Politiker, Internet - kleiner Nachtrag
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Politik & Nachrichten
Donnerstag, 31. Januar 2008
Ich hatte ja schon darüber berichtet, aber ein ganz krasses Beispiel dafür, wie Politiker mit dem Internet umgehen, möchte ich hier noch schnell präsentieren: Schaut Euch mal die Seite über/von Herrn MDB Johannes Singhammer bei abgeordnetenwatch.de an. Die ganzen Nullantworten, die er sein Büro abgeben lässt.
Noch Fragen, Kienzle? Keine, Hauser!
Noch Fragen, Kienzle? Keine, Hauser!
Nette Kollegen
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Menschliches
Donnerstag, 31. Januar 2008
Also sprach der Facility-Manager (eine Aufgabenbezeichnung, die nur am Rande was mit Kloputzen zu tun hat):
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute müssen wir uns leider mit einem sehr unangenehmen Thema an Sie wenden. In jüngster Vergangenheit ist es mehrfach vorgekommen, dass private Kaffeetassen aus den Schränken, als auch privates Essen inkl. der Aufbewahrungsboxen aus dem Kühlschrank entwendet wurden. Damit nicht genug wurde auch noch von Würsten abgebissen, und diese wieder in den Kühlschrank gelegt.
Wir bitten Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen im Zuge Ihrer Regeltermine auf dieses Thema hinzuweisen, und hoffen, dass der Vorfall damit erledigt ist, und wir uns nicht weitere Maßnahmen einfallen lassen müssen.
Wer solche Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr, oder?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute müssen wir uns leider mit einem sehr unangenehmen Thema an Sie wenden. In jüngster Vergangenheit ist es mehrfach vorgekommen, dass private Kaffeetassen aus den Schränken, als auch privates Essen inkl. der Aufbewahrungsboxen aus dem Kühlschrank entwendet wurden. Damit nicht genug wurde auch noch von Würsten abgebissen, und diese wieder in den Kühlschrank gelegt.
Wir bitten Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen im Zuge Ihrer Regeltermine auf dieses Thema hinzuweisen, und hoffen, dass der Vorfall damit erledigt ist, und wir uns nicht weitere Maßnahmen einfallen lassen müssen.
Wer solche Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr, oder?
Loser, ganz klar...
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Montag, 28. Januar 2008
Ich hasse Wahlabende. Wahlabende sind eine einzige Heuchelei. Fast nie hat einer unserer Kasperl, äh, Verzeihung, Politiker auch wirklich den A*sch in der Hose, sich vor die Kameras zu stellen und zu sagen: „Ja, wir haben hier verloren, und die Gründe liegen nicht nur in unseren Wahlkampfthemen, der Situation auf Bundesebene und meiner Person, sondern auch in der schlechten Arbeit und den mangelden Ergebnissen, die wir in der Landespolitik geleistet haben.” Und gerade wenn man sich Hessen ansieht und liest, was da mit den Wahlcomputern so abgelaufen ist, z.B. bei Knowledge Brings Fear oder netzpolitik.org, dann wird einem eh etwas kalt im Bauch.
Anyways - die Online-Sparte des Stern versucht natürlich auch, über die Wahl zu berichten, aber anscheinend sind da am Sonntag nur die Praktikanten da, anders ist es wohl kaum erklären, daß die da eine FDP- mit einer CDU-Wahlveranstaltung verwechseln:

Irgendwer muß den Stern.de-Mitarbeitern mal einen Hinweis geben, was der in gelb-blau gehaltene Raum im Hintergrund des Photos bedeutet. Loser, ja ne, ist klar, oder?
Euch allen eine schöne Woche!
Anyways - die Online-Sparte des Stern versucht natürlich auch, über die Wahl zu berichten, aber anscheinend sind da am Sonntag nur die Praktikanten da, anders ist es wohl kaum erklären, daß die da eine FDP- mit einer CDU-Wahlveranstaltung verwechseln:

Irgendwer muß den Stern.de-Mitarbeitern mal einen Hinweis geben, was der in gelb-blau gehaltene Raum im Hintergrund des Photos bedeutet. Loser, ja ne, ist klar, oder?
Euch allen eine schöne Woche!
Demokratie im Freistaat (2)
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Politik & Nachrichten
Freitag, 25. Januar 2008
Tja, so ein Pech - gerade schrieb ich noch von Bayerns Abhörplänen, und kaum zwei Tage später fällt das Dokument, das den Einsatz des Trojaners zum Abhören von Skype genau beschreibt, doch dummerweise dem CCC in die Hände (lokale Sicherungskope).
Tja, da wird sich bestimmt jemand ärgern.
Tja, da wird sich bestimmt jemand ärgern.
Schlafmütze(n)
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Menschliches
Freitag, 25. Januar 2008
Nachdem ich gestern Abend im ÖPNV eingeschlafen bin und erst mitten in der Pampas (schreibt man das so?) wieder aufgewacht bin, sitze ich heute morgen also - noch leicht bedröppelt - wiederum im ÖPNV. Hinter mir sitzen „drei Ischen” (Lars weiß, wo der Spruch herkommt *g*) und schnattern in einer Lautstärke, daß ich trotz voll aufgedrehten iPods, in dem "Bullet for my Valentine - Suffocating under Words"lief, jedes einzelne Wort mitbekommen habe. Nachdem die drei erst eine halbe Ewigkeit über Pumps geredet haben (wieder so ein Evergreen!) und ich fast schon aussteigen mußte, haben sie, wie das halt bei Frauen und solchen, die es mal werden wollen, üblich ist, mittendrin das Thema gewechselt und sich alle drei gegenseitig erzählt, wie sie doch heute morgen alle miteinander verpennt hätten.
Muß das Wetter sein. Euch allen da draußen ein schönes Wochenende!
Muß das Wetter sein. Euch allen da draußen ein schönes Wochenende!
Noch mehr Podcasts
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Vermischtes
Donnerstag, 24. Januar 2008
Um genau zu sein, ist die Rede von 99podcasts.de. Und ja, die Macherin dieses Verzeichnisses kennen wir, es ist Annik Rubens von Schlaflos in München, die ich schon in meinem Beitrag über Podcasts erwähnt hatte.
So, entschuldigt die Kürze, aber ich bin wie gesagt gehandicapped momentan.
So, entschuldigt die Kürze, aber ich bin wie gesagt gehandicapped momentan.
Testbild
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Menschliches
Donnerstag, 24. Januar 2008
Eigentlich, also eigentlich sollte hier ja der zweite Teil der Reihe „Digitale Dichotomie” stehen, allein, es geht einfach nicht: Meine linkes Handgelenk gibt trotz Schiene mittlerweile bei den meisten Bewegungen ein Knirschen und Knacken von sich, daß es mir jedes einzelne Haar in meinem Nacken aufstellt. Besonders schlimm ist, daß es eben nur knirscht und knackst, aber es tut nicht anständig weh - sowas kann man dann immer kaum einschätzen. Und die Brandwunden an meinem rechten Arm sehen nicht nur unappetitlich aus (so mit noch mehr abfallender Haut und ganz feucht, weil die Wunden eben wässern), sondern fangen auch langsam an, richtig weh zu tun.
Aber ich verspreche Euch: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Aber ich verspreche Euch: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Faule Äpfel
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Technik
Mittwoch, 23. Januar 2008
Nur, damit ich hier mal dem Eindruck entgegentreten kann, ich sei ein ein bedingungsloser Apple-Fan: Auch auf die Gefahr hin, Euch jetzt zu schockieren, Apple macht nicht immer glücklich. Das beste Beispiel dafür ist der Kamerad Scherbaum. Der Andreas macht vor allem eines, nämlich Datenbanken, genauer: PostgreSQL. Und das kann er ungefähr zehnmal besser, als ich oder alle anderen Menschen, die ich kenne (vielleicht mit Ausnahme von „Onkel Jörg” und Hubert), das können. Und weil diese Datenbank nun fast immer auf diversen Unix-Derivaten, oft eben auch Linux, eingesetzt wird, versteht es sich von selbst, daß der ANdreas da richtig fit ist, ja fast schon zaubern kann. Man sollte also annehmen, daß jemand, der sich richtig gut in den diversen Innereien und Zusammenhängen moderner Computer bzw. moderner Technologie auskennt, mit Produkten einer Firma, die sich selbst vor allen anderen Dingen auch Benutzerfreundlichkeit auf die Flaggen geschrieben hat, gar keine Probleme hat.
Das dem einfach nicht so ist, sieht man z.B. hier. Von Nutzerfreundlichkeit ist hier nicht mehr viel zu bemerken, wir lesen hier von Bevormundung, von ärgerlichen funktionalen Einschränkungen und von ganz krassen Bugs (und interessanterweise kenne ich den Bug mit der WLAN-SSID von meinem Laptop auch). Den Vogel jedoch schießt meiner Meinung nach dieser etwas ältere Beitrag ab, indem Andreas ganz klare Worte für eine Software findet, die gut und gerne als das Flaggschiff der Firma Apple durchgehen kann.
Um es hier also nochmal ganz deutlich zu sagen: Hard- und Software der Firma Apple sind kein Allheilmittel, ihr besitz macht nicht bedinungslos glücklich und die Produkte dieser Firma haben genauso Fehler, Macken und Schwächen wie alle vergleichbaren Produkte. Ihr Stärken liegen auf anderen Gebieten, perfekt sind sie jedoch keinesfalls.
Dafür aber schön bunt.
Das dem einfach nicht so ist, sieht man z.B. hier. Von Nutzerfreundlichkeit ist hier nicht mehr viel zu bemerken, wir lesen hier von Bevormundung, von ärgerlichen funktionalen Einschränkungen und von ganz krassen Bugs (und interessanterweise kenne ich den Bug mit der WLAN-SSID von meinem Laptop auch). Den Vogel jedoch schießt meiner Meinung nach dieser etwas ältere Beitrag ab, indem Andreas ganz klare Worte für eine Software findet, die gut und gerne als das Flaggschiff der Firma Apple durchgehen kann.
Um es hier also nochmal ganz deutlich zu sagen: Hard- und Software der Firma Apple sind kein Allheilmittel, ihr besitz macht nicht bedinungslos glücklich und die Produkte dieser Firma haben genauso Fehler, Macken und Schwächen wie alle vergleichbaren Produkte. Ihr Stärken liegen auf anderen Gebieten, perfekt sind sie jedoch keinesfalls.
Dafür aber schön bunt.
Demokratie im Freistaat
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Mittwoch, 23. Januar 2008
Bayern ist zunächst einmal das reichste Bundesland - das habe ich heute im ÖPNV gehört. Bayern hat einen Innenminister mit Namen Joachim Herrmann von der, wie sollte es anders sein, CSU. Und dieser Mann hat vor kurzem einen Vorstoß gewagt und gesagt, wenn man sich auf Bundesebene halt nicht dazu entschließen könne, Online-Durchsuchungen endlich gesetzlich zu regeln, dann würden die Bayern das eben selbst klären.
Vollends zur Farce wird diese Aussage jedoch, wenn man im Landtag den Abgeordneten die Auskunft verweigert, was da eigentlich so geplant ist und was das bisher schon gelaufen ist.
Vielleicht wären wir Bayern ja doch mit einem König besser dran...
Update: Genauso lächerlich ist die Forderung von Beckstein, allen Bundesländern einen totalen Schuldenstopp zu verordnen. Meine Fresse, drehen die jetzt alle hohl?!?
Vollends zur Farce wird diese Aussage jedoch, wenn man im Landtag den Abgeordneten die Auskunft verweigert, was da eigentlich so geplant ist und was das bisher schon gelaufen ist.
Vielleicht wären wir Bayern ja doch mit einem König besser dran...
Update: Genauso lächerlich ist die Forderung von Beckstein, allen Bundesländern einen totalen Schuldenstopp zu verordnen. Meine Fresse, drehen die jetzt alle hohl?!?
Leitzins tatsächlich gesenkt
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Politik & Nachrichten
Mittwoch, 23. Januar 2008
Während ich gestern Morgen noch darüber spekuliert habe, ob die US-Notenbank wohl wirklich die Leitzinsen senken wird. Und siehe da, sie haben genau das getan. Nun habe ich wie gesagt keine Ahnung von der Börse, aber ich habe mal Makroökonomie bei Professor Neumann gehört. Eine der ersten Lektionen da, nachdem wir uns durch diverse Marktmodelle gewühlt hatten und mir ganz warm um's Herz wurde angesichts der ganzen Differentialgleichungen, war die Entstehung von Geld. Und da hat der gute Mann uns ganz klar vorgeführt, daß Geld im Prinzip durch Kredite entsteht. Natürlich nicht durch jede Art von Krediten, wenn ich also mein Konto mal überziehe, dann entsteht dadurch nicht wirklich neues Geld. Aber die Kredite, die von Geschäftsbanken vergeben werden, und natürlich diejenigen, die von den Zentral- oder Notenbanken an die Geschäftsbanken gewährt werden, durch die entsteht Geld aus dem Nichts. Das ist soweit erstmal recht praktisch, denn ohne Austausch von Zahlungsmitteln gibt es keine Volkswirtschaft. Und interessanterweise verschwindet Geld auch wieder, wenn die entsprechenden Kredite getilgt werden. Aber jeder, der schon einmal einen Kredit in Anspruch nehmen mußte, weiß, daß ein Kredit mit Zinsen verbunden ist: Man zahlt mehr Geld zurück, als man sich geliehen hat. Und hier ist der Knackpunkt des ganzen: Dieses zusätzliche Geld muß ja auch irgendwie entstehen - und das tut es natürlich auch durch Kredite. Wenn jetzt also die Leitzinsen hoch sind, dann werden weniger Kredite vergeben und es entsteht weniger Geld, das neue Geld wird also „teurer”. Geht nun eine Institution wie die US-Notenbank hin und senkt den Leitzinssatz um spektakuläre 0,75 Prozentpunkte, so wird das neue Geld „billiger”. Das ist kurzfristig erstmal nicht schlecht, denn dann haben Unternehmer die Möglichkeit, sich selbst mehr Geld zu beschaffen, dieses zu investieren und so die Volkswirtschaft anzukurbeln. Langfristig aber wird dadurch die Menge des gesamten Geldes erhöht und die einzelnen Zahlungseinheiten werden weniger Wert. Genau dies hat die US-Notenbank also gestern getan: Man hat, um einem drohenden Zusammenbruch der Börsen, dem weite Teile der Wirtschaft bestimmt gefolgt wären, wir kennen das ja noch, einen Schutzwall aus billigem Geld errichtet.
Warum mich das nicht glücklich macht, obwohl es doch anscheinend funktioniert hat? Tja, das hat mit Präsident Nixon zu tun - der hat nämlich am 15. August 1971 die Garantie aufgehoben, daß man jederzeit 35 Dollar gegen eine Unze Feingold eintauschen könne (diese Garantie wurde zuletzt 1944 durch das Abkommen von Bretton-Woods nach dem zweiten Weltkrieg erneuert). Somit steht dem Papierwert des Dollars heutzutage definitiv kein Edelmetall mehr gegenüber, sprich, es sind deutlich mehr Dollar in Umlauf als die USA an Goldreserven besitzen. Nehmen wir nun diese Tatsache und vergegenwärtigen wir uns gleichzeitig, das der US-Dollar nach dem zweiten Weltkrieg ganz klar die neue Leitwährung auf den internationalen Märkten wurde. Wenn man jetzt die USA regiert, ist diese Konstellation unheimlich praktisch: Wenn ich meine Wirtschaft ankurbeln will, dann sorge ich nämlich einfach dafür, daß es mehr Dollar gibt. Daß diese auf lange Sicht durch Kredit entstehen, kann mir dabei mittelfristig egal sein, denn der Rest der Welt ist natürlich heiß darauf, sich für den internationalen Zahlungsverkehr ein Devisenpolster in Form meiner Schulden-Dollar zuzulegen, und so habe ich kein Problem damit, meine erhöhte Geldmenge an den Mann zu bringen. Ich kann also z.B. mein Erdöl mit Dollarkrediten bezahlen, die bestimmt nie befriedigt werden, die aber in den Büchern der Verkäufer als solide Devisenreserven auftauchen. Das ganze funktioniert, solange diese Drittländer noch vertrauen in meine Währung haben.
Und genau hier liegt das Problem - viele Länder sind eben mittlerweile nicht mehr bereit, diesen Pump-Kapitalismus zu finanzieren, denn sie sehen, daß ihre riesigen Dollar-Reserven, egal ob realisiert oder nur als Verpflichtung vorhanden, immer weniger wert werden. Und dann versuchen sie logischerweise, andere Währungen zu kaufen. Diese Bewegung weg vom Dollar beschleunigt natürlich dessen Entwertung, was wir alle bemerken, wenn wir uns den derzeitigen Wechselkurs z.B. zwischen Dollar und Euro ansehen. Kurzfristig, ja vielleicht sogar mittelfristig, ist das für Exportwirtschaften wie die Bundesrepublik Deutschland erstmal nicht so schlimm, denn nur ganz schlimme Narren machen Geschäfte mit dem Ausland, ohne sich bei diversen (Rück-)Versicherern gegen Währungsschwankungen abzusichern. Aber natürlich wird die dafür fällige Versicherungsgebühr höher, je schneller der Dollar eben abstürzt. Um nun eine Währung zu stablisieren, erhöht eine Zentralbank normalerweise die Leitzinsen - denn wie wir bereits wissen, wird damit die Entstehung neuen Geldes gebremst.
Tja, und genau das hat die US-Notenbank nicht getan. Mit der Leitzinssenkung hat man vielleicht kurzfristig das Schlimmste abgewendet, aber die Spirale, mit der der Dollar immer weniger wert wird, dreht sich jetzt wieder ein bißchen schneller. Und wer mag, der kann jetzt Google bemühen und einmal nachforschen, wieviele Länder gerne aus ihren Dollar-Geschäften aussteigen würde.
Und dann versteht ihr vielleicht, warum ich mir große Sorgen mache.
Warum mich das nicht glücklich macht, obwohl es doch anscheinend funktioniert hat? Tja, das hat mit Präsident Nixon zu tun - der hat nämlich am 15. August 1971 die Garantie aufgehoben, daß man jederzeit 35 Dollar gegen eine Unze Feingold eintauschen könne (diese Garantie wurde zuletzt 1944 durch das Abkommen von Bretton-Woods nach dem zweiten Weltkrieg erneuert). Somit steht dem Papierwert des Dollars heutzutage definitiv kein Edelmetall mehr gegenüber, sprich, es sind deutlich mehr Dollar in Umlauf als die USA an Goldreserven besitzen. Nehmen wir nun diese Tatsache und vergegenwärtigen wir uns gleichzeitig, das der US-Dollar nach dem zweiten Weltkrieg ganz klar die neue Leitwährung auf den internationalen Märkten wurde. Wenn man jetzt die USA regiert, ist diese Konstellation unheimlich praktisch: Wenn ich meine Wirtschaft ankurbeln will, dann sorge ich nämlich einfach dafür, daß es mehr Dollar gibt. Daß diese auf lange Sicht durch Kredit entstehen, kann mir dabei mittelfristig egal sein, denn der Rest der Welt ist natürlich heiß darauf, sich für den internationalen Zahlungsverkehr ein Devisenpolster in Form meiner Schulden-Dollar zuzulegen, und so habe ich kein Problem damit, meine erhöhte Geldmenge an den Mann zu bringen. Ich kann also z.B. mein Erdöl mit Dollarkrediten bezahlen, die bestimmt nie befriedigt werden, die aber in den Büchern der Verkäufer als solide Devisenreserven auftauchen. Das ganze funktioniert, solange diese Drittländer noch vertrauen in meine Währung haben.
Und genau hier liegt das Problem - viele Länder sind eben mittlerweile nicht mehr bereit, diesen Pump-Kapitalismus zu finanzieren, denn sie sehen, daß ihre riesigen Dollar-Reserven, egal ob realisiert oder nur als Verpflichtung vorhanden, immer weniger wert werden. Und dann versuchen sie logischerweise, andere Währungen zu kaufen. Diese Bewegung weg vom Dollar beschleunigt natürlich dessen Entwertung, was wir alle bemerken, wenn wir uns den derzeitigen Wechselkurs z.B. zwischen Dollar und Euro ansehen. Kurzfristig, ja vielleicht sogar mittelfristig, ist das für Exportwirtschaften wie die Bundesrepublik Deutschland erstmal nicht so schlimm, denn nur ganz schlimme Narren machen Geschäfte mit dem Ausland, ohne sich bei diversen (Rück-)Versicherern gegen Währungsschwankungen abzusichern. Aber natürlich wird die dafür fällige Versicherungsgebühr höher, je schneller der Dollar eben abstürzt. Um nun eine Währung zu stablisieren, erhöht eine Zentralbank normalerweise die Leitzinsen - denn wie wir bereits wissen, wird damit die Entstehung neuen Geldes gebremst.
Tja, und genau das hat die US-Notenbank nicht getan. Mit der Leitzinssenkung hat man vielleicht kurzfristig das Schlimmste abgewendet, aber die Spirale, mit der der Dollar immer weniger wert wird, dreht sich jetzt wieder ein bißchen schneller. Und wer mag, der kann jetzt Google bemühen und einmal nachforschen, wieviele Länder gerne aus ihren Dollar-Geschäften aussteigen würde.
Und dann versteht ihr vielleicht, warum ich mir große Sorgen mache.
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