Politiker, Internet - kleiner Nachtrag
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Politik & Nachrichten
Donnerstag, 31. Januar 2008
Ich hatte ja schon darüber berichtet, aber ein ganz krasses Beispiel dafür, wie Politiker mit dem Internet umgehen, möchte ich hier noch schnell präsentieren: Schaut Euch mal die Seite über/von Herrn MDB Johannes Singhammer bei abgeordnetenwatch.de an. Die ganzen Nullantworten, die er sein Büro abgeben lässt.
Noch Fragen, Kienzle? Keine, Hauser!
Noch Fragen, Kienzle? Keine, Hauser!
Loser, ganz klar...
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Politik & Nachrichten
Montag, 28. Januar 2008
Ich hasse Wahlabende. Wahlabende sind eine einzige Heuchelei. Fast nie hat einer unserer Kasperl, äh, Verzeihung, Politiker auch wirklich den A*sch in der Hose, sich vor die Kameras zu stellen und zu sagen: „Ja, wir haben hier verloren, und die Gründe liegen nicht nur in unseren Wahlkampfthemen, der Situation auf Bundesebene und meiner Person, sondern auch in der schlechten Arbeit und den mangelden Ergebnissen, die wir in der Landespolitik geleistet haben.” Und gerade wenn man sich Hessen ansieht und liest, was da mit den Wahlcomputern so abgelaufen ist, z.B. bei Knowledge Brings Fear oder netzpolitik.org, dann wird einem eh etwas kalt im Bauch.
Anyways - die Online-Sparte des Stern versucht natürlich auch, über die Wahl zu berichten, aber anscheinend sind da am Sonntag nur die Praktikanten da, anders ist es wohl kaum erklären, daß die da eine FDP- mit einer CDU-Wahlveranstaltung verwechseln:

Irgendwer muß den Stern.de-Mitarbeitern mal einen Hinweis geben, was der in gelb-blau gehaltene Raum im Hintergrund des Photos bedeutet. Loser, ja ne, ist klar, oder?
Euch allen eine schöne Woche!
Anyways - die Online-Sparte des Stern versucht natürlich auch, über die Wahl zu berichten, aber anscheinend sind da am Sonntag nur die Praktikanten da, anders ist es wohl kaum erklären, daß die da eine FDP- mit einer CDU-Wahlveranstaltung verwechseln:

Irgendwer muß den Stern.de-Mitarbeitern mal einen Hinweis geben, was der in gelb-blau gehaltene Raum im Hintergrund des Photos bedeutet. Loser, ja ne, ist klar, oder?
Euch allen eine schöne Woche!
Demokratie im Freistaat (2)
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Politik & Nachrichten
Freitag, 25. Januar 2008
Tja, so ein Pech - gerade schrieb ich noch von Bayerns Abhörplänen, und kaum zwei Tage später fällt das Dokument, das den Einsatz des Trojaners zum Abhören von Skype genau beschreibt, doch dummerweise dem CCC in die Hände (lokale Sicherungskope).
Tja, da wird sich bestimmt jemand ärgern.
Tja, da wird sich bestimmt jemand ärgern.
Demokratie im Freistaat
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Politik & Nachrichten
Mittwoch, 23. Januar 2008
Bayern ist zunächst einmal das reichste Bundesland - das habe ich heute im ÖPNV gehört. Bayern hat einen Innenminister mit Namen Joachim Herrmann von der, wie sollte es anders sein, CSU. Und dieser Mann hat vor kurzem einen Vorstoß gewagt und gesagt, wenn man sich auf Bundesebene halt nicht dazu entschließen könne, Online-Durchsuchungen endlich gesetzlich zu regeln, dann würden die Bayern das eben selbst klären.
Vollends zur Farce wird diese Aussage jedoch, wenn man im Landtag den Abgeordneten die Auskunft verweigert, was da eigentlich so geplant ist und was das bisher schon gelaufen ist.
Vielleicht wären wir Bayern ja doch mit einem König besser dran...
Update: Genauso lächerlich ist die Forderung von Beckstein, allen Bundesländern einen totalen Schuldenstopp zu verordnen. Meine Fresse, drehen die jetzt alle hohl?!?
Vollends zur Farce wird diese Aussage jedoch, wenn man im Landtag den Abgeordneten die Auskunft verweigert, was da eigentlich so geplant ist und was das bisher schon gelaufen ist.
Vielleicht wären wir Bayern ja doch mit einem König besser dran...
Update: Genauso lächerlich ist die Forderung von Beckstein, allen Bundesländern einen totalen Schuldenstopp zu verordnen. Meine Fresse, drehen die jetzt alle hohl?!?
Leitzins tatsächlich gesenkt
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Politik & Nachrichten
Mittwoch, 23. Januar 2008
Während ich gestern Morgen noch darüber spekuliert habe, ob die US-Notenbank wohl wirklich die Leitzinsen senken wird. Und siehe da, sie haben genau das getan. Nun habe ich wie gesagt keine Ahnung von der Börse, aber ich habe mal Makroökonomie bei Professor Neumann gehört. Eine der ersten Lektionen da, nachdem wir uns durch diverse Marktmodelle gewühlt hatten und mir ganz warm um's Herz wurde angesichts der ganzen Differentialgleichungen, war die Entstehung von Geld. Und da hat der gute Mann uns ganz klar vorgeführt, daß Geld im Prinzip durch Kredite entsteht. Natürlich nicht durch jede Art von Krediten, wenn ich also mein Konto mal überziehe, dann entsteht dadurch nicht wirklich neues Geld. Aber die Kredite, die von Geschäftsbanken vergeben werden, und natürlich diejenigen, die von den Zentral- oder Notenbanken an die Geschäftsbanken gewährt werden, durch die entsteht Geld aus dem Nichts. Das ist soweit erstmal recht praktisch, denn ohne Austausch von Zahlungsmitteln gibt es keine Volkswirtschaft. Und interessanterweise verschwindet Geld auch wieder, wenn die entsprechenden Kredite getilgt werden. Aber jeder, der schon einmal einen Kredit in Anspruch nehmen mußte, weiß, daß ein Kredit mit Zinsen verbunden ist: Man zahlt mehr Geld zurück, als man sich geliehen hat. Und hier ist der Knackpunkt des ganzen: Dieses zusätzliche Geld muß ja auch irgendwie entstehen - und das tut es natürlich auch durch Kredite. Wenn jetzt also die Leitzinsen hoch sind, dann werden weniger Kredite vergeben und es entsteht weniger Geld, das neue Geld wird also „teurer”. Geht nun eine Institution wie die US-Notenbank hin und senkt den Leitzinssatz um spektakuläre 0,75 Prozentpunkte, so wird das neue Geld „billiger”. Das ist kurzfristig erstmal nicht schlecht, denn dann haben Unternehmer die Möglichkeit, sich selbst mehr Geld zu beschaffen, dieses zu investieren und so die Volkswirtschaft anzukurbeln. Langfristig aber wird dadurch die Menge des gesamten Geldes erhöht und die einzelnen Zahlungseinheiten werden weniger Wert. Genau dies hat die US-Notenbank also gestern getan: Man hat, um einem drohenden Zusammenbruch der Börsen, dem weite Teile der Wirtschaft bestimmt gefolgt wären, wir kennen das ja noch, einen Schutzwall aus billigem Geld errichtet.
Warum mich das nicht glücklich macht, obwohl es doch anscheinend funktioniert hat? Tja, das hat mit Präsident Nixon zu tun - der hat nämlich am 15. August 1971 die Garantie aufgehoben, daß man jederzeit 35 Dollar gegen eine Unze Feingold eintauschen könne (diese Garantie wurde zuletzt 1944 durch das Abkommen von Bretton-Woods nach dem zweiten Weltkrieg erneuert). Somit steht dem Papierwert des Dollars heutzutage definitiv kein Edelmetall mehr gegenüber, sprich, es sind deutlich mehr Dollar in Umlauf als die USA an Goldreserven besitzen. Nehmen wir nun diese Tatsache und vergegenwärtigen wir uns gleichzeitig, das der US-Dollar nach dem zweiten Weltkrieg ganz klar die neue Leitwährung auf den internationalen Märkten wurde. Wenn man jetzt die USA regiert, ist diese Konstellation unheimlich praktisch: Wenn ich meine Wirtschaft ankurbeln will, dann sorge ich nämlich einfach dafür, daß es mehr Dollar gibt. Daß diese auf lange Sicht durch Kredit entstehen, kann mir dabei mittelfristig egal sein, denn der Rest der Welt ist natürlich heiß darauf, sich für den internationalen Zahlungsverkehr ein Devisenpolster in Form meiner Schulden-Dollar zuzulegen, und so habe ich kein Problem damit, meine erhöhte Geldmenge an den Mann zu bringen. Ich kann also z.B. mein Erdöl mit Dollarkrediten bezahlen, die bestimmt nie befriedigt werden, die aber in den Büchern der Verkäufer als solide Devisenreserven auftauchen. Das ganze funktioniert, solange diese Drittländer noch vertrauen in meine Währung haben.
Und genau hier liegt das Problem - viele Länder sind eben mittlerweile nicht mehr bereit, diesen Pump-Kapitalismus zu finanzieren, denn sie sehen, daß ihre riesigen Dollar-Reserven, egal ob realisiert oder nur als Verpflichtung vorhanden, immer weniger wert werden. Und dann versuchen sie logischerweise, andere Währungen zu kaufen. Diese Bewegung weg vom Dollar beschleunigt natürlich dessen Entwertung, was wir alle bemerken, wenn wir uns den derzeitigen Wechselkurs z.B. zwischen Dollar und Euro ansehen. Kurzfristig, ja vielleicht sogar mittelfristig, ist das für Exportwirtschaften wie die Bundesrepublik Deutschland erstmal nicht so schlimm, denn nur ganz schlimme Narren machen Geschäfte mit dem Ausland, ohne sich bei diversen (Rück-)Versicherern gegen Währungsschwankungen abzusichern. Aber natürlich wird die dafür fällige Versicherungsgebühr höher, je schneller der Dollar eben abstürzt. Um nun eine Währung zu stablisieren, erhöht eine Zentralbank normalerweise die Leitzinsen - denn wie wir bereits wissen, wird damit die Entstehung neuen Geldes gebremst.
Tja, und genau das hat die US-Notenbank nicht getan. Mit der Leitzinssenkung hat man vielleicht kurzfristig das Schlimmste abgewendet, aber die Spirale, mit der der Dollar immer weniger wert wird, dreht sich jetzt wieder ein bißchen schneller. Und wer mag, der kann jetzt Google bemühen und einmal nachforschen, wieviele Länder gerne aus ihren Dollar-Geschäften aussteigen würde.
Und dann versteht ihr vielleicht, warum ich mir große Sorgen mache.
Warum mich das nicht glücklich macht, obwohl es doch anscheinend funktioniert hat? Tja, das hat mit Präsident Nixon zu tun - der hat nämlich am 15. August 1971 die Garantie aufgehoben, daß man jederzeit 35 Dollar gegen eine Unze Feingold eintauschen könne (diese Garantie wurde zuletzt 1944 durch das Abkommen von Bretton-Woods nach dem zweiten Weltkrieg erneuert). Somit steht dem Papierwert des Dollars heutzutage definitiv kein Edelmetall mehr gegenüber, sprich, es sind deutlich mehr Dollar in Umlauf als die USA an Goldreserven besitzen. Nehmen wir nun diese Tatsache und vergegenwärtigen wir uns gleichzeitig, das der US-Dollar nach dem zweiten Weltkrieg ganz klar die neue Leitwährung auf den internationalen Märkten wurde. Wenn man jetzt die USA regiert, ist diese Konstellation unheimlich praktisch: Wenn ich meine Wirtschaft ankurbeln will, dann sorge ich nämlich einfach dafür, daß es mehr Dollar gibt. Daß diese auf lange Sicht durch Kredit entstehen, kann mir dabei mittelfristig egal sein, denn der Rest der Welt ist natürlich heiß darauf, sich für den internationalen Zahlungsverkehr ein Devisenpolster in Form meiner Schulden-Dollar zuzulegen, und so habe ich kein Problem damit, meine erhöhte Geldmenge an den Mann zu bringen. Ich kann also z.B. mein Erdöl mit Dollarkrediten bezahlen, die bestimmt nie befriedigt werden, die aber in den Büchern der Verkäufer als solide Devisenreserven auftauchen. Das ganze funktioniert, solange diese Drittländer noch vertrauen in meine Währung haben.
Und genau hier liegt das Problem - viele Länder sind eben mittlerweile nicht mehr bereit, diesen Pump-Kapitalismus zu finanzieren, denn sie sehen, daß ihre riesigen Dollar-Reserven, egal ob realisiert oder nur als Verpflichtung vorhanden, immer weniger wert werden. Und dann versuchen sie logischerweise, andere Währungen zu kaufen. Diese Bewegung weg vom Dollar beschleunigt natürlich dessen Entwertung, was wir alle bemerken, wenn wir uns den derzeitigen Wechselkurs z.B. zwischen Dollar und Euro ansehen. Kurzfristig, ja vielleicht sogar mittelfristig, ist das für Exportwirtschaften wie die Bundesrepublik Deutschland erstmal nicht so schlimm, denn nur ganz schlimme Narren machen Geschäfte mit dem Ausland, ohne sich bei diversen (Rück-)Versicherern gegen Währungsschwankungen abzusichern. Aber natürlich wird die dafür fällige Versicherungsgebühr höher, je schneller der Dollar eben abstürzt. Um nun eine Währung zu stablisieren, erhöht eine Zentralbank normalerweise die Leitzinsen - denn wie wir bereits wissen, wird damit die Entstehung neuen Geldes gebremst.
Tja, und genau das hat die US-Notenbank nicht getan. Mit der Leitzinssenkung hat man vielleicht kurzfristig das Schlimmste abgewendet, aber die Spirale, mit der der Dollar immer weniger wert wird, dreht sich jetzt wieder ein bißchen schneller. Und wer mag, der kann jetzt Google bemühen und einmal nachforschen, wieviele Länder gerne aus ihren Dollar-Geschäften aussteigen würde.
Und dann versteht ihr vielleicht, warum ich mir große Sorgen mache.
Talfahrt
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Politik & Nachrichten
Dienstag, 22. Januar 2008
Ich habe das gestern ehrlich gesagt erst so gegen 11 Uhr abends erfahren, weil ich vorher den ganzen Tag keine Nachrichten gehört hatte, aber anscheinend hat es den DAX (und, glaubt man diesem Artikel, auch die Londoner Börse) gestern so richtig schlimm erwischt, so schlimm, wie seit 9/11 nicht mehr. Die Börsenfraktion der ARD hat dazu einen interessanten Beitrag, aus dem ich einmal einen Satz zitieren will:
Der Mann der da spricht, heißt Müller und ist laut deren Bericht einer der bekanntesten Händler an der Frankfurter Börse, wahrscheinlich weiß der also, was er da von sich gibt. Nun, die für mich kurzfristig gute Nachricht ist: Ich habe keine Aktien und die Fonds, an denen mir Anteile gehören, dürften groß genug sein, um die Verluste abzufedern (hoffe ich). Die schlechte Nachricht ist: Ich habe von der Börse genau gar keine Ahnung - und ich kann auch gar nicht einschätzen, wieviel an dem derzeitigen Panik-Gerede dran ist und was wir noch zu erwarten haben.
Man darf wohl gespannt bleiben!
Update: Indien, Handel an der Börse in Bombay für eine Stunde unterbrochen, der Leitindex Sensex verliert 12%, Australiens Leitindex bricht um sieben Prozent ein und der Nikkei-Index in Tokio verliert 5,7%. Houston, ich glaube, wir haben ein Problem!
Update 2: Weil wir gerade von konkurrierenden Zielen sprachen (OK, taten wir nicht, aber egal): Ziel der US-Notenbank müßte es eigentlich sein, den immer schwächer werdenden Dollar abzustützen, und das erreicht man bekanntlich durch eine Erhöhung der Leitzinsen. Um jedoch die schuldenfinanzierte US-Konjunktur zu stützen, wäre das genau das falsche Signal. Senkt die US-Notenbank also die Leitzinsen, so wird die Dollar-Inflation weiter angeheizt. Was passieren würde, wenn die EZB dem Beispiel nicht folgt, sondern versucht, die Inflation im Euro-Raum durch eine Erhöhung der Leitzinsen zu verlangsamen, das sei den geneigten Leserinnen und Lesern als Übung in Vorstellungskraft überlassen. Meiner Meinung nach hat man da momentan nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Update 3: Guckt mal zur Tagesschau. Die erklären da sehr verständlich, wie sich die Krise v.a. der Landesbanken (West, Sachsen etc.) auf private Kreditnehmer auswirkt.
QUOTE:
Die Talfahrt ist noch längst nicht beendet. Wir sehen im Moment keine Käufe, selbst die institutionellen Investoren greifen nicht zu.
Der Mann der da spricht, heißt Müller und ist laut deren Bericht einer der bekanntesten Händler an der Frankfurter Börse, wahrscheinlich weiß der also, was er da von sich gibt. Nun, die für mich kurzfristig gute Nachricht ist: Ich habe keine Aktien und die Fonds, an denen mir Anteile gehören, dürften groß genug sein, um die Verluste abzufedern (hoffe ich). Die schlechte Nachricht ist: Ich habe von der Börse genau gar keine Ahnung - und ich kann auch gar nicht einschätzen, wieviel an dem derzeitigen Panik-Gerede dran ist und was wir noch zu erwarten haben.
Man darf wohl gespannt bleiben!
Update: Indien, Handel an der Börse in Bombay für eine Stunde unterbrochen, der Leitindex Sensex verliert 12%, Australiens Leitindex bricht um sieben Prozent ein und der Nikkei-Index in Tokio verliert 5,7%. Houston, ich glaube, wir haben ein Problem!
Update 2: Weil wir gerade von konkurrierenden Zielen sprachen (OK, taten wir nicht, aber egal): Ziel der US-Notenbank müßte es eigentlich sein, den immer schwächer werdenden Dollar abzustützen, und das erreicht man bekanntlich durch eine Erhöhung der Leitzinsen. Um jedoch die schuldenfinanzierte US-Konjunktur zu stützen, wäre das genau das falsche Signal. Senkt die US-Notenbank also die Leitzinsen, so wird die Dollar-Inflation weiter angeheizt. Was passieren würde, wenn die EZB dem Beispiel nicht folgt, sondern versucht, die Inflation im Euro-Raum durch eine Erhöhung der Leitzinsen zu verlangsamen, das sei den geneigten Leserinnen und Lesern als Übung in Vorstellungskraft überlassen. Meiner Meinung nach hat man da momentan nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Update 3: Guckt mal zur Tagesschau. Die erklären da sehr verständlich, wie sich die Krise v.a. der Landesbanken (West, Sachsen etc.) auf private Kreditnehmer auswirkt.
Repräsentativer Taxifahrer?
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Politik & Nachrichten
Montag, 21. Januar 2008
Ich bin neulich mit dem Taxi nach Hause gefahren: Es war sauspät, ich war unglaublich müde und mit den Mitteln des ÖPNV hätte ich über eine Stunde gebraucht, bis ich daheim gewesen wäre - also kaum ein Zeitgewinn gegenüber dem Laufen. Eigentlich wäre das ja nichts, worüber ich schreiben würde, wenn - ja, wenn sich da nicht eine recht, ähm, „interessante” Diskussion ergeben hätte.
Wir waren noch keine 100m weit gekommen, als zwei jugendliche betont langsam vor dem Taxi über die Straße gegangen sind - ich mußte ja grinsen über die ganze Coolness und den Gang der beiden, der mich doch stark an Clint Eastwood in einem beliebigen Western erinnert hat. Auf jeden Fall hat einer der beiden kleinen Jungs es sich nicht nehmen lassen, uns ein „Was glotzst Du denn so doof?” hinterher zu rufen. Und während ich da dann unwillkürlich zu Lachen begonnen habe, hat der Taxifahrer angefangen, über Jugendstrafrecht zu reden. Und von der einen Sekunde auf der anderen kam ich mir fast so vor, als hätte jemand die Situation „gestaged”, also vorbereitet: Er sprach davon, wie er sich fühlen würde, wenn ein jugendlicher Straftäter ihm die Kehle durchschneidet und dann vielleicht gerade einmal 6 Jahre hinter Gitter muß. Ich erwiderte, daß ihm das dann auch egal wäre, weil er ja tot sei. Das fand er nicht so lustig, also habe ich damit argumentiert, daß man ja im Jugendknast bestimmt nur lauter nette Leute kennenlernt und bestimmt keinem schlechten Einfluss ausgesetzt ist. Das hat auch kein Stück bei ihm gezogen, und als nächstes meinte er dann, wenn nicht er, sondern ein Freund von ihm umgebracht werden würde, er würde dann nach sechs Jahren zum Gefängnis fahren und den Täter bei seiner Entlassung umbringen. Leicht verunsichert habe ich angemerkt, daß sechs Jahre eine sehr lange Zeit zu trauern sind und ich mir nicht vorstellen könnte, daß er das ernst meine. Doch von ihm kam immer nur die Aussage, er sei da ganz konkret für knallharte Strafen. Die Argumentation seinerseits driftete dann zu asiatischen Gesellschaften wie z.B. Singapur oder China ab, und das wiederholt benutzte Adjektiv „knallhart” begann, sich langsam aber sicher in mein Gehirn zu bohren. Mein Einwand, daß asiatische Gesellschaften schon von ihrer ganzen Entwicklung her nicht mit einer westlichen Gesellschaft zu vergleichen seien und man das Konzept härterer Strafen, die dort akzeptiert werden, deswegen nicht einfach nach Europa übertragen könne, hat ihn kein bißchen beeindruckt. Statt dessen hat er mir wiederholt erzählt, auf wie vielen Kontinenten er schon gelebt hat und wo er schon überall war - den bissigen Kommentar „Ja, und jetzt sind sie Taxifahrer, oder?” habe ich mir verkniffen. Ich habe versucht, über den mangelnden Zusammenhang zwischen Tat und Strafe zu argumentieren, da es in .de sehr lange dauert, bis Strafen auch angetreten werden müssen, doch er meinte, solange die Strafe hart genug sei, wäre es egal, eine harte Strafe sei in jedem Fall eine Abschreckung. Mein Versuch, über das soziale Umfeld zu argumentieren, stieß auf Unverständnis, er sei zwar bereit, vielen Jugendlichen aus sozial benachteiligten Kreisen eine gewisse Perspektivenlosigkeit zu unterstellen, aber gerade deswegen müssten knallhart Strafen her.
Die ganze Diskussion wurde ein bißchen unangenehm, und als ich ihn schon bitten wollte, mich einfach an Ort und Stelle aussteigen zu lassen, weil ich lieber gelaufen wäre als da weiter zu sitzen, kam mir dann zum Glück die rettende Idee: Nach einem Blick auf das Außenthermometer fragte ich, ob es eigentlich glatt sei auf den Straßen - tja, da kann ich mir echt auf die Schulter klopfen, in Deeskalation bin ich ganz groß! Und doch bleibt ein fader, schaler Beigeschmack von dieser Begegnung zurück, denn ich frage mich seitdem ständig, wie repräsentativ dieser Mann für welche Teile unsere Bevölkerung war. Strafen als Abschreckung? Meine Gott, und sowas im 21. Jahrhundert.
Euch allen trotz allem eine schöne Woche!
Wir waren noch keine 100m weit gekommen, als zwei jugendliche betont langsam vor dem Taxi über die Straße gegangen sind - ich mußte ja grinsen über die ganze Coolness und den Gang der beiden, der mich doch stark an Clint Eastwood in einem beliebigen Western erinnert hat. Auf jeden Fall hat einer der beiden kleinen Jungs es sich nicht nehmen lassen, uns ein „Was glotzst Du denn so doof?” hinterher zu rufen. Und während ich da dann unwillkürlich zu Lachen begonnen habe, hat der Taxifahrer angefangen, über Jugendstrafrecht zu reden. Und von der einen Sekunde auf der anderen kam ich mir fast so vor, als hätte jemand die Situation „gestaged”, also vorbereitet: Er sprach davon, wie er sich fühlen würde, wenn ein jugendlicher Straftäter ihm die Kehle durchschneidet und dann vielleicht gerade einmal 6 Jahre hinter Gitter muß. Ich erwiderte, daß ihm das dann auch egal wäre, weil er ja tot sei. Das fand er nicht so lustig, also habe ich damit argumentiert, daß man ja im Jugendknast bestimmt nur lauter nette Leute kennenlernt und bestimmt keinem schlechten Einfluss ausgesetzt ist. Das hat auch kein Stück bei ihm gezogen, und als nächstes meinte er dann, wenn nicht er, sondern ein Freund von ihm umgebracht werden würde, er würde dann nach sechs Jahren zum Gefängnis fahren und den Täter bei seiner Entlassung umbringen. Leicht verunsichert habe ich angemerkt, daß sechs Jahre eine sehr lange Zeit zu trauern sind und ich mir nicht vorstellen könnte, daß er das ernst meine. Doch von ihm kam immer nur die Aussage, er sei da ganz konkret für knallharte Strafen. Die Argumentation seinerseits driftete dann zu asiatischen Gesellschaften wie z.B. Singapur oder China ab, und das wiederholt benutzte Adjektiv „knallhart” begann, sich langsam aber sicher in mein Gehirn zu bohren. Mein Einwand, daß asiatische Gesellschaften schon von ihrer ganzen Entwicklung her nicht mit einer westlichen Gesellschaft zu vergleichen seien und man das Konzept härterer Strafen, die dort akzeptiert werden, deswegen nicht einfach nach Europa übertragen könne, hat ihn kein bißchen beeindruckt. Statt dessen hat er mir wiederholt erzählt, auf wie vielen Kontinenten er schon gelebt hat und wo er schon überall war - den bissigen Kommentar „Ja, und jetzt sind sie Taxifahrer, oder?” habe ich mir verkniffen. Ich habe versucht, über den mangelnden Zusammenhang zwischen Tat und Strafe zu argumentieren, da es in .de sehr lange dauert, bis Strafen auch angetreten werden müssen, doch er meinte, solange die Strafe hart genug sei, wäre es egal, eine harte Strafe sei in jedem Fall eine Abschreckung. Mein Versuch, über das soziale Umfeld zu argumentieren, stieß auf Unverständnis, er sei zwar bereit, vielen Jugendlichen aus sozial benachteiligten Kreisen eine gewisse Perspektivenlosigkeit zu unterstellen, aber gerade deswegen müssten knallhart Strafen her.
Die ganze Diskussion wurde ein bißchen unangenehm, und als ich ihn schon bitten wollte, mich einfach an Ort und Stelle aussteigen zu lassen, weil ich lieber gelaufen wäre als da weiter zu sitzen, kam mir dann zum Glück die rettende Idee: Nach einem Blick auf das Außenthermometer fragte ich, ob es eigentlich glatt sei auf den Straßen - tja, da kann ich mir echt auf die Schulter klopfen, in Deeskalation bin ich ganz groß! Und doch bleibt ein fader, schaler Beigeschmack von dieser Begegnung zurück, denn ich frage mich seitdem ständig, wie repräsentativ dieser Mann für welche Teile unsere Bevölkerung war. Strafen als Abschreckung? Meine Gott, und sowas im 21. Jahrhundert.
Euch allen trotz allem eine schöne Woche!
Digitale Dichotomie (1)
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Samstag, 19. Januar 2008
Was auch immer man bei diesem Titel denken mag - mir geht es eigentlich um etwas Triviales - nur konnte ich dem Wortspiel nicht widerstehen (wer das Hendiadyoin findet, der darf sich einen Stern ins Fleißheft malen und danach für immer schweigen - Danke!). Es soll um eine Spaltung in unserer Gesellschaft gehen, und diese Spaltung betrifft den digitalen Bereich, also die moderne Informationstechnologie. Es soll um Unterschiede im Nutzungsverhalten gehen. Und um das noch weiter zu qualifizieren: Es geht nicht so sehr um quantitative Unterschiede - es geht um die qualitativen, denn jemand, der 16 Stunden am Tag Online-Rollenspiele spielt, benutzt seinen Rechner aus Prinzip ganz anders als ein Autor, der an seinem Laptop ein Buch schreibt.
Lassen wir die Kirche aber vorerst im Dorf: Im Dezember war in Berlin ja der 24. Chaos Communication Congress. Veranstaltet wurde das ganze von Chaos Computer Club und entsprechend war auch die Themenwahl: Es ging viel um den Spaß am digitalen Gerät, es ging um Sicherheitslücken, um neue Trends bei Anonymisierungsdiensten - aber es gab z.B. auch einen Jahresrückblick für das Jahr 2007. Mein eigener kleiner Beitrag zum 24C3 war übrigens nur die Bereitstellung eines Mirrors für die Video- und Audio-Aufzeichnungen. Wen es interessiert: Insgesamt sind da bisher 2,4TB Traffic drübergegangen. Aber kehren wir mal zum Jahresrückblick zurück: Anschauen könnt ihr Euch den hier. Den Anfang könnt ihr für diesen Artikel überspringen, spult einfach vor, bis der Mensch ganz rechts im Bild erzählt, was für ein Gefühl er in letzter Zeit bei politischer Lobby-Arbeit hat. Ich mag mich da täuschen, aber das klingt doch frustriert, oder? Wie er da erzählt, daß man den Ausschuß überzeugt hat, dann aber wegen Koalitionszwang doch anders gestimmt wird. Und damit kommen wir zum eigentlichen Punkt: Da machen Menschen Gesetze. In der Theorie der demokratischen, parlamentarischen Arbeit sollte eine Fraktion dann den Empfehlungen des Ausschusses folgen. Denn zum einen sitzen in diesem Ausschuß die Leute, die sich - wenigstens ein bißchen - auskennen, auf der anderen Seite gibt es in diesen Ausschüssen auch regelmäßig Anhörungen von Experten - und damit, so die Theorie, kann man dann eine wirkliche Entscheidung im Sinne des Volkes treffen.
So, und jetzt sehen wir uns mal unsere neuen Sicherheitsgesetze an, biometrischer Reisepaß, Online-Durchsuchungen, Quellen-TKÜV etc. pp. Auch diese Gesetze werden vom Politikern gemacht. Nur müssen wir hier fragen: Wissen diese Politiker denn, was sie da entscheiden? Oder können sie sich vorstellen, wie das die Bevölkerung betrifft? Ja, wir müssen uns fragen, ob denn die Leute, die einen Bundestrojaner favorisieren, überhaupt selbst jemals davon betroffen sein könnten. Und hier kommen wir zu den qualitativen Unterschieden. Schauen wir uns einmal an, wofür ich meinen Rechner benutze, und zwar ganz einfach, in dem ich jetzt gerade mal die geöffneten Anwendungen durchsehe. Da hätten wir natürlich einen Browser, klar, sonst könnte ich diesen Artikel nicht schreiben. Würde mein Rechner abgehört, so wüßte man also ganz genau, auf welche Seiten ich im Internet zugreife. Damit wäre es dann schonmal keine große Herausforderung mehr, meine politische Ausrichtung festzustellen, meine Hobbies oder meine Vorstellung von Humor. Weiterhin sind ein Mailclient offen und ein Instant Messenger. Und hier wird es bereits problematisch: Wenn ich überwacht werden würde, dann würde das ja wohl geschehen, weil irgendwer einen wie auch immer gerarteten Verdacht gegen mich hegt. Und damit würden, ganz ohne mein Zutun auch die Menschen verdächtig, mit denen ich kommuniziere. Wer das für weit her geholt hält, der möge sich das Chaosradio 128 anhören. Würde ich wollen, das Leute, die ich nur aus dem Netz kenne und eher flüchtig, sich plötzlich im Visier der Ermittlungsbehörden wiederfinden?
Aber es kommt noch schlimmer. Auf meinem Desktop läuft auch ein Parallels Desktop, in diesem ein Windows XP und darin wiederum ein Visio 2007. Geöffnet ist hier gerade eine Netzwerkübersicht eines Unternehmens aus dem Automobilbereich im Raum München. Würde ich abgehört, so könnten Dritte auf diesen Plan Zugriff nehmen. Und leider, leider sind Ermittler auch nur Menschen. Und obwohl ich sowas niemals unterstellen würde - es wäre zumindest theoretisch denkbar, daß diese Information von den Ermittlern ihren Weg zur Konkurrenz findet. Und das will wohl niemand, oder?
Am schlimmsten aber ist, daß derzeit auch die Software FreeMind geöffnet ist. Das ist eine Mind Mapping-Software, also ein Werkzeug, um seine Gedanken zu ordnen und Pläne und Vorgehensweisen zu formulieren bzw. darzustellen. Und wenn das jemand abhören würde, dann würde er direkt wissen, wie mein Gehirn funktioniert. Wie ich denke, plane, wie ich an Probleme herangehe. Und das ist eine Information, die ich niemals irgendjemanden freiwillig geben würde.
So nutze ich also meinen Rechner, und es gibt Menschen, die ihn noch viel intensiver benutzen. Und natürlich gebe ich freiwillig, alleine schon auf dieser Seite, immer wieder persönliche Informationen von mir Preis - aber eben nur diejenigen, die ich preisgeben will. Wie man an den vorhergehenden Absätzen gesehen hat, gibt es jedoch noch eine ganz andere Qualität von persönlichen Daten, und diese würden eben jene Politiker, über die ich eingangs geredet habe, den Ermittlern zugänglich machen.
So, und wer erinnert sich noch an die großartigen Kinderreproter, die im Bundestag diversen Minsitern und Abgeordneten Fragen zu Computern gestellt haben? Das ist die Art und Weise, wie diejenigen, die die Gesetze erlassen, mit ihren Rechnern umgehen: Sie lassen sich das Netz ausdrucken.
Wir haben eine Spaltung in der Nutzung digitaler Medien, eine Spaltung zwischen den Leuten, die Sicherheitsgesetze erlassen, die den IT-Bereich betreffen, und jenen, die sie ausbaden müssen. Sicherheit ist ein Profilierungsthema, und es wird Politik gemacht, um sich zu profilieren. Ich will nicht, daß Menschen, die nicht wissen, was ein Browser ist, Gesetze machen dürfen, die mich und die Art und Weise, wie ich meinen Computer benutze, so schwerwiegend beeinträchtigt wie ein heimliches Belauschen das tun würde.
Aber ich bin ja auch nur ein einzelner Bürger. Und wer nimmt schon auf Einzelschicksale Rücksicht?
Lassen wir die Kirche aber vorerst im Dorf: Im Dezember war in Berlin ja der 24. Chaos Communication Congress. Veranstaltet wurde das ganze von Chaos Computer Club und entsprechend war auch die Themenwahl: Es ging viel um den Spaß am digitalen Gerät, es ging um Sicherheitslücken, um neue Trends bei Anonymisierungsdiensten - aber es gab z.B. auch einen Jahresrückblick für das Jahr 2007. Mein eigener kleiner Beitrag zum 24C3 war übrigens nur die Bereitstellung eines Mirrors für die Video- und Audio-Aufzeichnungen. Wen es interessiert: Insgesamt sind da bisher 2,4TB Traffic drübergegangen. Aber kehren wir mal zum Jahresrückblick zurück: Anschauen könnt ihr Euch den hier. Den Anfang könnt ihr für diesen Artikel überspringen, spult einfach vor, bis der Mensch ganz rechts im Bild erzählt, was für ein Gefühl er in letzter Zeit bei politischer Lobby-Arbeit hat. Ich mag mich da täuschen, aber das klingt doch frustriert, oder? Wie er da erzählt, daß man den Ausschuß überzeugt hat, dann aber wegen Koalitionszwang doch anders gestimmt wird. Und damit kommen wir zum eigentlichen Punkt: Da machen Menschen Gesetze. In der Theorie der demokratischen, parlamentarischen Arbeit sollte eine Fraktion dann den Empfehlungen des Ausschusses folgen. Denn zum einen sitzen in diesem Ausschuß die Leute, die sich - wenigstens ein bißchen - auskennen, auf der anderen Seite gibt es in diesen Ausschüssen auch regelmäßig Anhörungen von Experten - und damit, so die Theorie, kann man dann eine wirkliche Entscheidung im Sinne des Volkes treffen.
So, und jetzt sehen wir uns mal unsere neuen Sicherheitsgesetze an, biometrischer Reisepaß, Online-Durchsuchungen, Quellen-TKÜV etc. pp. Auch diese Gesetze werden vom Politikern gemacht. Nur müssen wir hier fragen: Wissen diese Politiker denn, was sie da entscheiden? Oder können sie sich vorstellen, wie das die Bevölkerung betrifft? Ja, wir müssen uns fragen, ob denn die Leute, die einen Bundestrojaner favorisieren, überhaupt selbst jemals davon betroffen sein könnten. Und hier kommen wir zu den qualitativen Unterschieden. Schauen wir uns einmal an, wofür ich meinen Rechner benutze, und zwar ganz einfach, in dem ich jetzt gerade mal die geöffneten Anwendungen durchsehe. Da hätten wir natürlich einen Browser, klar, sonst könnte ich diesen Artikel nicht schreiben. Würde mein Rechner abgehört, so wüßte man also ganz genau, auf welche Seiten ich im Internet zugreife. Damit wäre es dann schonmal keine große Herausforderung mehr, meine politische Ausrichtung festzustellen, meine Hobbies oder meine Vorstellung von Humor. Weiterhin sind ein Mailclient offen und ein Instant Messenger. Und hier wird es bereits problematisch: Wenn ich überwacht werden würde, dann würde das ja wohl geschehen, weil irgendwer einen wie auch immer gerarteten Verdacht gegen mich hegt. Und damit würden, ganz ohne mein Zutun auch die Menschen verdächtig, mit denen ich kommuniziere. Wer das für weit her geholt hält, der möge sich das Chaosradio 128 anhören. Würde ich wollen, das Leute, die ich nur aus dem Netz kenne und eher flüchtig, sich plötzlich im Visier der Ermittlungsbehörden wiederfinden?
Aber es kommt noch schlimmer. Auf meinem Desktop läuft auch ein Parallels Desktop, in diesem ein Windows XP und darin wiederum ein Visio 2007. Geöffnet ist hier gerade eine Netzwerkübersicht eines Unternehmens aus dem Automobilbereich im Raum München. Würde ich abgehört, so könnten Dritte auf diesen Plan Zugriff nehmen. Und leider, leider sind Ermittler auch nur Menschen. Und obwohl ich sowas niemals unterstellen würde - es wäre zumindest theoretisch denkbar, daß diese Information von den Ermittlern ihren Weg zur Konkurrenz findet. Und das will wohl niemand, oder?
Am schlimmsten aber ist, daß derzeit auch die Software FreeMind geöffnet ist. Das ist eine Mind Mapping-Software, also ein Werkzeug, um seine Gedanken zu ordnen und Pläne und Vorgehensweisen zu formulieren bzw. darzustellen. Und wenn das jemand abhören würde, dann würde er direkt wissen, wie mein Gehirn funktioniert. Wie ich denke, plane, wie ich an Probleme herangehe. Und das ist eine Information, die ich niemals irgendjemanden freiwillig geben würde.
So nutze ich also meinen Rechner, und es gibt Menschen, die ihn noch viel intensiver benutzen. Und natürlich gebe ich freiwillig, alleine schon auf dieser Seite, immer wieder persönliche Informationen von mir Preis - aber eben nur diejenigen, die ich preisgeben will. Wie man an den vorhergehenden Absätzen gesehen hat, gibt es jedoch noch eine ganz andere Qualität von persönlichen Daten, und diese würden eben jene Politiker, über die ich eingangs geredet habe, den Ermittlern zugänglich machen.
So, und wer erinnert sich noch an die großartigen Kinderreproter, die im Bundestag diversen Minsitern und Abgeordneten Fragen zu Computern gestellt haben? Das ist die Art und Weise, wie diejenigen, die die Gesetze erlassen, mit ihren Rechnern umgehen: Sie lassen sich das Netz ausdrucken.
Wir haben eine Spaltung in der Nutzung digitaler Medien, eine Spaltung zwischen den Leuten, die Sicherheitsgesetze erlassen, die den IT-Bereich betreffen, und jenen, die sie ausbaden müssen. Sicherheit ist ein Profilierungsthema, und es wird Politik gemacht, um sich zu profilieren. Ich will nicht, daß Menschen, die nicht wissen, was ein Browser ist, Gesetze machen dürfen, die mich und die Art und Weise, wie ich meinen Computer benutze, so schwerwiegend beeinträchtigt wie ein heimliches Belauschen das tun würde.
Aber ich bin ja auch nur ein einzelner Bürger. Und wer nimmt schon auf Einzelschicksale Rücksicht?
Kreative Sprayer
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Freitag, 11. Januar 2008
Ja, was sehen meine entzündeten Äuglein denn da? Da hat sich doch tatsächlich ein kreativer Vertreter der Sprayer-Fraktion an den CSU-Wahlplakaten mit Beckstein und Huber drauf zu schaffen gemacht (anklicken für eine größere Version):


„Eure Sicherheit ist unser Gefängnis. ”- sehr cool, 100% Wertung von meiner Seite aus!
„Eure Sicherheit ist unser Gefängnis. ”- sehr cool, 100% Wertung von meiner Seite aus!
Frühlingsanfang
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Dienstag, 8. Januar 2008
Für diejenigen unter Euch, die entweder nicht in Südbayern leben oder die einfach nie aus dem Fenster schauen (sowas soll's ja geben!), möchte ich hier gerne bemerken: Es ist ofensichtlich Frühlingsanfang. Die Sonne scheint, es hat fast 10 Grad draußen und der Himmel ist mehr oder weniger strahlend blau.
Ich bin ja dafür, daß wir jetzt alle irgendwelche Salate und sonstige lecker Sachen vorbereiten und uns heute Abend beim Herrn M. zum Grillen treffen. Gute Idee?
Ich bin ja dafür, daß wir jetzt alle irgendwelche Salate und sonstige lecker Sachen vorbereiten und uns heute Abend beim Herrn M. zum Grillen treffen. Gute Idee?
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