Nicht lustig
Geschrieben in
Politik & Nachrichten
Mittwoch, 4. Juli 2007
Wir haben den vierten Juli. Unabhängigkeitstag. Jeder gute, amerikanische Patriot geht Abends zum Grillen und später zum Feuerwerk. Die Flagge hängt im Garten. Die errungene Freiheit wird gefeiert. Wichtiger aber ist, daß das Datum "4. Juli" bedeutet, daß der Monat erst vier Tage alt ist. Maximal 96 Stunden. Und trotzdem schafft es unsere politische Elite, mir Sodbrennen zu verschaffen.
Zunächst einmal beschloss die CDU am Montag ihr neues Grundsatzprogramm. Offen erwähnt wird da der Begriff der "Leitkultur", nur um den Wählern sogleich Sand in die Augen zu streuen: Es gehe vor allem um die Beherrschung der deutschen Sprache. Und ich wette, damit dürfte das kritische Untersuchen dieses Begriffs für die meisten erledigt sein. Fragt sich nur, welche Leitkultur dieser oben verlinkte Herr Pofalla denn so meint - schließlich hat er sich ja schonmal schützend vor Stasi-Techniken gestellt. Wobei, das habe ich bestimmt nur falsch verstanden.
Ebenfalls am Montag bekennt unsere Kanzlerin, daß sie schon damit leben könne, wenn die Bundeswehr auch im Inland eingesetzt werde. Innere und äußere Sicherheit könne man ja nicht mehr so richtig trennen. Und irgendwie ist ja sowieso immer Krieg, und das nicht nur am Hindukusch. Ich bewundere die Kanzlerin dafür, wie wenig sie konkret wird - "im Zusammenhang mit terroristischen Gefahren in ausgewählten Bereichen", das sagt mir persönlich gar nichts. Aber irgendwie befürchte ich, daß damit nicht die Einsätze bei Hochwasser und Flut gemeint sind - wobeidie der Bundeswehr bestimmt ein positiveres Image bringen.
Und heute erfahre ich, daß sich der Untersuchungsausschuss zur Korruptionsaffäre in Sachsen verzögern wird. CDU und SPD haben "verfassungsrechtliche" Bedenken. Daß selbst der Chef des Verfassungsschutzes seine eigene Behörde kritisiert, scheint die Damen und Herren dagegen nicht zu stören. Wenn man sich ansieht, was gerade die CDU auf Bundesebene tut, der kann nicht umhinkommen, diese Bedenken für vorgeschoben zu halten und zu vermuten, daß da einigen Abgeordneten trotz Immunität Angst und Bange wird.
Zur Aufheiterung kann mann sich dann diesen Mitschnitt von WibaS (Wolfang "ich bin anständig!" Schäuble) bei netzpolitik.org anhören. Da gibt der Minister offen zu, gar nicht so genau zu wissen, wie das mit dem Internet nun so genau laufen wird und was man da erreichen kann. Im Vorübergehen spricht er dann auch gleich Heinz Fromm ab, sich da besser auszukennen. Herr Fromm ist übrigens der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Und er habe für sowas doch schließlich Experten. Ist ja fast wie in der Wirtschaft, die wenigsten Manager verstehen doch, wie ihre Produkte entstehen oder wie sie genau funktionieren. Ich persönlich finde das einentollen Ansatz. Und das BfV selbst sagt ja ganz klar, daß wir uns keine Sorgen (man beachte die URL!) machen müssen.
Der Monat ist vier Tage alt. Erst. Wo sind meine Antazida?
Zunächst einmal beschloss die CDU am Montag ihr neues Grundsatzprogramm. Offen erwähnt wird da der Begriff der "Leitkultur", nur um den Wählern sogleich Sand in die Augen zu streuen: Es gehe vor allem um die Beherrschung der deutschen Sprache. Und ich wette, damit dürfte das kritische Untersuchen dieses Begriffs für die meisten erledigt sein. Fragt sich nur, welche Leitkultur dieser oben verlinkte Herr Pofalla denn so meint - schließlich hat er sich ja schonmal schützend vor Stasi-Techniken gestellt. Wobei, das habe ich bestimmt nur falsch verstanden.
Ebenfalls am Montag bekennt unsere Kanzlerin, daß sie schon damit leben könne, wenn die Bundeswehr auch im Inland eingesetzt werde. Innere und äußere Sicherheit könne man ja nicht mehr so richtig trennen. Und irgendwie ist ja sowieso immer Krieg, und das nicht nur am Hindukusch. Ich bewundere die Kanzlerin dafür, wie wenig sie konkret wird - "im Zusammenhang mit terroristischen Gefahren in ausgewählten Bereichen", das sagt mir persönlich gar nichts. Aber irgendwie befürchte ich, daß damit nicht die Einsätze bei Hochwasser und Flut gemeint sind - wobei
Und heute erfahre ich, daß sich der Untersuchungsausschuss zur Korruptionsaffäre in Sachsen verzögern wird. CDU und SPD haben "verfassungsrechtliche" Bedenken. Daß selbst der Chef des Verfassungsschutzes seine eigene Behörde kritisiert, scheint die Damen und Herren dagegen nicht zu stören. Wenn man sich ansieht, was gerade die CDU auf Bundesebene tut, der kann nicht umhinkommen, diese Bedenken für vorgeschoben zu halten und zu vermuten, daß da einigen Abgeordneten trotz Immunität Angst und Bange wird.
Zur Aufheiterung kann mann sich dann diesen Mitschnitt von WibaS (Wolfang "ich bin anständig!" Schäuble) bei netzpolitik.org anhören. Da gibt der Minister offen zu, gar nicht so genau zu wissen, wie das mit dem Internet nun so genau laufen wird und was man da erreichen kann. Im Vorübergehen spricht er dann auch gleich Heinz Fromm ab, sich da besser auszukennen. Herr Fromm ist übrigens der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Und er habe für sowas doch schließlich Experten. Ist ja fast wie in der Wirtschaft, die wenigsten Manager verstehen doch, wie ihre Produkte entstehen oder wie sie genau funktionieren. Ich persönlich finde das einen
Der Monat ist vier Tage alt. Erst. Wo sind meine Antazida?
Koffeinabhängigkeit
Geschrieben in
Vermischtes
Mittwoch, 4. Juli 2007
Nur 63%? Irgendwie erleichtert mich das, ich hätte mit Schlimmerem gerechnet!
10jähriges Jubiläum - und ein halbes
Geschrieben in
Freizeit
Mittwoch, 4. Juli 2007
Der 4. Juli 1997 war ein Freitag, der dem heutigen Mittwoch vor allem eines voraus hatte: Das Wetter. Im Gegensatz zu dem trüben Nass, welches hier den ganzen Tag herniederplätschert, war der damalige Tag zwar nicht von strahlendem Sonnenschein geprägt, sondern eher bewölkt, aber ein paar Mal kam die Sonne trotzdem durch. Kurz nach drei verließ ich damals die Buchhandlung Schönhuber in Ingolstadt. In der Einkaufstüte hatte ich eine Packung SuSE Linux 5.0 (ganz normale Reaktion, wenn man vom Atari ST kommt und plötzlich einen DOS/Windows-PC benutzen muß). Ohne historische Verklärung könnte ich ja nun behaupten, daß damit der ganze Schlamassel angefangen hat, aber da ich hier ja in Erinnungen schwelgen will, seien die positiven Dinge erwähnt. Zum Beispiel das tolle Handbuch, mit dem ich nach zwei Tagen in der Lage war, den Kernel neu zu bauen, und zwar mit Sound - "Sie haben sich zur Reinigung des Aufzugs entschlossen!" aus den Boxen zu hören, war ein echtes Erfolgserlebnis. Viel Zeit habe ich damals in die ganze Computerei gesteckt, und viel hätte wohl nicht gefehlt, dann würde ich jetzt mit 30kg Übergewicht, langen fettigen Haaren und schwarzen Klamotten rumrennen (und wer hat's gerichtet? Genau, die Frauen!). Am wichtigsten ist es mir jedoch, hier die unglaubliche Kontinuität herauszustellen: Ein kurzer Blick auf die Konfigurationsdateien meines Window-Managers FVWM und meines eMail-Programms mutt zeigt folgendes:
Beide habe ich das letzte Mal offensichtlich Ende Juli 1997 angefasst. Zehn Jahre lang also hat sich nichts großartiges geändert, zehn Jahre lang ließ sich der Rechner immer gleich bedienen. Mittlerweile sitze ich zu Hause zwar so gut wie gar nicht mehr am Computer, aber wenn doch, dann ist er ein Werkzeug, welches ich zehn Jahre lang an mich angepasst habe und das mir mittlerweile besser passt als so mancher Turnschuh - ein Privileg und eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Mein besonderer Dank geht an die Herren Reis und Schwinn, die mich damals über einen langen Zeitraum immer wieder mit viel Geduld und Zeit unterstützt haben.
Das zweite Jubiläum ist nur halb so "groß": Es war Donnerstag, der 4. Juli 2002, als ich mir mein erstes paar Inline-Skates gekauft habe. Und auch, wenn ich jetzt auf meinen eingegipsten Arm blicke, fällt mir dazu trotzdem nur eines ein: Ich bereue keine Sekunde, keinen Sturz, keine Verletzung. Allein die Leute, die ich kennengelernt habe, waren das alles wert.
Heute Abend werde ich übrigens mit einer Gewohnheit brechen: Mit meinen ältesten, abgef*cktesten Klamotten und unrasiert (stilecht halt!) werde ich die Tankstelle aufsuchen und mir ein Bier kaufen - denn heute, heute ist mir irgendwie nach sentimentalem Feiern zu Mute.
cite@hestia:~$ ls -l .muttrc .fvwm2rc
-rw------- 1 cite cite 7148 Jul 15 1997 .fvwm2rc
-rw------- 1 cite cite 5592 Jul 11 1997 .muttrcBeide habe ich das letzte Mal offensichtlich Ende Juli 1997 angefasst. Zehn Jahre lang also hat sich nichts großartiges geändert, zehn Jahre lang ließ sich der Rechner immer gleich bedienen. Mittlerweile sitze ich zu Hause zwar so gut wie gar nicht mehr am Computer, aber wenn doch, dann ist er ein Werkzeug, welches ich zehn Jahre lang an mich angepasst habe und das mir mittlerweile besser passt als so mancher Turnschuh - ein Privileg und eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Mein besonderer Dank geht an die Herren Reis und Schwinn, die mich damals über einen langen Zeitraum immer wieder mit viel Geduld und Zeit unterstützt haben.
Das zweite Jubiläum ist nur halb so "groß": Es war Donnerstag, der 4. Juli 2002, als ich mir mein erstes paar Inline-Skates gekauft habe. Und auch, wenn ich jetzt auf meinen eingegipsten Arm blicke, fällt mir dazu trotzdem nur eines ein: Ich bereue keine Sekunde, keinen Sturz, keine Verletzung. Allein die Leute, die ich kennengelernt habe, waren das alles wert.
Heute Abend werde ich übrigens mit einer Gewohnheit brechen: Mit meinen ältesten, abgef*cktesten Klamotten und unrasiert (stilecht halt!) werde ich die Tankstelle aufsuchen und mir ein Bier kaufen - denn heute, heute ist mir irgendwie nach sentimentalem Feiern zu Mute.
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