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Sonntag, 10. Juni 2007
Es ist kurz vor halb elf und bis gerade habe ich "wie ein Schwein" geblutet.
Nein, keine Messerstecherei - ich bin beim Inline Skaten gestürzt. So schnell, überraschend und hart, daß ausnahmsweise doch mal was passiert ist (was mich daran erinnert, daß mein Vater mir heute am Telefon noch ans Herz gelegt hat, doch bitte immer vorsichtig zu fahren) - und vor allem war es vollkommen unnötig. Aber der Reihe nach. Wie üblich bin ich erst so ca. 15km stadtauswärts gefahren (es waren heute definitiv mehr als 15, aber ich weiß nicht genau, wieviel), dann zurück, habe mir an der Leopold im Vorbeifahren ein Eis geholt, bin einmal durch die Kauffinger Straße bis zum Stachus gefahren, habe mir kurz eine mittelprächtige Interpretation des Babiers von Sevilla angehört und wollte dann, wieder an der Leopoldstraße, zurück. Nun war heute an der Leopold ein Straßenfest - da rechnet man dann schon immer mit Kabeln, die quer über die Rad- und Fußwege liegen. Doch bei der Münchner Freiheit hat es mich erwischt - Kabel, dann runter vom Radweg, dann noch ein ein Kabel, über Kopfsteinpflaster, wieder rauf auf den Radweg, und zuletzt, völlig unbeleuchtet, nicht markiert, nicht zu sehen und riesengroß das dritte Kabel. Ich war zum Glück nicht mehr ganz so schnell wie sonst und habe auch schon oft genug den Asphalt geküßt, und wenn da, wo mein linker Ellenbogen den Asphalt nicht berührt hat, keine zerbrochene Bierflasche gelegen wäre, wäre wohl auch nichts passiert. Wie ich so auf dem Boden liege, höre ich eine besorgte Frauenstimme fragen: "Oh je, ist denn alles in Ordnung?" Als ich mühsam den Blick hebe sehe ich - wie sollte es bitte auch anders sein? - zwei junge Frauen und ringe mir die Worte "Ich glaube, bis auf meinen geknickten Stolz ist alles OK!" ab. Stolz registriere ich das Lächeln der beiden Mädels, die denn auch weitergehen - wenn ich mich auf eines verlassen kann, dann ist das mein Charme *g* - und beginne damit, aufzustehen. Dabei bemerke ich die beiden nicht allzu kleinen Löcher in meinem linken Arm. Und als ich dann das Kabel erblicke, das mich zu Fall gebracht hat, sehe ich rot und wünsche mir plötzlich, Randalierer zu sein - am besten mit einer großen Zange.
Ich bin wieder auf den Beinen, da kommen drei junge Männer, einer ebenfalls auf Skates, auf mich zu. Der auf Skates meint, daß er da vorhin selber schon beinahe gefallen wäre. Wir schwelgen kurz in "G8-Phantasien", was wir mit dem Kabel anstellen könnten. Der auf Skates wohnt übrigens in meiner Nachbarschaft. München ist halt doch nur ein Dorf.