Es ist drei Uhr morgens...
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Politik & Nachrichten
Montag, 28. April 2008
Ok, das stimmt gar nicht. Es ist natürlich nicht drei Uhr morgens, vielmehr wird es gleich sieben Uhr sein. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht eigentlich nur um den Werbespot von Hillary Clinton - für diejenigen, die ihn nicht kennen: Einfach hier klicken.
Wenn man sich in den U.S. of A. evt. nicht so gut auskennt, wird man erst mal nicht verstehen, daß dieser Spot nicht nur eine vordergründige Aussage enthält (wählt Hillary, weil sie erfahrener ist etc.), sondern auch eine Anspielung darstellt. Um genauer zu sein werden Amerikaner bei den beiden süß schlafenden Kindern sofort an ein „public service announcement” denken. Dabei handelt es sich um eine amerikanische Eigenart, zu der man hier in Deutschland keine direkte Entsprechung kennt. Bekannt geworden ist z.B. der Satz It's 10pm - do you know where your children are?, der über zwei Jahrzehnte lang vor den 22:00 Uhr-Nachrichten ausgestrahlt wurde.
Und da es sich bei diesen PSAs eben fast schon um eine Art Institution handelt, war ja klar, daß da früher oder später die tollsten Parodien erscheinen werden. Die bisher beste, die ich finden konnte, gibt es hier. Viel Spaß beim Anschauen!
Ich wünsche Euch eine angenehme und nicht zu anstrengende Woche - und werde mich jetzt zu den (für mich uncharakteristischen) Klängen von KT Tunstalls „Black Horse & The Cherry Tree” erneut in den Kampf stürzen.
Wenn man sich in den U.S. of A. evt. nicht so gut auskennt, wird man erst mal nicht verstehen, daß dieser Spot nicht nur eine vordergründige Aussage enthält (wählt Hillary, weil sie erfahrener ist etc.), sondern auch eine Anspielung darstellt. Um genauer zu sein werden Amerikaner bei den beiden süß schlafenden Kindern sofort an ein „public service announcement” denken. Dabei handelt es sich um eine amerikanische Eigenart, zu der man hier in Deutschland keine direkte Entsprechung kennt. Bekannt geworden ist z.B. der Satz It's 10pm - do you know where your children are?, der über zwei Jahrzehnte lang vor den 22:00 Uhr-Nachrichten ausgestrahlt wurde.
Und da es sich bei diesen PSAs eben fast schon um eine Art Institution handelt, war ja klar, daß da früher oder später die tollsten Parodien erscheinen werden. Die bisher beste, die ich finden konnte, gibt es hier. Viel Spaß beim Anschauen!
Ich wünsche Euch eine angenehme und nicht zu anstrengende Woche - und werde mich jetzt zu den (für mich uncharakteristischen) Klängen von KT Tunstalls „Black Horse & The Cherry Tree” erneut in den Kampf stürzen.
Gestatten, Waterboarding...
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Politik & Nachrichten
Donnerstag, 24. April 2008
Dieser Spiegel Online-Artikel präsentiert uns eine Vorveröffentlichung eines Videos von Amnesty International, in dem gezeigt wird, was „Waterboarding” eigentlich ist. Das ganze hat mich wirklich geschockt, meine Empfehlung lautet: Nicht anschauen, wenn Ihr noch nicht gefrühstückt habt oder das Frühstück erst kurz hinter Euch liegt. Ich weiß gerade gar nicht so recht, was ich dazu schreiben soll - das ist eine so dermaßen grausame Art der Folter, sowas dürfte es gar nicht geben.
Queen. „Another one bites the dust” - als Endlosschleife (na ja, drei Mal halt, ist ja nicht weit).
Nachtrag: Wer suchet, der findet.
Nachtrag 2: Und findet.
Nachtrag 3: Und findet noch mehr.
Queen. „Another one bites the dust” - als Endlosschleife (na ja, drei Mal halt, ist ja nicht weit).
Nachtrag: Wer suchet, der findet.
Nachtrag 2: Und findet.
Nachtrag 3: Und findet noch mehr.
Gott erschuf die Welt in 6 Tagen - oder?
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Politik & Nachrichten
Dienstag, 22. April 2008
Um es mal ganz klar zu sagen: Ich halte Kreationisten in ihrer Gesamtheit, also die Bewegung, nicht unbedingt die einzelnen Mitglieder, die sich ihr zuordnen würden, für nicht ernst zu nehmende, verbohrte und in manchen Gegenden der Welt viel zu einflußreiche Menschen. Falls hier jemand parallelen zu islamischen Fundamentalisten sieht - von mir aus könnt ihr diesen Vergleich gerne ziehen. Es ist ja nun nicht so, daß es nur diejenigen sind, die von der Kirche - irgendeiner Kirche - berufen wurden, die immer wieder durch ihr Beispiel zeigen, wozu Glaube, auch christlicher Glaube, führen kann.
Was mich an dieser Bewegung wütend macht, ist die ganze Energie, die so viele Anhänger dieser „Lehre” aufwenden, um viele Jahrhunderte der Wissenschaft, der Forschung und der Aufklärung - damit ist jetzt die philosophische Richtung gemeint
- in einer Art und Weise zu verbiegen, oder bei Bedarf zu diskreditieren, die sie passend werden läßt für ihre Art und Weise, die Welt zu erklären. Wenn ich dann höre, daß in westlichen Industrienationen die Schöpfungsgeschichte teilweise den gleichen Stellenwert im Unterricht an Schulen genießt wie die Evolutionstheorie, dann dreht sich mir der Magen um. Ja, natürlich, es sind - gerade auch bei Themen Evolution oder Kosmologie - noch längst nicht alle wissenschaftlichen Fragestellungen zufriedenstellend beantwortet. Aber sich der kreationistischen Sichtweise hinzugeben und zu argumentieren, daß die Wissenschaft keine schlüssige Antwort liefern kann und deswegen darauf hinzuweisen, daß die eigene Erklärung vollständiger und umfassender - was natürlich stimmt, denn sie ist ja trivial - und damit ganz klar „richtiger” ist, das ist einfach ein Schlag in's Gesicht all der Menschen, die sich seit Jahrhunderten darum bemüht haben und auch jetzt noch bemühen, die Welt zu erklären. Und darum, mit Kants Worten, die eindringliche Erinnerung:
Hört nicht auf, zu denken. Religion hat den Menschen immer nur Leid gebracht, und angesichts der ungelösten „großen” Fragen zu verzweifeln und sich auf das falsche Verständnis eines Buches, welches selbst der Kirche angehörige Historiker schon lange vom Mythos befreit haben, zurück zu ziehen, wird nur wieder Leid hervorbringen. Oder klarer formuliert: Gott ist weder die Antwort noch die Lösung.
Genug der ernsten Worte, ich habe auch noch was zum Lachen mitgebracht: Diese Kreationisten-Webseite (von Kreationisten für Kreationisten) erklärt (auf Englisch) in höchst amüsanter Weise - gut, das kommt mir jetzt vielleicht nur so vor
- welche Argumente ein echter „Apostel der neuen Rückständigkeit” besser nicht verwenden sollte, da man sich zu leicht damit tut, sie zu entkräften und die „Bewegung” dadurch Schaden nimmt.
Und während ich mich jetzt auf den Weg mache, werde ich mir den Kopf über die feine Ironie zwischen diesem Artikel und der Tatsache, daß mein iPod mich mit Haydns „Missa in tempore belli” beschallt, ganz bestimmt nicht allzu sehr zerbrechen. Euch einen angenehmen Tag.
Was mich an dieser Bewegung wütend macht, ist die ganze Energie, die so viele Anhänger dieser „Lehre” aufwenden, um viele Jahrhunderte der Wissenschaft, der Forschung und der Aufklärung - damit ist jetzt die philosophische Richtung gemeint
QUOTE:
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!” ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
Hört nicht auf, zu denken. Religion hat den Menschen immer nur Leid gebracht, und angesichts der ungelösten „großen” Fragen zu verzweifeln und sich auf das falsche Verständnis eines Buches, welches selbst der Kirche angehörige Historiker schon lange vom Mythos befreit haben, zurück zu ziehen, wird nur wieder Leid hervorbringen. Oder klarer formuliert: Gott ist weder die Antwort noch die Lösung.
Genug der ernsten Worte, ich habe auch noch was zum Lachen mitgebracht: Diese Kreationisten-Webseite (von Kreationisten für Kreationisten) erklärt (auf Englisch) in höchst amüsanter Weise - gut, das kommt mir jetzt vielleicht nur so vor
Und während ich mich jetzt auf den Weg mache, werde ich mir den Kopf über die feine Ironie zwischen diesem Artikel und der Tatsache, daß mein iPod mich mit Haydns „Missa in tempore belli” beschallt, ganz bestimmt nicht allzu sehr zerbrechen. Euch einen angenehmen Tag.
Knapp am Stromausfall vorbei?
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Politik & Nachrichten
Donnerstag, 10. April 2008
Die russische Zeitung RIA Novosti hat einen sehr interessanten Artikel auf ihrer Webseite veröffentlicht, in dem der schweizerische Forscher Michael Dittmar vom Züricher Institut für Elementarteilchen-Physik feststellt, daß Westeuropa - genauer wohl das westeuropäische Verbundnetz der Stromversorger - letzten Winter nur sehr knapp an einem Totalausfall vorbeigeschrammt ist - ein paar mehr kalte Tage wären alles gewesen, was es gebraucht hätte:
Leider war es mir bisher nicht möglich, den Originalartikel zu finden, wer mir da zuvorkommt, meldet sich bitte. Denn ohne selbigen wirkt die genannte Quelle, vor allem, wenn man sich die letzten zwei Absätze genauer ansieht, doch irgendwie unglaubwürdig. Sowjet-Propaganda, anyone?
Noch ein Tag bis zum Wochenende!
Nachtrag: Im aktuellen Spiegel findet sich ein Artikel, bei dem es um die zukünftige Gestaltung der Strompreise für Privathaushalte geht. Und auch die erwähnen den bei RIA Novosti genannten 17. Dezember - da seien die Strompreise an den Energiebörsen nämlich auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Zumindest der Teil scheint also zu stimmen - und trotzdem bin ich noch mißtrauisch
Nachtrag 2: Gefunden! Und siehe da, die Zeitung hat wirklich unklar zitiert - der Absatz mit den Kerzen bezog sich auf eine Verhaltensempfehlung, nämlich ein paar Tipps, wie man sich auf einen möglichen Blackout vorbereiten soll - nicht, um selbigen zu vermeiden. Und wenn ich mir den Absatz ansehe, dann war der bestimmt für ein paar Lacher gut und ist wohl durchaus auch humoristisch (trotzdem jedoch, leider, ernst) gemeint.
QUOTE:
„Die Angaben der UCTE über die Kapazitätsreserven zeigen, dass im Laufe des Winters 2007/2008 nur einige kalte Wintertage in Westeuropa zu sehr unangenehmen Problemen der Energieversorgung während der Spitzenbelastungszeiten am Abend in Frankreich und den Nachbarländern hätten führen können”, schreibt Dittmar in einem Bericht, der auf der Webseite der elektronischen Bibliothek der Cornell University veröffentlicht wurde.
Leider war es mir bisher nicht möglich, den Originalartikel zu finden, wer mir da zuvorkommt, meldet sich bitte. Denn ohne selbigen wirkt die genannte Quelle, vor allem, wenn man sich die letzten zwei Absätze genauer ansieht, doch irgendwie unglaubwürdig. Sowjet-Propaganda, anyone?
Noch ein Tag bis zum Wochenende!
Nachtrag: Im aktuellen Spiegel findet sich ein Artikel, bei dem es um die zukünftige Gestaltung der Strompreise für Privathaushalte geht. Und auch die erwähnen den bei RIA Novosti genannten 17. Dezember - da seien die Strompreise an den Energiebörsen nämlich auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Zumindest der Teil scheint also zu stimmen - und trotzdem bin ich noch mißtrauisch
Nachtrag 2: Gefunden! Und siehe da, die Zeitung hat wirklich unklar zitiert - der Absatz mit den Kerzen bezog sich auf eine Verhaltensempfehlung, nämlich ein paar Tipps, wie man sich auf einen möglichen Blackout vorbereiten soll - nicht, um selbigen zu vermeiden. Und wenn ich mir den Absatz ansehe, dann war der bestimmt für ein paar Lacher gut und ist wohl durchaus auch humoristisch (trotzdem jedoch, leider, ernst) gemeint.
Politiker, Internet - kleiner Nachtrag
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Politik & Nachrichten
Donnerstag, 31. Januar 2008
Ich hatte ja schon darüber berichtet, aber ein ganz krasses Beispiel dafür, wie Politiker mit dem Internet umgehen, möchte ich hier noch schnell präsentieren: Schaut Euch mal die Seite über/von Herrn MDB Johannes Singhammer bei abgeordnetenwatch.de an. Die ganzen Nullantworten, die er sein Büro abgeben lässt.
Noch Fragen, Kienzle? Keine, Hauser!
Noch Fragen, Kienzle? Keine, Hauser!
Loser, ganz klar...
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Politik & Nachrichten
Montag, 28. Januar 2008
Ich hasse Wahlabende. Wahlabende sind eine einzige Heuchelei. Fast nie hat einer unserer Kasperl, äh, Verzeihung, Politiker auch wirklich den A*sch in der Hose, sich vor die Kameras zu stellen und zu sagen: „Ja, wir haben hier verloren, und die Gründe liegen nicht nur in unseren Wahlkampfthemen, der Situation auf Bundesebene und meiner Person, sondern auch in der schlechten Arbeit und den mangelden Ergebnissen, die wir in der Landespolitik geleistet haben.” Und gerade wenn man sich Hessen ansieht und liest, was da mit den Wahlcomputern so abgelaufen ist, z.B. bei Knowledge Brings Fear oder netzpolitik.org, dann wird einem eh etwas kalt im Bauch.
Anyways - die Online-Sparte des Stern versucht natürlich auch, über die Wahl zu berichten, aber anscheinend sind da am Sonntag nur die Praktikanten da, anders ist es wohl kaum erklären, daß die da eine FDP- mit einer CDU-Wahlveranstaltung verwechseln:

Irgendwer muß den Stern.de-Mitarbeitern mal einen Hinweis geben, was der in gelb-blau gehaltene Raum im Hintergrund des Photos bedeutet. Loser, ja ne, ist klar, oder?
Euch allen eine schöne Woche!
Anyways - die Online-Sparte des Stern versucht natürlich auch, über die Wahl zu berichten, aber anscheinend sind da am Sonntag nur die Praktikanten da, anders ist es wohl kaum erklären, daß die da eine FDP- mit einer CDU-Wahlveranstaltung verwechseln:

Irgendwer muß den Stern.de-Mitarbeitern mal einen Hinweis geben, was der in gelb-blau gehaltene Raum im Hintergrund des Photos bedeutet. Loser, ja ne, ist klar, oder?
Euch allen eine schöne Woche!
Demokratie im Freistaat (2)
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Politik & Nachrichten
Freitag, 25. Januar 2008
Tja, so ein Pech - gerade schrieb ich noch von Bayerns Abhörplänen, und kaum zwei Tage später fällt das Dokument, das den Einsatz des Trojaners zum Abhören von Skype genau beschreibt, doch dummerweise dem CCC in die Hände (lokale Sicherungskope).
Tja, da wird sich bestimmt jemand ärgern.
Tja, da wird sich bestimmt jemand ärgern.
Demokratie im Freistaat
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Politik & Nachrichten
Mittwoch, 23. Januar 2008
Bayern ist zunächst einmal das reichste Bundesland - das habe ich heute im ÖPNV gehört. Bayern hat einen Innenminister mit Namen Joachim Herrmann von der, wie sollte es anders sein, CSU. Und dieser Mann hat vor kurzem einen Vorstoß gewagt und gesagt, wenn man sich auf Bundesebene halt nicht dazu entschließen könne, Online-Durchsuchungen endlich gesetzlich zu regeln, dann würden die Bayern das eben selbst klären.
Vollends zur Farce wird diese Aussage jedoch, wenn man im Landtag den Abgeordneten die Auskunft verweigert, was da eigentlich so geplant ist und was das bisher schon gelaufen ist.
Vielleicht wären wir Bayern ja doch mit einem König besser dran...
Update: Genauso lächerlich ist die Forderung von Beckstein, allen Bundesländern einen totalen Schuldenstopp zu verordnen. Meine Fresse, drehen die jetzt alle hohl?!?
Vollends zur Farce wird diese Aussage jedoch, wenn man im Landtag den Abgeordneten die Auskunft verweigert, was da eigentlich so geplant ist und was das bisher schon gelaufen ist.
Vielleicht wären wir Bayern ja doch mit einem König besser dran...
Update: Genauso lächerlich ist die Forderung von Beckstein, allen Bundesländern einen totalen Schuldenstopp zu verordnen. Meine Fresse, drehen die jetzt alle hohl?!?
Leitzins tatsächlich gesenkt
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Politik & Nachrichten
Mittwoch, 23. Januar 2008
Während ich gestern Morgen noch darüber spekuliert habe, ob die US-Notenbank wohl wirklich die Leitzinsen senken wird. Und siehe da, sie haben genau das getan. Nun habe ich wie gesagt keine Ahnung von der Börse, aber ich habe mal Makroökonomie bei Professor Neumann gehört. Eine der ersten Lektionen da, nachdem wir uns durch diverse Marktmodelle gewühlt hatten und mir ganz warm um's Herz wurde angesichts der ganzen Differentialgleichungen, war die Entstehung von Geld. Und da hat der gute Mann uns ganz klar vorgeführt, daß Geld im Prinzip durch Kredite entsteht. Natürlich nicht durch jede Art von Krediten, wenn ich also mein Konto mal überziehe, dann entsteht dadurch nicht wirklich neues Geld. Aber die Kredite, die von Geschäftsbanken vergeben werden, und natürlich diejenigen, die von den Zentral- oder Notenbanken an die Geschäftsbanken gewährt werden, durch die entsteht Geld aus dem Nichts. Das ist soweit erstmal recht praktisch, denn ohne Austausch von Zahlungsmitteln gibt es keine Volkswirtschaft. Und interessanterweise verschwindet Geld auch wieder, wenn die entsprechenden Kredite getilgt werden. Aber jeder, der schon einmal einen Kredit in Anspruch nehmen mußte, weiß, daß ein Kredit mit Zinsen verbunden ist: Man zahlt mehr Geld zurück, als man sich geliehen hat. Und hier ist der Knackpunkt des ganzen: Dieses zusätzliche Geld muß ja auch irgendwie entstehen - und das tut es natürlich auch durch Kredite. Wenn jetzt also die Leitzinsen hoch sind, dann werden weniger Kredite vergeben und es entsteht weniger Geld, das neue Geld wird also „teurer”. Geht nun eine Institution wie die US-Notenbank hin und senkt den Leitzinssatz um spektakuläre 0,75 Prozentpunkte, so wird das neue Geld „billiger”. Das ist kurzfristig erstmal nicht schlecht, denn dann haben Unternehmer die Möglichkeit, sich selbst mehr Geld zu beschaffen, dieses zu investieren und so die Volkswirtschaft anzukurbeln. Langfristig aber wird dadurch die Menge des gesamten Geldes erhöht und die einzelnen Zahlungseinheiten werden weniger Wert. Genau dies hat die US-Notenbank also gestern getan: Man hat, um einem drohenden Zusammenbruch der Börsen, dem weite Teile der Wirtschaft bestimmt gefolgt wären, wir kennen das ja noch, einen Schutzwall aus billigem Geld errichtet.
Warum mich das nicht glücklich macht, obwohl es doch anscheinend funktioniert hat? Tja, das hat mit Präsident Nixon zu tun - der hat nämlich am 15. August 1971 die Garantie aufgehoben, daß man jederzeit 35 Dollar gegen eine Unze Feingold eintauschen könne (diese Garantie wurde zuletzt 1944 durch das Abkommen von Bretton-Woods nach dem zweiten Weltkrieg erneuert). Somit steht dem Papierwert des Dollars heutzutage definitiv kein Edelmetall mehr gegenüber, sprich, es sind deutlich mehr Dollar in Umlauf als die USA an Goldreserven besitzen. Nehmen wir nun diese Tatsache und vergegenwärtigen wir uns gleichzeitig, das der US-Dollar nach dem zweiten Weltkrieg ganz klar die neue Leitwährung auf den internationalen Märkten wurde. Wenn man jetzt die USA regiert, ist diese Konstellation unheimlich praktisch: Wenn ich meine Wirtschaft ankurbeln will, dann sorge ich nämlich einfach dafür, daß es mehr Dollar gibt. Daß diese auf lange Sicht durch Kredit entstehen, kann mir dabei mittelfristig egal sein, denn der Rest der Welt ist natürlich heiß darauf, sich für den internationalen Zahlungsverkehr ein Devisenpolster in Form meiner Schulden-Dollar zuzulegen, und so habe ich kein Problem damit, meine erhöhte Geldmenge an den Mann zu bringen. Ich kann also z.B. mein Erdöl mit Dollarkrediten bezahlen, die bestimmt nie befriedigt werden, die aber in den Büchern der Verkäufer als solide Devisenreserven auftauchen. Das ganze funktioniert, solange diese Drittländer noch vertrauen in meine Währung haben.
Und genau hier liegt das Problem - viele Länder sind eben mittlerweile nicht mehr bereit, diesen Pump-Kapitalismus zu finanzieren, denn sie sehen, daß ihre riesigen Dollar-Reserven, egal ob realisiert oder nur als Verpflichtung vorhanden, immer weniger wert werden. Und dann versuchen sie logischerweise, andere Währungen zu kaufen. Diese Bewegung weg vom Dollar beschleunigt natürlich dessen Entwertung, was wir alle bemerken, wenn wir uns den derzeitigen Wechselkurs z.B. zwischen Dollar und Euro ansehen. Kurzfristig, ja vielleicht sogar mittelfristig, ist das für Exportwirtschaften wie die Bundesrepublik Deutschland erstmal nicht so schlimm, denn nur ganz schlimme Narren machen Geschäfte mit dem Ausland, ohne sich bei diversen (Rück-)Versicherern gegen Währungsschwankungen abzusichern. Aber natürlich wird die dafür fällige Versicherungsgebühr höher, je schneller der Dollar eben abstürzt. Um nun eine Währung zu stablisieren, erhöht eine Zentralbank normalerweise die Leitzinsen - denn wie wir bereits wissen, wird damit die Entstehung neuen Geldes gebremst.
Tja, und genau das hat die US-Notenbank nicht getan. Mit der Leitzinssenkung hat man vielleicht kurzfristig das Schlimmste abgewendet, aber die Spirale, mit der der Dollar immer weniger wert wird, dreht sich jetzt wieder ein bißchen schneller. Und wer mag, der kann jetzt Google bemühen und einmal nachforschen, wieviele Länder gerne aus ihren Dollar-Geschäften aussteigen würde.
Und dann versteht ihr vielleicht, warum ich mir große Sorgen mache.
Warum mich das nicht glücklich macht, obwohl es doch anscheinend funktioniert hat? Tja, das hat mit Präsident Nixon zu tun - der hat nämlich am 15. August 1971 die Garantie aufgehoben, daß man jederzeit 35 Dollar gegen eine Unze Feingold eintauschen könne (diese Garantie wurde zuletzt 1944 durch das Abkommen von Bretton-Woods nach dem zweiten Weltkrieg erneuert). Somit steht dem Papierwert des Dollars heutzutage definitiv kein Edelmetall mehr gegenüber, sprich, es sind deutlich mehr Dollar in Umlauf als die USA an Goldreserven besitzen. Nehmen wir nun diese Tatsache und vergegenwärtigen wir uns gleichzeitig, das der US-Dollar nach dem zweiten Weltkrieg ganz klar die neue Leitwährung auf den internationalen Märkten wurde. Wenn man jetzt die USA regiert, ist diese Konstellation unheimlich praktisch: Wenn ich meine Wirtschaft ankurbeln will, dann sorge ich nämlich einfach dafür, daß es mehr Dollar gibt. Daß diese auf lange Sicht durch Kredit entstehen, kann mir dabei mittelfristig egal sein, denn der Rest der Welt ist natürlich heiß darauf, sich für den internationalen Zahlungsverkehr ein Devisenpolster in Form meiner Schulden-Dollar zuzulegen, und so habe ich kein Problem damit, meine erhöhte Geldmenge an den Mann zu bringen. Ich kann also z.B. mein Erdöl mit Dollarkrediten bezahlen, die bestimmt nie befriedigt werden, die aber in den Büchern der Verkäufer als solide Devisenreserven auftauchen. Das ganze funktioniert, solange diese Drittländer noch vertrauen in meine Währung haben.
Und genau hier liegt das Problem - viele Länder sind eben mittlerweile nicht mehr bereit, diesen Pump-Kapitalismus zu finanzieren, denn sie sehen, daß ihre riesigen Dollar-Reserven, egal ob realisiert oder nur als Verpflichtung vorhanden, immer weniger wert werden. Und dann versuchen sie logischerweise, andere Währungen zu kaufen. Diese Bewegung weg vom Dollar beschleunigt natürlich dessen Entwertung, was wir alle bemerken, wenn wir uns den derzeitigen Wechselkurs z.B. zwischen Dollar und Euro ansehen. Kurzfristig, ja vielleicht sogar mittelfristig, ist das für Exportwirtschaften wie die Bundesrepublik Deutschland erstmal nicht so schlimm, denn nur ganz schlimme Narren machen Geschäfte mit dem Ausland, ohne sich bei diversen (Rück-)Versicherern gegen Währungsschwankungen abzusichern. Aber natürlich wird die dafür fällige Versicherungsgebühr höher, je schneller der Dollar eben abstürzt. Um nun eine Währung zu stablisieren, erhöht eine Zentralbank normalerweise die Leitzinsen - denn wie wir bereits wissen, wird damit die Entstehung neuen Geldes gebremst.
Tja, und genau das hat die US-Notenbank nicht getan. Mit der Leitzinssenkung hat man vielleicht kurzfristig das Schlimmste abgewendet, aber die Spirale, mit der der Dollar immer weniger wert wird, dreht sich jetzt wieder ein bißchen schneller. Und wer mag, der kann jetzt Google bemühen und einmal nachforschen, wieviele Länder gerne aus ihren Dollar-Geschäften aussteigen würde.
Und dann versteht ihr vielleicht, warum ich mir große Sorgen mache.
Talfahrt
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Dienstag, 22. Januar 2008
Ich habe das gestern ehrlich gesagt erst so gegen 11 Uhr abends erfahren, weil ich vorher den ganzen Tag keine Nachrichten gehört hatte, aber anscheinend hat es den DAX (und, glaubt man diesem Artikel, auch die Londoner Börse) gestern so richtig schlimm erwischt, so schlimm, wie seit 9/11 nicht mehr. Die Börsenfraktion der ARD hat dazu einen interessanten Beitrag, aus dem ich einmal einen Satz zitieren will:
Der Mann der da spricht, heißt Müller und ist laut deren Bericht einer der bekanntesten Händler an der Frankfurter Börse, wahrscheinlich weiß der also, was er da von sich gibt. Nun, die für mich kurzfristig gute Nachricht ist: Ich habe keine Aktien und die Fonds, an denen mir Anteile gehören, dürften groß genug sein, um die Verluste abzufedern (hoffe ich). Die schlechte Nachricht ist: Ich habe von der Börse genau gar keine Ahnung - und ich kann auch gar nicht einschätzen, wieviel an dem derzeitigen Panik-Gerede dran ist und was wir noch zu erwarten haben.
Man darf wohl gespannt bleiben!
Update: Indien, Handel an der Börse in Bombay für eine Stunde unterbrochen, der Leitindex Sensex verliert 12%, Australiens Leitindex bricht um sieben Prozent ein und der Nikkei-Index in Tokio verliert 5,7%. Houston, ich glaube, wir haben ein Problem!
Update 2: Weil wir gerade von konkurrierenden Zielen sprachen (OK, taten wir nicht, aber egal): Ziel der US-Notenbank müßte es eigentlich sein, den immer schwächer werdenden Dollar abzustützen, und das erreicht man bekanntlich durch eine Erhöhung der Leitzinsen. Um jedoch die schuldenfinanzierte US-Konjunktur zu stützen, wäre das genau das falsche Signal. Senkt die US-Notenbank also die Leitzinsen, so wird die Dollar-Inflation weiter angeheizt. Was passieren würde, wenn die EZB dem Beispiel nicht folgt, sondern versucht, die Inflation im Euro-Raum durch eine Erhöhung der Leitzinsen zu verlangsamen, das sei den geneigten Leserinnen und Lesern als Übung in Vorstellungskraft überlassen. Meiner Meinung nach hat man da momentan nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Update 3: Guckt mal zur Tagesschau. Die erklären da sehr verständlich, wie sich die Krise v.a. der Landesbanken (West, Sachsen etc.) auf private Kreditnehmer auswirkt.
QUOTE:
Die Talfahrt ist noch längst nicht beendet. Wir sehen im Moment keine Käufe, selbst die institutionellen Investoren greifen nicht zu.
Der Mann der da spricht, heißt Müller und ist laut deren Bericht einer der bekanntesten Händler an der Frankfurter Börse, wahrscheinlich weiß der also, was er da von sich gibt. Nun, die für mich kurzfristig gute Nachricht ist: Ich habe keine Aktien und die Fonds, an denen mir Anteile gehören, dürften groß genug sein, um die Verluste abzufedern (hoffe ich). Die schlechte Nachricht ist: Ich habe von der Börse genau gar keine Ahnung - und ich kann auch gar nicht einschätzen, wieviel an dem derzeitigen Panik-Gerede dran ist und was wir noch zu erwarten haben.
Man darf wohl gespannt bleiben!
Update: Indien, Handel an der Börse in Bombay für eine Stunde unterbrochen, der Leitindex Sensex verliert 12%, Australiens Leitindex bricht um sieben Prozent ein und der Nikkei-Index in Tokio verliert 5,7%. Houston, ich glaube, wir haben ein Problem!
Update 2: Weil wir gerade von konkurrierenden Zielen sprachen (OK, taten wir nicht, aber egal): Ziel der US-Notenbank müßte es eigentlich sein, den immer schwächer werdenden Dollar abzustützen, und das erreicht man bekanntlich durch eine Erhöhung der Leitzinsen. Um jedoch die schuldenfinanzierte US-Konjunktur zu stützen, wäre das genau das falsche Signal. Senkt die US-Notenbank also die Leitzinsen, so wird die Dollar-Inflation weiter angeheizt. Was passieren würde, wenn die EZB dem Beispiel nicht folgt, sondern versucht, die Inflation im Euro-Raum durch eine Erhöhung der Leitzinsen zu verlangsamen, das sei den geneigten Leserinnen und Lesern als Übung in Vorstellungskraft überlassen. Meiner Meinung nach hat man da momentan nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Update 3: Guckt mal zur Tagesschau. Die erklären da sehr verständlich, wie sich die Krise v.a. der Landesbanken (West, Sachsen etc.) auf private Kreditnehmer auswirkt.
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