Eine tolle Sache, wenn man in der IT-Branche arbeitet, ist, wie einfach man es hat, seine eigene Leistung und die des Teams einzuschätzen. Oder genereller, innerhalb gewisser Grenzen natürlich, die IT-Strategie des Unternehmens als Ganzes. Und „Strategie” lässt sich in diesem Fall sehr einfach herunterbrechen:
QUOTE:
Wieviel Geld werfe ich welchen Leuten worfür und wie konsequent hinterher.
Mehr ist es nicht. Und in obiger „Gleichung” müssen alle Faktoren stimmen, sonst hat man die üblichen IT-Großkatastrophen am Bein (Mautbrücken, irgendwer?). Wie nun diese Selbsteinschätzung funktioniert, wollt ihr wissen? Ganz einfach: Man beobachtet die Reaktion auf Ausfälle. Eine gut laufende IT-Abteilung wird auf einen plötzlichen, großen Ausfall mit extremen Maßnahmen reagieren: Spontane Außeneinsätze, Nachtschichten, funktionierende Notfallpläne. Und die einzelnen Mitarbeiter werden diese Reaktion gerne mittragen: Es ist nicht der Normalzustand, daß sie auf ihre Nachtruhe verzichten müssen, und der Ausfall packt sie bei ihrer Ehre, so daß sie gerne bereit sind, alles dafür zu tun, um die Fehlerzustände abzustellen. Als Faustregel mag gelten, daß man, wenn man im Fall des Falles von allen Seiten die Frage „Braucht ihr mich dafür? Wenn ja, dann sage ich XYZ ab, das kann ich auch $SONSTWANN nachholen.” hört, eher auf der sicheren Seite ist.
Gehören größere Ausfälle jedoch aufgrund mangelnder Vorbereitung, Unterstützung, Planung oder Schulung zur Tagesordnung, dann wird die Reaktion der Kollegen vor allem eines sein: Genervt. Oder vielleicht auch lethargisch. Letzteres, weil sich der Mensch an alles gewöhnt. Oder um es mit
Indexed zu sagen:
Wohlgemerkt: Ich rede nicht davon, daß in einer IT, die gut läuft, jeder mit der
Panik, die ein großer Ausfall mit sich bringt, automatisch besser umgehen kann, oder daß die Leute immer mehr drauf haben werden. Mir geht es nur um den persönlichen Einsatz, den jeder einzelne zu bringen bereit ist, wenn er sich bewußt ist, daß seine Aufgabe vom Unternehmen gewürdigt und richtig angegangen wird.
So, es ist Sonntag, die Sonne scheint, es liegt Schnee und ich habe gerade von Schubert Impromptus gehört - und jetzt genehmige ich mir einen Spaziergang in der herrlich klaren Winterluft, in der reizendsten denkbaren Begleitung. Ihr könnte Euch ja solange mal das Internet ausdrucken - aber achtet auf die Öffnunszeiten:
Ich wünsche einen angenehmen Start in die nächste Woche!