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Freitag, 8. Juni 2007
Ich stehe mit einem unguten Gefühl im Bauch auf. So, als hätte ich etwas Wichtiges vergessen. Oder als wüßte ich, daß gleich irgendetwas Unangenehmes passiert. Während ich das Frühstück mache, achte ich also besonders auf so Kleinigkeiten wie "Herd abgeschaltet?", "Kaffeemaschine ausgesteckt?", "Milch wieder in den Kühlschrank getan?" und teste sogar, ob die Eier noch gut sind. Aber das hilft nicht viel, beim Zerschneiden der Semmeln fällt mir das Messer herunter. Grobmotoriker der ich bin, trete ich beim Versuch, meine Füße in Sicherheit zu bringen, natürlich darauf. Der Schmerz ist nicht halb so schlimm wie der Anblick des Blutes. Der - im wahrsten Sinne des Wortes - "Schock" kommt aber erst, als ich die Dusche betrete. Dazu sei gesagt, daß ich zwar gerne "kühl" Dusche, aber nicht "eiskalt". Heute Nacht muß es besonders kalt gewesen sein, denn was da aus dem Duschkopf kommt, raubt mir den Atem. Ach stimmt, jetzt weiß ich es wieder: Ein Aushang der Hausverwaltung, ab 08:00 Uhr gibt's wegen Wartungsarbeiten kein Warmwasser mehr. Ich schau auf die Uhr: Es ist noch lange vor dieser Zeit. Also hat mich Freund Murphy erwischt.
Zähneklappernd und wieder blutend steige ich aus der Dusche. Aus der Stereoanlage erklingt das "Kyrie" aus der Nelson-Messe von Haydn. Im Wandspiegel sehe ich, daß es ziemlich doof aussieht, wenn man mit Zähneklappern lächelt.