder die Primärpumpe noch ein Ersatzgerät nach dem kurzzeitigen Stromausfall wieder an. Der Wasserspiegel in dem Becken soll dabei um ein bis zwei Meter gefallen sein. Um nun einem weiteren Verlust von Druck und Wasserspiegel entgegen zu wirken, wurde der Dampfkreislauf hin zu den Turbinen unterbrochen - verständlich, weniger Druck bedeutet ja auch weniger Hitzeableitung, und selbst, wenn die Reaktion schon gestoppt ist, kühlen die Brennstäbe ja nicht "instant" ab.
Hier zeigt sich, daß der Zeit Online-Artikel recht früh nach dem Unfall entstanden ist - er berichtet davon, daß sich zeitgleich Ventile geöffnet haben, die einen Überdruck im Reaktor verhindern sollen, der Druck ist dann von knapp 70 auf 20 Bar gefallen, und als letzte Notmaßnahme wurde die Reaktionskammer mit Wasser geflutet (auf Atom-U-Booten ist das Fluten des Reaktorbehälters mit Meerwasser übrigens ebefalls die finale Rettungsmaßnahme) und die Reaktion durch Senken der Steuerstäbe endgültig unterbrochen. Wo der Zeit Online-Bericht noch nicht sagen kann, warum genau das passiert ist, weiß SPON einige Tage später schon genaueres: Die betreffenden Ventile wurden von Hand geöffnet, der Reaktorfahrer hat seinen Vorgesetzten falsch verstanden. Verständlich ist das, schon recht früh wurde ja bekannt, daß das geniale Belüftungssystem des AKWs den Rauch aus dem Trafobrand (laut N-TV war ja auch Dioxin dabei) geradewegs in den Leitstand gepumpt hat, so daß man dort Atemschutzmasken tragen musste. Vielleicht war es aber auch einfach nur zu laut - denn den Berichten mehrerer Nachrichtenargenturen zufolge seinen zeitweise bis zu 20 Leute im Leitstand gewesen (eine Betriebsfeier wurde jedoch dementiert). Bei der ganzen Aktion hat es übrigens auch, wie man in den o.g. Artikeln nachlesen kann, einen kleineren Datenverlust in den Computersystemen gegeben - was genau das nun war, werden wir wohl nie erfahren.
Zusammen mit der Berichterstattung in der Folgezeit, z.B. den nicht vorschriftsmäßigen Dübeln in Biblis und Brunsbüttel (sowie 14 "verdächtigen" Dübeln in Krümmel) oder dem Leck im Turbinenbereich bleibt da schon ein sehr fader Nachgeschmack. Nicht nur, wie langsam und schleppend die Ereignisse an die Öffentlichkeit kommuniziert wurden oder wegen des von der Öffentlichkeit arg beachteten Durchsuchungsbefehls für Krümmel, sondern auch, weil es hier ganz offensichtlich mehrmals zu technischem Versagen gekommen ist. In seinem Buch Die Logik des Misslingens schildert Dietrich Dörner u.a. die Kette der Ereignisse, die am Ende zur Explosion des Meilers in Tschernobyl geführt hat. Er stellt besonders heraus, wie das Leitteam von der Situation überrascht und unter Druck gesetzt wurde und es schließlich aufgrund multipler technischer Fehler nicht mehr geschafft hat, die Katastrophe zu verhindern - schließlich sind Atomreaktoren mit die komplexesten technischen Artefakte, die der Mensch erschaffen hat. Beim Lesen der verschiedenen Berichte über den Störfall in Krümmel habe ich viel zu oft an eben jenes Kapitel denken müssen, was zu mehr als nur einer Gänsehaut beigetragen hat - trotz der herrschenden Temperaturen.
Nicht kalt, sondern ganz heiß vor Zorn wird mir, wenn ich mir ansehe, wie Vattenfall reagiert hat und dabei ein Detail bemerke: Man entlässt den Vorstand der Atom-Sparte von Vattenfall Europe Nuclear Energy (VENE), Bruno Thomauske - und der war früher übrigens beim Bundesamt für Strahlenschutz, wo er im Rahmen seiner Tätigkeit an der Genehmigung mehrerer Zwischenlager in Deutschland mitgearbeitet hat. Wenn das kein Filz ist, dann weiß ich auch nicht.
Für meinen Teil habe ich allerdings bereits eine gewichtige Entscheidung getroffen: In der nächsten Zeit werde ich meine Ernährung möglichst pilzarm gestalten.
Die Notabschaltung in Meiler "Krümmel" fand am 28. Juni statt, doch den ersten Artikel, mit dem ich wirklich etwas anfangen konnte, um zu verstehen, was sich ereignet hatte, fand ich erst eine Woche später bei Zeit Online. Der geneigte Leser erfährt dort, daß zunächst einmal die Stromzuleitung in das brennende "Trafohäuschen" nicht sofort unterbrochen, sondern weiterhin Strom mit einer Spannung von 380.000V eingeleitet wurde. Besonders interessant ist das angesichts der Aussage des schwedischen Kernkraftexperten Lars-Olov Höglund, daß der Transformator zur automatischen Brandbekämpfung Wasser verwendet - wenn man mich fragt, klingt das nach einer guten Idee! Besonders schlimm gebrannt hat es in dem Trafo ja, weil dort Öl ausgetreten ist - und zwar in größeren Mengen. Auf die Frage, wie sowas denn passieren könnte, es handle sich ja um einen geschlossenen Kreislauf, meinte ein Vattenfall-Sprecher lapidar: "Wir rätseln" - nachzulesen im SPIEGEL, Nr. 28, Seite 137. Wer mag, kann übrigens mal seinen Heizkeller anzünden und zusehen, wie effektiv er einen Ölbrand mit Wasser gelöscht bekommt (das ist jetzt kein Aufruf, das wirklich zu tun!).
Laut des o.g. Zeit Online-Artikels fiel danach der zweite Transformator des Kraftwerks ebenfalls aus (Ursache ungeklärt), was dann erst die Notabschaltung eingeleitet hat. Hier war ich persönlich überrascht: Das Kraftwerk verfügt, darf man dem Aritkel glauben, wohl nicht über eine Notstromversorgung, um kürzere Ausfälle zu überbrücken. Nein, so wie es aussieht, waren Teile vom Krümmel für einen Zeitraum von "zwei bis drei Sekunden" ohne Strom - unter anderem die Speisewasserpumpe des Reaktors. Diese ist dafür zuständig, den Wasserspiegel im Becken mit den Kernbrennstäben konstant zu halten. Nun wäre ein kurzer Ausfall dieser Pumpe nicht weiter erwähnenswert (das Becken wird in drei Sekunden wohl kaum gänzlich verdampfen), allerdings sprangen weder die Primärpumpe noch ein Ersatzgerät nach dem kurzzeitigen Stromausfall wieder an. Der Wasserspiegel in dem Becken soll dabei um ein bis zwei Meter gefallen sein. Um nun einem weiteren Verlust von Druck und Wasserspiegel entgegen zu wirken, wurde der Dampfkreislauf hin zu den Turbinen unterbrochen - verständlich, weniger Druck bedeutet ja auch weniger Hitzeableitung, und selbst, wenn die Reaktion schon gestoppt ist, kühlen die Brennstäbe ja nicht "instant" ab.
Hier zeigt sich, daß der Zeit Online-Artikel recht früh nach dem Unfall entstanden ist - er berichtet davon, daß sich zeitgleich Ventile geöffnet haben, die einen Überdruck im Reaktor verhindern sollen, der Druck ist dann von knapp 70 auf 20 Bar gefallen, und als letzte Notmaßnahme wurde die Reaktionskammer mit Wasser geflutet (auf Atom-U-Booten ist das Fluten des Reaktorbehälters mit Meerwasser übrigens ebefalls die finale Rettungsmaßnahme) und die Reaktion durch Senken der Steuerstäbe endgültig unterbrochen. Wo der Zeit Online-Bericht noch nicht sagen kann, warum genau das passiert ist, weiß SPON einige Tage später schon genaueres: Die betreffenden Ventile wurden von Hand geöffnet, der Reaktorfahrer hat seinen Vorgesetzten falsch verstanden. Verständlich ist das, schon recht früh wurde ja bekannt, daß das geniale Belüftungssystem des AKWs den Rauch aus dem Trafobrand (laut N-TV war ja auch Dioxin dabei) geradewegs in den Leitstand gepumpt hat, so daß man dort Atemschutzmasken tragen musste. Vielleicht war es aber auch einfach nur zu laut - denn den Berichten mehrerer Nachrichtenargenturen zufolge seinen zeitweise bis zu 20 Leute im Leitstand gewesen (eine Betriebsfeier wurde jedoch dementiert). Bei der ganzen Aktion hat es übrigens auch, wie man in den o.g. Artikeln nachlesen kann, einen kleineren Datenverlust in den Computersystemen gegeben - was genau das nun war, werden wir wohl nie erfahren.
Zusammen mit der Berichterstattung in der Folgezeit, z.B. den nicht vorschriftsmäßigen Dübeln in Biblis und Brunsbüttel (sowie 14 "verdächtigen" Dübeln in Krümmel) oder dem Leck im Turbinenbereich bleibt da schon ein sehr fader Nachgeschmack. Nicht nur, wie langsam und schleppend die Ereignisse an die Öffentlichkeit kommuniziert wurden oder wegen des von der Öffentlichkeit arg beachteten Durchsuchungsbefehls für Krümmel, sondern auch, weil es hier ganz offensichtlich mehrmals zu technischem Versagen gekommen ist. In seinem Buch Die Logik des Misslingens schildert Dietrich Dörner u.a. die Kette der Ereignisse, die am Ende zur Explosion des Meilers in Tschernobyl geführt hat. Er stellt besonders heraus, wie das Leitteam von der Situation überrascht und unter Druck gesetzt wurde und es schließlich aufgrund multipler technischer Fehler nicht mehr geschafft hat, die Katastrophe zu verhindern - schließlich sind Atomreaktoren mit die komplexesten technischen Artefakte, die der Mensch erschaffen hat. Beim Lesen der verschiedenen Berichte über den Störfall in Krümmel habe ich viel zu oft an eben jenes Kapitel denken müssen, was zu mehr als nur einer Gänsehaut beigetragen hat - trotz der herrschenden Temperaturen.
Nicht kalt, sondern ganz heiß vor Zorn wird mir, wenn ich mir ansehe, wie Vattenfall reagiert hat und dabei ein Detail bemerke: Man entlässt den Vorstand der Atom-Sparte von Vattenfall Europe Nuclear Energy (VENE), Bruno Thomauske - und der war früher übrigens beim Bundesamt für Strahlenschutz, wo er im Rahmen seiner Tätigkeit an der Genehmigung mehrerer Zwischenlager in Deutschland mitgearbeitet hat. Wenn das kein Filz ist, dann weiß ich auch nicht.
Für meinen Teil habe ich allerdings bereits eine gewichtige Entscheidung getroffen: In der nächsten Zeit werde ich meine Ernährung möglichst pilzarm gestalten.
Gezielte Tötung
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Samstag, 7. Juli 2007
"Die Stärkung des Präventivgedankens bedeutet eine Stärkung der Verfassung." - das berichtet die Tagesschau über ein Spiegel-Interview mit dem Bundesinnenminister. Und WibaS legt nach: Würde bin Laden in den USA angetroffen, "Die Amerikaner würden ihn mit einer Rakete exekutieren, und die meisten Leute würden sagen: Gott sei Dank". Der Innenminister spricht hier ganz konkret gezielte Tötungen an, ohne Verfahren, welche in unserem Rechtsstaat so nicht möglich sind und scheint damit durchaus zu meinen, daß er einem Umbau des Rechtsstaats nicht nur negativ gegenüber steht.
Mich macht das sprachlos. Dieser Mann geht zu weit, dieser Mann ist für die Regierung nicht tragbar, dieser Mann macht mir mehr Angst als Terroristen es jemals könnten. Da mir momentan wirklich die Worte fehlen, begnüge ich mich mit zwei Links: Torsten vom Notizblog hatte eine gute Idee: Wir schreiben auf, woran wir beim Thema "Rechtsstaat und Terrorismus" glauben - und er hat damit auch gleich hier angefangen. Sobald ich Zeit finde, werde ich ihm Nacheifern und rufe jeden Leser auf, es für sich ebenso zu halten.
Der zweite Link ist dem Wochenende eher angemessen: Mathias Richling nimmt WibaS auf die Schippe - viel Spaß und ein angenehmes Wochenende:
Mich macht das sprachlos. Dieser Mann geht zu weit, dieser Mann ist für die Regierung nicht tragbar, dieser Mann macht mir mehr Angst als Terroristen es jemals könnten. Da mir momentan wirklich die Worte fehlen, begnüge ich mich mit zwei Links: Torsten vom Notizblog hatte eine gute Idee: Wir schreiben auf, woran wir beim Thema "Rechtsstaat und Terrorismus" glauben - und er hat damit auch gleich hier angefangen. Sobald ich Zeit finde, werde ich ihm Nacheifern und rufe jeden Leser auf, es für sich ebenso zu halten.
Der zweite Link ist dem Wochenende eher angemessen: Mathias Richling nimmt WibaS auf die Schippe - viel Spaß und ein angenehmes Wochenende:
Blauäugiges Sicherheitsempfinden beim Bundestrojaner
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Samstag, 7. Juli 2007
Via diesem Beitrag im lawblog bin ich auf einen Artikel bei SPON aufmerksam geworden, der den - provokanten - Untertitel "Angriff auf die Ahnungslosen" trägt. Es geht, wie sollte es dieser Tage anders sein, um die Online-Durchsuchung. Grob und ungenau zusammengefasst sagt der Spiegel Online-Artikel aus, daß staatliche "Hacker" sowieso nur bei solchen Computernutzern Erfolg haben werden, die sich nicht allzu sehr mit dem Thema Sicherheit auseinandersetzen. Damit liegt er recht nahe an diesem Artikel von Heise Online, bei welchem wir nach einer Betrachtung der technischen Optionen, in fremde Rechner einzudringen, lesen können: "Und um Missverständnissen vorzubeugen: Selbstverständlich kann man sich gegen all die hier geschilderten Einbruchsversuche schützen."
Also alles halb so wild? Ich sehe vor meinem geistigen Auge eine ganze Reihe Nutzer erleichtert aufatmen: Die Windows-Benutzer mit (Personal) Firewall, Virenscanner, Router, automatischen Sicherheits-Updates, die ihre Browser- bzw. eMail-Alternativen zum Internet Explorer bzw. Outlook (Express) in einer Sandbox laufen lassen und grundsätzlich keine Anhänge oder Downloads ohne digitale Signaturen ausführen. Und recht sicher dürften sich wohl auch die Benuzter der diversen, frei verfügbaren Unix-Derivate fühlen, mit stark verschlüsselten Festplatten, selbstangepassten Linux-Distributionen auf ihren Routern, bei denen der Browser, (Para)Virtualisierung sei Dank, in einem anderen System läuft als das Mailprogramm, bei denen Software-Updates schon seit langem nur noch mit kryptographischen Signaturen ausgeführt werden und die sowieso keine so stark ausgeprägt Software-Monokultur pflegen wie "normale" Benutzer. (Disclaimer: Weder will noch werde ich hier Sicherheitskonzepte diskutieren. Die obigen Ausführungen sind exemplarisch zu sehen und keine Empfehlung meinerseits.) Und betrachtet man das ganze lange genug, so fällt einem für jeden Angriffsvektor, jedes Verbot von Sicherheitssoftware und jede Verschwörungstheorie eine Abwehrmöglichkeit ein. Klar, die meisten davon dürften unbequem sein, aber ein wenig plagen muß man sich halt, ist einem die Privatsphäre wichtig.
Ich frage mich gerade, ob System dahinter steckt, wie blauäugig hier etablierte Medien Beschwichtigungsversuche betreiben. Das Wort "Online-Durchsuchung" mag ja suggerieren, daß der Rechner für die Durchsuchung "online" sein muß, aber nirgendwo ist die Rede davon, daß die Kompromittierung desselben auch "online" stattfindet. Man gestatte mir, kurz auszuholen: Als Jugendlicher habe ich gerne Bücher von Tom Clancy gelesen. In einem davon, Befehl von oben, beschreibt er, wie ein Team des amerikanischen Secret Service die Wohnung eines Agenten durchsucht, der des Verrats verdächtigt wird. Dabei legt er großen Wert darauf zu schildern, daß die Mitglieder dieses Teams besonders darin geschult sind, Maßnahmen zu umgehen, mit denen der Verdächtige erkennt, ob jemand in seiner Abwesenheit die Wohnung betreten hat - und damit meint er nicht nur Alarmanlagen (Yps-Leser unter uns? Haar an die Tür kleben und nachgucken, ob es, wenn man nach Hause kommt, noch da ist!). Nun ist Tom Clancy, trotz oder gerade wegen seines Rufs, bestimmt nicht die ultimative Quelle, wenn es um die Fähigkeiten von Mitarbeitern der Sicherheitsbehörden geht. Aber mal ehrlich: In eine Wohnung unbemerkt einzudringen, das traue ich den deutschen Sicherheitskräften auf jeden Fall zu. Zugriff auf die Hardware zu haben ist jedoch den meisten Sicherheitskonzepten nicht zuträglich: Schon im Jahr 2000 hat mir ein Kollege - aus Spaß - mal einen Hardware-Keylogger verpasst - das war damals ein ganz normales, kommerziell erhältliches Gerät. Und ein Nationalstaat kann ganz bestimmt Abhörgeräte entwickeln (lassen), die noch viel weiter fortgeschritten sind. Damit fallen dann die Passphrasen für die verschlüsselte Platte und die PGP/GPG- und SSH-Schlüssel natürlich ebenso wie die Paßwörter für das eigene System, Mailserver etc. (egal, ob diese in .de stehen oder in Timbuktu). Ich bin weder in Elektrotechnik noch in Elektronik genügend bewandert, um ab hier weiter mitreden zu können, aber wenn mir jemand erzählt, daß man auch andere Dinge als die Tastatur überwachen kann, dann würde ich ihm das spontan glauben.
Zugegeben: So eine Maßnahme ist deutlich teurer als das, worüber der Spiegel & Co. berichten, wird also wohl nur eingesetzt werden, wenn man - auch unschuldig - als konkret verdächtig geführt wird. Trotzdem sollte sich jeder der "nicht Ahnungslosen" diese Möglichkeit einmal genau durch den Kopf gehen lassen und seinen Umgang mit persönlichen Daten evt. daran orientieren. Im Zweifelsfall wird man nämlich nicht umhin kommen, die eigenen Ressourcen mit denen eines Nationalstaats zu messen. Für ein flauschiges, rosa Sicherheitsgefühl gibt es da keinen Platz.
Also alles halb so wild? Ich sehe vor meinem geistigen Auge eine ganze Reihe Nutzer erleichtert aufatmen: Die Windows-Benutzer mit (Personal) Firewall, Virenscanner, Router, automatischen Sicherheits-Updates, die ihre Browser- bzw. eMail-Alternativen zum Internet Explorer bzw. Outlook (Express) in einer Sandbox laufen lassen und grundsätzlich keine Anhänge oder Downloads ohne digitale Signaturen ausführen. Und recht sicher dürften sich wohl auch die Benuzter der diversen, frei verfügbaren Unix-Derivate fühlen, mit stark verschlüsselten Festplatten, selbstangepassten Linux-Distributionen auf ihren Routern, bei denen der Browser, (Para)Virtualisierung sei Dank, in einem anderen System läuft als das Mailprogramm, bei denen Software-Updates schon seit langem nur noch mit kryptographischen Signaturen ausgeführt werden und die sowieso keine so stark ausgeprägt Software-Monokultur pflegen wie "normale" Benutzer. (Disclaimer: Weder will noch werde ich hier Sicherheitskonzepte diskutieren. Die obigen Ausführungen sind exemplarisch zu sehen und keine Empfehlung meinerseits.) Und betrachtet man das ganze lange genug, so fällt einem für jeden Angriffsvektor, jedes Verbot von Sicherheitssoftware und jede Verschwörungstheorie eine Abwehrmöglichkeit ein. Klar, die meisten davon dürften unbequem sein, aber ein wenig plagen muß man sich halt, ist einem die Privatsphäre wichtig.
Ich frage mich gerade, ob System dahinter steckt, wie blauäugig hier etablierte Medien Beschwichtigungsversuche betreiben. Das Wort "Online-Durchsuchung" mag ja suggerieren, daß der Rechner für die Durchsuchung "online" sein muß, aber nirgendwo ist die Rede davon, daß die Kompromittierung desselben auch "online" stattfindet. Man gestatte mir, kurz auszuholen: Als Jugendlicher habe ich gerne Bücher von Tom Clancy gelesen. In einem davon, Befehl von oben, beschreibt er, wie ein Team des amerikanischen Secret Service die Wohnung eines Agenten durchsucht, der des Verrats verdächtigt wird. Dabei legt er großen Wert darauf zu schildern, daß die Mitglieder dieses Teams besonders darin geschult sind, Maßnahmen zu umgehen, mit denen der Verdächtige erkennt, ob jemand in seiner Abwesenheit die Wohnung betreten hat - und damit meint er nicht nur Alarmanlagen (Yps-Leser unter uns? Haar an die Tür kleben und nachgucken, ob es, wenn man nach Hause kommt, noch da ist!). Nun ist Tom Clancy, trotz oder gerade wegen seines Rufs, bestimmt nicht die ultimative Quelle, wenn es um die Fähigkeiten von Mitarbeitern der Sicherheitsbehörden geht. Aber mal ehrlich: In eine Wohnung unbemerkt einzudringen, das traue ich den deutschen Sicherheitskräften auf jeden Fall zu. Zugriff auf die Hardware zu haben ist jedoch den meisten Sicherheitskonzepten nicht zuträglich: Schon im Jahr 2000 hat mir ein Kollege - aus Spaß - mal einen Hardware-Keylogger verpasst - das war damals ein ganz normales, kommerziell erhältliches Gerät. Und ein Nationalstaat kann ganz bestimmt Abhörgeräte entwickeln (lassen), die noch viel weiter fortgeschritten sind. Damit fallen dann die Passphrasen für die verschlüsselte Platte und die PGP/GPG- und SSH-Schlüssel natürlich ebenso wie die Paßwörter für das eigene System, Mailserver etc. (egal, ob diese in .de stehen oder in Timbuktu). Ich bin weder in Elektrotechnik noch in Elektronik genügend bewandert, um ab hier weiter mitreden zu können, aber wenn mir jemand erzählt, daß man auch andere Dinge als die Tastatur überwachen kann, dann würde ich ihm das spontan glauben.
Zugegeben: So eine Maßnahme ist deutlich teurer als das, worüber der Spiegel & Co. berichten, wird also wohl nur eingesetzt werden, wenn man - auch unschuldig - als konkret verdächtig geführt wird. Trotzdem sollte sich jeder der "nicht Ahnungslosen" diese Möglichkeit einmal genau durch den Kopf gehen lassen und seinen Umgang mit persönlichen Daten evt. daran orientieren. Im Zweifelsfall wird man nämlich nicht umhin kommen, die eigenen Ressourcen mit denen eines Nationalstaats zu messen. Für ein flauschiges, rosa Sicherheitsgefühl gibt es da keinen Platz.
Nicht lustig
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Politik & Nachrichten
Mittwoch, 4. Juli 2007
Wir haben den vierten Juli. Unabhängigkeitstag. Jeder gute, amerikanische Patriot geht Abends zum Grillen und später zum Feuerwerk. Die Flagge hängt im Garten. Die errungene Freiheit wird gefeiert. Wichtiger aber ist, daß das Datum "4. Juli" bedeutet, daß der Monat erst vier Tage alt ist. Maximal 96 Stunden. Und trotzdem schafft es unsere politische Elite, mir Sodbrennen zu verschaffen.
Zunächst einmal beschloss die CDU am Montag ihr neues Grundsatzprogramm. Offen erwähnt wird da der Begriff der "Leitkultur", nur um den Wählern sogleich Sand in die Augen zu streuen: Es gehe vor allem um die Beherrschung der deutschen Sprache. Und ich wette, damit dürfte das kritische Untersuchen dieses Begriffs für die meisten erledigt sein. Fragt sich nur, welche Leitkultur dieser oben verlinkte Herr Pofalla denn so meint - schließlich hat er sich ja schonmal schützend vor Stasi-Techniken gestellt. Wobei, das habe ich bestimmt nur falsch verstanden.
Ebenfalls am Montag bekennt unsere Kanzlerin, daß sie schon damit leben könne, wenn die Bundeswehr auch im Inland eingesetzt werde. Innere und äußere Sicherheit könne man ja nicht mehr so richtig trennen. Und irgendwie ist ja sowieso immer Krieg, und das nicht nur am Hindukusch. Ich bewundere die Kanzlerin dafür, wie wenig sie konkret wird - "im Zusammenhang mit terroristischen Gefahren in ausgewählten Bereichen", das sagt mir persönlich gar nichts. Aber irgendwie befürchte ich, daß damit nicht die Einsätze bei Hochwasser und Flut gemeint sind - wobeidie der Bundeswehr bestimmt ein positiveres Image bringen.
Und heute erfahre ich, daß sich der Untersuchungsausschuss zur Korruptionsaffäre in Sachsen verzögern wird. CDU und SPD haben "verfassungsrechtliche" Bedenken. Daß selbst der Chef des Verfassungsschutzes seine eigene Behörde kritisiert, scheint die Damen und Herren dagegen nicht zu stören. Wenn man sich ansieht, was gerade die CDU auf Bundesebene tut, der kann nicht umhinkommen, diese Bedenken für vorgeschoben zu halten und zu vermuten, daß da einigen Abgeordneten trotz Immunität Angst und Bange wird.
Zur Aufheiterung kann mann sich dann diesen Mitschnitt von WibaS (Wolfang "ich bin anständig!" Schäuble) bei netzpolitik.org anhören. Da gibt der Minister offen zu, gar nicht so genau zu wissen, wie das mit dem Internet nun so genau laufen wird und was man da erreichen kann. Im Vorübergehen spricht er dann auch gleich Heinz Fromm ab, sich da besser auszukennen. Herr Fromm ist übrigens der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Und er habe für sowas doch schließlich Experten. Ist ja fast wie in der Wirtschaft, die wenigsten Manager verstehen doch, wie ihre Produkte entstehen oder wie sie genau funktionieren. Ich persönlich finde das einentollen Ansatz. Und das BfV selbst sagt ja ganz klar, daß wir uns keine Sorgen (man beachte die URL!) machen müssen.
Der Monat ist vier Tage alt. Erst. Wo sind meine Antazida?
Zunächst einmal beschloss die CDU am Montag ihr neues Grundsatzprogramm. Offen erwähnt wird da der Begriff der "Leitkultur", nur um den Wählern sogleich Sand in die Augen zu streuen: Es gehe vor allem um die Beherrschung der deutschen Sprache. Und ich wette, damit dürfte das kritische Untersuchen dieses Begriffs für die meisten erledigt sein. Fragt sich nur, welche Leitkultur dieser oben verlinkte Herr Pofalla denn so meint - schließlich hat er sich ja schonmal schützend vor Stasi-Techniken gestellt. Wobei, das habe ich bestimmt nur falsch verstanden.
Ebenfalls am Montag bekennt unsere Kanzlerin, daß sie schon damit leben könne, wenn die Bundeswehr auch im Inland eingesetzt werde. Innere und äußere Sicherheit könne man ja nicht mehr so richtig trennen. Und irgendwie ist ja sowieso immer Krieg, und das nicht nur am Hindukusch. Ich bewundere die Kanzlerin dafür, wie wenig sie konkret wird - "im Zusammenhang mit terroristischen Gefahren in ausgewählten Bereichen", das sagt mir persönlich gar nichts. Aber irgendwie befürchte ich, daß damit nicht die Einsätze bei Hochwasser und Flut gemeint sind - wobei
Und heute erfahre ich, daß sich der Untersuchungsausschuss zur Korruptionsaffäre in Sachsen verzögern wird. CDU und SPD haben "verfassungsrechtliche" Bedenken. Daß selbst der Chef des Verfassungsschutzes seine eigene Behörde kritisiert, scheint die Damen und Herren dagegen nicht zu stören. Wenn man sich ansieht, was gerade die CDU auf Bundesebene tut, der kann nicht umhinkommen, diese Bedenken für vorgeschoben zu halten und zu vermuten, daß da einigen Abgeordneten trotz Immunität Angst und Bange wird.
Zur Aufheiterung kann mann sich dann diesen Mitschnitt von WibaS (Wolfang "ich bin anständig!" Schäuble) bei netzpolitik.org anhören. Da gibt der Minister offen zu, gar nicht so genau zu wissen, wie das mit dem Internet nun so genau laufen wird und was man da erreichen kann. Im Vorübergehen spricht er dann auch gleich Heinz Fromm ab, sich da besser auszukennen. Herr Fromm ist übrigens der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Und er habe für sowas doch schließlich Experten. Ist ja fast wie in der Wirtschaft, die wenigsten Manager verstehen doch, wie ihre Produkte entstehen oder wie sie genau funktionieren. Ich persönlich finde das einen
Der Monat ist vier Tage alt. Erst. Wo sind meine Antazida?
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