Repräsentativer Taxifahrer?
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Montag, 21. Januar 2008
Ich bin neulich mit dem Taxi nach Hause gefahren: Es war sauspät, ich war unglaublich müde und mit den Mitteln des ÖPNV hätte ich über eine Stunde gebraucht, bis ich daheim gewesen wäre - also kaum ein Zeitgewinn gegenüber dem Laufen. Eigentlich wäre das ja nichts, worüber ich schreiben würde, wenn - ja, wenn sich da nicht eine recht, ähm, „interessante” Diskussion ergeben hätte.
Wir waren noch keine 100m weit gekommen, als zwei jugendliche betont langsam vor dem Taxi über die Straße gegangen sind - ich mußte ja grinsen über die ganze Coolness und den Gang der beiden, der mich doch stark an Clint Eastwood in einem beliebigen Western erinnert hat. Auf jeden Fall hat einer der beiden kleinen Jungs es sich nicht nehmen lassen, uns ein „Was glotzst Du denn so doof?” hinterher zu rufen. Und während ich da dann unwillkürlich zu Lachen begonnen habe, hat der Taxifahrer angefangen, über Jugendstrafrecht zu reden. Und von der einen Sekunde auf der anderen kam ich mir fast so vor, als hätte jemand die Situation „gestaged”, also vorbereitet: Er sprach davon, wie er sich fühlen würde, wenn ein jugendlicher Straftäter ihm die Kehle durchschneidet und dann vielleicht gerade einmal 6 Jahre hinter Gitter muß. Ich erwiderte, daß ihm das dann auch egal wäre, weil er ja tot sei. Das fand er nicht so lustig, also habe ich damit argumentiert, daß man ja im Jugendknast bestimmt nur lauter nette Leute kennenlernt und bestimmt keinem schlechten Einfluss ausgesetzt ist. Das hat auch kein Stück bei ihm gezogen, und als nächstes meinte er dann, wenn nicht er, sondern ein Freund von ihm umgebracht werden würde, er würde dann nach sechs Jahren zum Gefängnis fahren und den Täter bei seiner Entlassung umbringen. Leicht verunsichert habe ich angemerkt, daß sechs Jahre eine sehr lange Zeit zu trauern sind und ich mir nicht vorstellen könnte, daß er das ernst meine. Doch von ihm kam immer nur die Aussage, er sei da ganz konkret für knallharte Strafen. Die Argumentation seinerseits driftete dann zu asiatischen Gesellschaften wie z.B. Singapur oder China ab, und das wiederholt benutzte Adjektiv „knallhart” begann, sich langsam aber sicher in mein Gehirn zu bohren. Mein Einwand, daß asiatische Gesellschaften schon von ihrer ganzen Entwicklung her nicht mit einer westlichen Gesellschaft zu vergleichen seien und man das Konzept härterer Strafen, die dort akzeptiert werden, deswegen nicht einfach nach Europa übertragen könne, hat ihn kein bißchen beeindruckt. Statt dessen hat er mir wiederholt erzählt, auf wie vielen Kontinenten er schon gelebt hat und wo er schon überall war - den bissigen Kommentar „Ja, und jetzt sind sie Taxifahrer, oder?” habe ich mir verkniffen. Ich habe versucht, über den mangelnden Zusammenhang zwischen Tat und Strafe zu argumentieren, da es in .de sehr lange dauert, bis Strafen auch angetreten werden müssen, doch er meinte, solange die Strafe hart genug sei, wäre es egal, eine harte Strafe sei in jedem Fall eine Abschreckung. Mein Versuch, über das soziale Umfeld zu argumentieren, stieß auf Unverständnis, er sei zwar bereit, vielen Jugendlichen aus sozial benachteiligten Kreisen eine gewisse Perspektivenlosigkeit zu unterstellen, aber gerade deswegen müssten knallhart Strafen her.
Die ganze Diskussion wurde ein bißchen unangenehm, und als ich ihn schon bitten wollte, mich einfach an Ort und Stelle aussteigen zu lassen, weil ich lieber gelaufen wäre als da weiter zu sitzen, kam mir dann zum Glück die rettende Idee: Nach einem Blick auf das Außenthermometer fragte ich, ob es eigentlich glatt sei auf den Straßen - tja, da kann ich mir echt auf die Schulter klopfen, in Deeskalation bin ich ganz groß! Und doch bleibt ein fader, schaler Beigeschmack von dieser Begegnung zurück, denn ich frage mich seitdem ständig, wie repräsentativ dieser Mann für welche Teile unsere Bevölkerung war. Strafen als Abschreckung? Meine Gott, und sowas im 21. Jahrhundert.
Euch allen trotz allem eine schöne Woche!
Wir waren noch keine 100m weit gekommen, als zwei jugendliche betont langsam vor dem Taxi über die Straße gegangen sind - ich mußte ja grinsen über die ganze Coolness und den Gang der beiden, der mich doch stark an Clint Eastwood in einem beliebigen Western erinnert hat. Auf jeden Fall hat einer der beiden kleinen Jungs es sich nicht nehmen lassen, uns ein „Was glotzst Du denn so doof?” hinterher zu rufen. Und während ich da dann unwillkürlich zu Lachen begonnen habe, hat der Taxifahrer angefangen, über Jugendstrafrecht zu reden. Und von der einen Sekunde auf der anderen kam ich mir fast so vor, als hätte jemand die Situation „gestaged”, also vorbereitet: Er sprach davon, wie er sich fühlen würde, wenn ein jugendlicher Straftäter ihm die Kehle durchschneidet und dann vielleicht gerade einmal 6 Jahre hinter Gitter muß. Ich erwiderte, daß ihm das dann auch egal wäre, weil er ja tot sei. Das fand er nicht so lustig, also habe ich damit argumentiert, daß man ja im Jugendknast bestimmt nur lauter nette Leute kennenlernt und bestimmt keinem schlechten Einfluss ausgesetzt ist. Das hat auch kein Stück bei ihm gezogen, und als nächstes meinte er dann, wenn nicht er, sondern ein Freund von ihm umgebracht werden würde, er würde dann nach sechs Jahren zum Gefängnis fahren und den Täter bei seiner Entlassung umbringen. Leicht verunsichert habe ich angemerkt, daß sechs Jahre eine sehr lange Zeit zu trauern sind und ich mir nicht vorstellen könnte, daß er das ernst meine. Doch von ihm kam immer nur die Aussage, er sei da ganz konkret für knallharte Strafen. Die Argumentation seinerseits driftete dann zu asiatischen Gesellschaften wie z.B. Singapur oder China ab, und das wiederholt benutzte Adjektiv „knallhart” begann, sich langsam aber sicher in mein Gehirn zu bohren. Mein Einwand, daß asiatische Gesellschaften schon von ihrer ganzen Entwicklung her nicht mit einer westlichen Gesellschaft zu vergleichen seien und man das Konzept härterer Strafen, die dort akzeptiert werden, deswegen nicht einfach nach Europa übertragen könne, hat ihn kein bißchen beeindruckt. Statt dessen hat er mir wiederholt erzählt, auf wie vielen Kontinenten er schon gelebt hat und wo er schon überall war - den bissigen Kommentar „Ja, und jetzt sind sie Taxifahrer, oder?” habe ich mir verkniffen. Ich habe versucht, über den mangelnden Zusammenhang zwischen Tat und Strafe zu argumentieren, da es in .de sehr lange dauert, bis Strafen auch angetreten werden müssen, doch er meinte, solange die Strafe hart genug sei, wäre es egal, eine harte Strafe sei in jedem Fall eine Abschreckung. Mein Versuch, über das soziale Umfeld zu argumentieren, stieß auf Unverständnis, er sei zwar bereit, vielen Jugendlichen aus sozial benachteiligten Kreisen eine gewisse Perspektivenlosigkeit zu unterstellen, aber gerade deswegen müssten knallhart Strafen her.
Die ganze Diskussion wurde ein bißchen unangenehm, und als ich ihn schon bitten wollte, mich einfach an Ort und Stelle aussteigen zu lassen, weil ich lieber gelaufen wäre als da weiter zu sitzen, kam mir dann zum Glück die rettende Idee: Nach einem Blick auf das Außenthermometer fragte ich, ob es eigentlich glatt sei auf den Straßen - tja, da kann ich mir echt auf die Schulter klopfen, in Deeskalation bin ich ganz groß! Und doch bleibt ein fader, schaler Beigeschmack von dieser Begegnung zurück, denn ich frage mich seitdem ständig, wie repräsentativ dieser Mann für welche Teile unsere Bevölkerung war. Strafen als Abschreckung? Meine Gott, und sowas im 21. Jahrhundert.
Euch allen trotz allem eine schöne Woche!
Digitale Dichotomie (1)
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Samstag, 19. Januar 2008
Was auch immer man bei diesem Titel denken mag - mir geht es eigentlich um etwas Triviales - nur konnte ich dem Wortspiel nicht widerstehen (wer das Hendiadyoin findet, der darf sich einen Stern ins Fleißheft malen und danach für immer schweigen - Danke!). Es soll um eine Spaltung in unserer Gesellschaft gehen, und diese Spaltung betrifft den digitalen Bereich, also die moderne Informationstechnologie. Es soll um Unterschiede im Nutzungsverhalten gehen. Und um das noch weiter zu qualifizieren: Es geht nicht so sehr um quantitative Unterschiede - es geht um die qualitativen, denn jemand, der 16 Stunden am Tag Online-Rollenspiele spielt, benutzt seinen Rechner aus Prinzip ganz anders als ein Autor, der an seinem Laptop ein Buch schreibt.
Lassen wir die Kirche aber vorerst im Dorf: Im Dezember war in Berlin ja der 24. Chaos Communication Congress. Veranstaltet wurde das ganze von Chaos Computer Club und entsprechend war auch die Themenwahl: Es ging viel um den Spaß am digitalen Gerät, es ging um Sicherheitslücken, um neue Trends bei Anonymisierungsdiensten - aber es gab z.B. auch einen Jahresrückblick für das Jahr 2007. Mein eigener kleiner Beitrag zum 24C3 war übrigens nur die Bereitstellung eines Mirrors für die Video- und Audio-Aufzeichnungen. Wen es interessiert: Insgesamt sind da bisher 2,4TB Traffic drübergegangen. Aber kehren wir mal zum Jahresrückblick zurück: Anschauen könnt ihr Euch den hier. Den Anfang könnt ihr für diesen Artikel überspringen, spult einfach vor, bis der Mensch ganz rechts im Bild erzählt, was für ein Gefühl er in letzter Zeit bei politischer Lobby-Arbeit hat. Ich mag mich da täuschen, aber das klingt doch frustriert, oder? Wie er da erzählt, daß man den Ausschuß überzeugt hat, dann aber wegen Koalitionszwang doch anders gestimmt wird. Und damit kommen wir zum eigentlichen Punkt: Da machen Menschen Gesetze. In der Theorie der demokratischen, parlamentarischen Arbeit sollte eine Fraktion dann den Empfehlungen des Ausschusses folgen. Denn zum einen sitzen in diesem Ausschuß die Leute, die sich - wenigstens ein bißchen - auskennen, auf der anderen Seite gibt es in diesen Ausschüssen auch regelmäßig Anhörungen von Experten - und damit, so die Theorie, kann man dann eine wirkliche Entscheidung im Sinne des Volkes treffen.
So, und jetzt sehen wir uns mal unsere neuen Sicherheitsgesetze an, biometrischer Reisepaß, Online-Durchsuchungen, Quellen-TKÜV etc. pp. Auch diese Gesetze werden vom Politikern gemacht. Nur müssen wir hier fragen: Wissen diese Politiker denn, was sie da entscheiden? Oder können sie sich vorstellen, wie das die Bevölkerung betrifft? Ja, wir müssen uns fragen, ob denn die Leute, die einen Bundestrojaner favorisieren, überhaupt selbst jemals davon betroffen sein könnten. Und hier kommen wir zu den qualitativen Unterschieden. Schauen wir uns einmal an, wofür ich meinen Rechner benutze, und zwar ganz einfach, in dem ich jetzt gerade mal die geöffneten Anwendungen durchsehe. Da hätten wir natürlich einen Browser, klar, sonst könnte ich diesen Artikel nicht schreiben. Würde mein Rechner abgehört, so wüßte man also ganz genau, auf welche Seiten ich im Internet zugreife. Damit wäre es dann schonmal keine große Herausforderung mehr, meine politische Ausrichtung festzustellen, meine Hobbies oder meine Vorstellung von Humor. Weiterhin sind ein Mailclient offen und ein Instant Messenger. Und hier wird es bereits problematisch: Wenn ich überwacht werden würde, dann würde das ja wohl geschehen, weil irgendwer einen wie auch immer gerarteten Verdacht gegen mich hegt. Und damit würden, ganz ohne mein Zutun auch die Menschen verdächtig, mit denen ich kommuniziere. Wer das für weit her geholt hält, der möge sich das Chaosradio 128 anhören. Würde ich wollen, das Leute, die ich nur aus dem Netz kenne und eher flüchtig, sich plötzlich im Visier der Ermittlungsbehörden wiederfinden?
Aber es kommt noch schlimmer. Auf meinem Desktop läuft auch ein Parallels Desktop, in diesem ein Windows XP und darin wiederum ein Visio 2007. Geöffnet ist hier gerade eine Netzwerkübersicht eines Unternehmens aus dem Automobilbereich im Raum München. Würde ich abgehört, so könnten Dritte auf diesen Plan Zugriff nehmen. Und leider, leider sind Ermittler auch nur Menschen. Und obwohl ich sowas niemals unterstellen würde - es wäre zumindest theoretisch denkbar, daß diese Information von den Ermittlern ihren Weg zur Konkurrenz findet. Und das will wohl niemand, oder?
Am schlimmsten aber ist, daß derzeit auch die Software FreeMind geöffnet ist. Das ist eine Mind Mapping-Software, also ein Werkzeug, um seine Gedanken zu ordnen und Pläne und Vorgehensweisen zu formulieren bzw. darzustellen. Und wenn das jemand abhören würde, dann würde er direkt wissen, wie mein Gehirn funktioniert. Wie ich denke, plane, wie ich an Probleme herangehe. Und das ist eine Information, die ich niemals irgendjemanden freiwillig geben würde.
So nutze ich also meinen Rechner, und es gibt Menschen, die ihn noch viel intensiver benutzen. Und natürlich gebe ich freiwillig, alleine schon auf dieser Seite, immer wieder persönliche Informationen von mir Preis - aber eben nur diejenigen, die ich preisgeben will. Wie man an den vorhergehenden Absätzen gesehen hat, gibt es jedoch noch eine ganz andere Qualität von persönlichen Daten, und diese würden eben jene Politiker, über die ich eingangs geredet habe, den Ermittlern zugänglich machen.
So, und wer erinnert sich noch an die großartigen Kinderreproter, die im Bundestag diversen Minsitern und Abgeordneten Fragen zu Computern gestellt haben? Das ist die Art und Weise, wie diejenigen, die die Gesetze erlassen, mit ihren Rechnern umgehen: Sie lassen sich das Netz ausdrucken.
Wir haben eine Spaltung in der Nutzung digitaler Medien, eine Spaltung zwischen den Leuten, die Sicherheitsgesetze erlassen, die den IT-Bereich betreffen, und jenen, die sie ausbaden müssen. Sicherheit ist ein Profilierungsthema, und es wird Politik gemacht, um sich zu profilieren. Ich will nicht, daß Menschen, die nicht wissen, was ein Browser ist, Gesetze machen dürfen, die mich und die Art und Weise, wie ich meinen Computer benutze, so schwerwiegend beeinträchtigt wie ein heimliches Belauschen das tun würde.
Aber ich bin ja auch nur ein einzelner Bürger. Und wer nimmt schon auf Einzelschicksale Rücksicht?
Lassen wir die Kirche aber vorerst im Dorf: Im Dezember war in Berlin ja der 24. Chaos Communication Congress. Veranstaltet wurde das ganze von Chaos Computer Club und entsprechend war auch die Themenwahl: Es ging viel um den Spaß am digitalen Gerät, es ging um Sicherheitslücken, um neue Trends bei Anonymisierungsdiensten - aber es gab z.B. auch einen Jahresrückblick für das Jahr 2007. Mein eigener kleiner Beitrag zum 24C3 war übrigens nur die Bereitstellung eines Mirrors für die Video- und Audio-Aufzeichnungen. Wen es interessiert: Insgesamt sind da bisher 2,4TB Traffic drübergegangen. Aber kehren wir mal zum Jahresrückblick zurück: Anschauen könnt ihr Euch den hier. Den Anfang könnt ihr für diesen Artikel überspringen, spult einfach vor, bis der Mensch ganz rechts im Bild erzählt, was für ein Gefühl er in letzter Zeit bei politischer Lobby-Arbeit hat. Ich mag mich da täuschen, aber das klingt doch frustriert, oder? Wie er da erzählt, daß man den Ausschuß überzeugt hat, dann aber wegen Koalitionszwang doch anders gestimmt wird. Und damit kommen wir zum eigentlichen Punkt: Da machen Menschen Gesetze. In der Theorie der demokratischen, parlamentarischen Arbeit sollte eine Fraktion dann den Empfehlungen des Ausschusses folgen. Denn zum einen sitzen in diesem Ausschuß die Leute, die sich - wenigstens ein bißchen - auskennen, auf der anderen Seite gibt es in diesen Ausschüssen auch regelmäßig Anhörungen von Experten - und damit, so die Theorie, kann man dann eine wirkliche Entscheidung im Sinne des Volkes treffen.
So, und jetzt sehen wir uns mal unsere neuen Sicherheitsgesetze an, biometrischer Reisepaß, Online-Durchsuchungen, Quellen-TKÜV etc. pp. Auch diese Gesetze werden vom Politikern gemacht. Nur müssen wir hier fragen: Wissen diese Politiker denn, was sie da entscheiden? Oder können sie sich vorstellen, wie das die Bevölkerung betrifft? Ja, wir müssen uns fragen, ob denn die Leute, die einen Bundestrojaner favorisieren, überhaupt selbst jemals davon betroffen sein könnten. Und hier kommen wir zu den qualitativen Unterschieden. Schauen wir uns einmal an, wofür ich meinen Rechner benutze, und zwar ganz einfach, in dem ich jetzt gerade mal die geöffneten Anwendungen durchsehe. Da hätten wir natürlich einen Browser, klar, sonst könnte ich diesen Artikel nicht schreiben. Würde mein Rechner abgehört, so wüßte man also ganz genau, auf welche Seiten ich im Internet zugreife. Damit wäre es dann schonmal keine große Herausforderung mehr, meine politische Ausrichtung festzustellen, meine Hobbies oder meine Vorstellung von Humor. Weiterhin sind ein Mailclient offen und ein Instant Messenger. Und hier wird es bereits problematisch: Wenn ich überwacht werden würde, dann würde das ja wohl geschehen, weil irgendwer einen wie auch immer gerarteten Verdacht gegen mich hegt. Und damit würden, ganz ohne mein Zutun auch die Menschen verdächtig, mit denen ich kommuniziere. Wer das für weit her geholt hält, der möge sich das Chaosradio 128 anhören. Würde ich wollen, das Leute, die ich nur aus dem Netz kenne und eher flüchtig, sich plötzlich im Visier der Ermittlungsbehörden wiederfinden?
Aber es kommt noch schlimmer. Auf meinem Desktop läuft auch ein Parallels Desktop, in diesem ein Windows XP und darin wiederum ein Visio 2007. Geöffnet ist hier gerade eine Netzwerkübersicht eines Unternehmens aus dem Automobilbereich im Raum München. Würde ich abgehört, so könnten Dritte auf diesen Plan Zugriff nehmen. Und leider, leider sind Ermittler auch nur Menschen. Und obwohl ich sowas niemals unterstellen würde - es wäre zumindest theoretisch denkbar, daß diese Information von den Ermittlern ihren Weg zur Konkurrenz findet. Und das will wohl niemand, oder?
Am schlimmsten aber ist, daß derzeit auch die Software FreeMind geöffnet ist. Das ist eine Mind Mapping-Software, also ein Werkzeug, um seine Gedanken zu ordnen und Pläne und Vorgehensweisen zu formulieren bzw. darzustellen. Und wenn das jemand abhören würde, dann würde er direkt wissen, wie mein Gehirn funktioniert. Wie ich denke, plane, wie ich an Probleme herangehe. Und das ist eine Information, die ich niemals irgendjemanden freiwillig geben würde.
So nutze ich also meinen Rechner, und es gibt Menschen, die ihn noch viel intensiver benutzen. Und natürlich gebe ich freiwillig, alleine schon auf dieser Seite, immer wieder persönliche Informationen von mir Preis - aber eben nur diejenigen, die ich preisgeben will. Wie man an den vorhergehenden Absätzen gesehen hat, gibt es jedoch noch eine ganz andere Qualität von persönlichen Daten, und diese würden eben jene Politiker, über die ich eingangs geredet habe, den Ermittlern zugänglich machen.
So, und wer erinnert sich noch an die großartigen Kinderreproter, die im Bundestag diversen Minsitern und Abgeordneten Fragen zu Computern gestellt haben? Das ist die Art und Weise, wie diejenigen, die die Gesetze erlassen, mit ihren Rechnern umgehen: Sie lassen sich das Netz ausdrucken.
Wir haben eine Spaltung in der Nutzung digitaler Medien, eine Spaltung zwischen den Leuten, die Sicherheitsgesetze erlassen, die den IT-Bereich betreffen, und jenen, die sie ausbaden müssen. Sicherheit ist ein Profilierungsthema, und es wird Politik gemacht, um sich zu profilieren. Ich will nicht, daß Menschen, die nicht wissen, was ein Browser ist, Gesetze machen dürfen, die mich und die Art und Weise, wie ich meinen Computer benutze, so schwerwiegend beeinträchtigt wie ein heimliches Belauschen das tun würde.
Aber ich bin ja auch nur ein einzelner Bürger. Und wer nimmt schon auf Einzelschicksale Rücksicht?
Kreative Sprayer
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Politik & Nachrichten
Freitag, 11. Januar 2008
Ja, was sehen meine entzündeten Äuglein denn da? Da hat sich doch tatsächlich ein kreativer Vertreter der Sprayer-Fraktion an den CSU-Wahlplakaten mit Beckstein und Huber drauf zu schaffen gemacht (anklicken für eine größere Version):


„Eure Sicherheit ist unser Gefängnis. ”- sehr cool, 100% Wertung von meiner Seite aus!
„Eure Sicherheit ist unser Gefängnis. ”- sehr cool, 100% Wertung von meiner Seite aus!
Frühlingsanfang
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Politik & Nachrichten
Dienstag, 8. Januar 2008
Für diejenigen unter Euch, die entweder nicht in Südbayern leben oder die einfach nie aus dem Fenster schauen (sowas soll's ja geben!), möchte ich hier gerne bemerken: Es ist ofensichtlich Frühlingsanfang. Die Sonne scheint, es hat fast 10 Grad draußen und der Himmel ist mehr oder weniger strahlend blau.
Ich bin ja dafür, daß wir jetzt alle irgendwelche Salate und sonstige lecker Sachen vorbereiten und uns heute Abend beim Herrn M. zum Grillen treffen. Gute Idee?
Ich bin ja dafür, daß wir jetzt alle irgendwelche Salate und sonstige lecker Sachen vorbereiten und uns heute Abend beim Herrn M. zum Grillen treffen. Gute Idee?
Lasst Euch nicht BRDigen!
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Politik & Nachrichten
Mittwoch, 2. Januar 2008
Ohne Worte, einfach köstlich:
Update: Ich sehe gerade, mit den Kleinbuchstaben im Titel, da geht ein Teil des Witzes verloren, eigentlich sollte da „BRDigen” (beerdigen halt) stehen...
Update: Ich sehe gerade, mit den Kleinbuchstaben im Titel, da geht ein Teil des Witzes verloren, eigentlich sollte da „BRDigen” (beerdigen halt) stehen...
10 Monate Tarifstreit der Lokführer
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Politik & Nachrichten
Montag, 17. Dezember 2007
Hätte ich im ersten Monat des Streiks ein Kind gezeugt, es wäre wohl mittlerweile schon auf der Welt. Es bleibt ein fader Nachgeschmack, ein Tarifstreit, auf dem Rücken der Kunden ausgetragen. Ein Tarifstreit, der viel dazu beigetragen hat, die Positionen der Gewerkschaften zu schwächen. Eine Gewerkschaft, die es nicht geschafft hat, aus einer Position der Stärke heraus zu verhandeln. Ich bin ja wirklich gespannt, wie das nächstes Jahr weitergeht.
Die Macher des Satire-Magazins Titanc bringen übrigens schön auf den Punkt, was uns die neuen, biometrischen Reisepässe wirklich bringen:

Euch allen eine angenehme (letzte?) Arbeitswoche für dieses Jahr!
Die Macher des Satire-Magazins Titanc bringen übrigens schön auf den Punkt, was uns die neuen, biometrischen Reisepässe wirklich bringen:

Euch allen eine angenehme (letzte?) Arbeitswoche für dieses Jahr!
Siemens und die Korruption
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Politik & Nachrichten
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Die Basler Zeitung hat einen kurzen Bericht über die derzeitige Geschäftssituation von Siemens in Nigeria veröffentlicht. Ich zitiere:
Oh man. Ich weiß ja nicht, wie ihr das so seht, aber ich hätte jetzt so ganz spontan vermutet, daß man das evt. in Nigeria nicht ganz so eng sieht mit Korruption. Anscheinend habe ich mich da von einem Vorurteil leiten lassen. Oder, um Fefe zu zitieren:
Stellt sich die Frage, was uns Initiativen wie das KonTraG und Basel II eigentlich bis jetzt gebracht haben. Aber diese Frage stellt sich uns ja nicht erst seit gestern, oder?
QUOTE:
Solange die Ermittlungen zum Vorwurf der Schmiergeldzahlung andauerten, werde Nigeria keine Geschäfte mehr mit Siemens machen, sagte der für Telekommunikation zuständige Minister John Odey am Mittwoch.
Oh man. Ich weiß ja nicht, wie ihr das so seht, aber ich hätte jetzt so ganz spontan vermutet, daß man das evt. in Nigeria nicht ganz so eng sieht mit Korruption. Anscheinend habe ich mich da von einem Vorurteil leiten lassen. Oder, um Fefe zu zitieren:
QUOTE:
Oh Mann. Du weißt, daß du wirklich ein Korruptionsproblem hast, wenn Nigeria mit dir keine Geschäfte mehr machen will...
Stellt sich die Frage, was uns Initiativen wie das KonTraG und Basel II eigentlich bis jetzt gebracht haben. Aber diese Frage stellt sich uns ja nicht erst seit gestern, oder?
Polylog-Beitrag zur Überwachung von Andrej H.
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Politik & Nachrichten
Sonntag, 11. November 2007
Kein schönes Thema für einen Sonntag - der eigentlich total gemütlich wäre, so im Wohnzimmer im Warmen sitzend, mit einem guten Buch in der Hand und dem Regen lauschend, der von draußen an die Fenster klopft - aber doch ein notwendiges: Ich hatte ja schon berichtet, daß die Partnerin von Andrej Holm ein eigenes Blog betreibt. Jetzt hat Polylog einen Videobeitrag über das Leben der beiden mit der Vollüberwachung gedreht. Und er ist gut geworden.
Ohne weitere Kommentare:
polylog Terror ueberwachung @ www.polylog.tv/videothek
Wie lange soll es noch dauern, bis wir den Gummiparagraphen 129a endlich los sind? Und wenn wir schon dabei sind - Schäuble mit seinem Hitler-Vergleich gleich mit? Oder den neuen 202c? Langsam wird der Gedanke ans Auswandern immer attraktiver.
Euch noch einen schönen Sonntag.
Ohne weitere Kommentare:
polylog Terror ueberwachung @ www.polylog.tv/videothek
Wie lange soll es noch dauern, bis wir den Gummiparagraphen 129a endlich los sind? Und wenn wir schon dabei sind - Schäuble mit seinem Hitler-Vergleich gleich mit? Oder den neuen 202c? Langsam wird der Gedanke ans Auswandern immer attraktiver.
Euch noch einen schönen Sonntag.
Und da war sie durch...
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Politik & Nachrichten
Freitag, 9. November 2007
Tja, wer hätte es gedacht - die Vorratsdatenspeicherung ist beschlossene Sache. Die Debatten konnte man ja live im Fernsehen auf Phoenix verfolgen (oder via Internet über deren Live-Stream), ab 14:00 Uhr, als es zur eigentlichen Abstimmung kam, hat Phoenix leider woanders hin geschaltet und so blieb uns nur der bis zur Unbenutzbarkeit überlastete Livestream des Bundestages - wenn jemand die eigentliche Abstimmung aufgezeichnet hat, ich werde die hier gerne hosten. Es bleibt ein sehr schaler Beigeschmack zurück - und die Hoffnung, daß die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten vielleicht doch Wirkung zeigt und das Bundesverfassungsgericht die Richtlinie doch noch kippt.
Update 14:29 Uhr: Ja-Stimmen: 366, Nein-Stimmen: 156, Enthaltungen: 2
Im IRC habe ich gerade von Sebastian erfahren, daß die Leute vom AK VDS wohl mittendrin gebeten wurden, den Bundestag zu verlassen. Ich kann das momentan nicht verifizieren, ich halte Euch aber auf dem Laufenden!
Das einzig positive an diesem Tag ist bisher, daß endlich die DVD des einen Films angekommen ist, auf die ich so lange gewartet habe.
Euch allen ein angenehmes und erholsames Wochenende!
Update 14:29 Uhr: Ja-Stimmen: 366, Nein-Stimmen: 156, Enthaltungen: 2
Im IRC habe ich gerade von Sebastian erfahren, daß die Leute vom AK VDS wohl mittendrin gebeten wurden, den Bundestag zu verlassen. Ich kann das momentan nicht verifizieren, ich halte Euch aber auf dem Laufenden!
Das einzig positive an diesem Tag ist bisher, daß endlich die DVD des einen Films angekommen ist, auf die ich so lange gewartet habe.
Euch allen ein angenehmes und erholsames Wochenende!
Verhüllt Euer Anlitz
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Donnerstag, 8. November 2007
Wer sich wundert, warum diese Seite sich selbst beim ersten Aufruf verhüllt präsentiert, der möge dies bitte beim Arbeitskreis Vorratdsdatenspeicherung nachlesen.
Irgendwie war es klar, daß all' unser Protestieren nichts bringt. Zu sagen, daß das frustrierend ist, hat eine ähnliche Qualität, als würde man die Anden als „Hügelkette” bezeichnen.
Irgendwie war es klar, daß all' unser Protestieren nichts bringt. Zu sagen, daß das frustrierend ist, hat eine ähnliche Qualität, als würde man die Anden als „Hügelkette” bezeichnen.
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