Neuer Server im Juni
Geschrieben in
Technik
Mittwoch, 13. Juni 2007
Nach vier Jahren hat der alte Server also endlich ausgedient. Ersetzt wird er durch einen der schicken DualCore-Opterons, die Strato derzeit im Angebot hat. Ich war schon von der Auftragsabwicklung ziemlich beeindruckt: Sonntag bestellt, am Montag fertig. Die Logininformationen kamen per SMS, im Webinterface standen die IP und das initiale root-Paßwort des Servers. Das Einloggen lief problemlos, nur mußte ich feststellen, daß der Server mit SuSE vorinstalliert war - und obwohl ich eigentlich gar nichts gegen SuSE habe, kenne ich mich halt einfach mit Debian besser aus. Also schnell im Webinterface die Neuinstallation geordert - und dabei mußte ich dann schmunzeln, das Menü sprach ausdrücklich von einer Installation "für Profis". Na ja, nicht jeder sieht das gleich, aber Debian ist dann doch eher eine der leichter zu durchschauenden Distributionen.
Nach einer halben Stunde war der Server denn auch neu installiert - allerdings nicht so wirklich "von Profis", zumindest war das mein Eindruck. Schon die Mounts machten mich ärgerlich: /boot auf /dev/md0, / auf /dev/md1 - und sonst gar nichts. Liebe Mitarbeiter bei Strato, LVM ist nicht erst seit Anfang diesen Monats eine erprobte, stabile und flexible Möglichkeit, auf statische Partitionierung zu verzichten. Im Gegenteil, ihr schränkt Eure Kunden dadurch unnötig ein und zwingt ihnen zusätzliche Arbeit bei dem Versuch auf, das zu reparieren. Während ich mich geistig schon auf das Gefummel mit resize2fs und mdadm vom Rettungssystem aus vorbereite, werfe ich trotzdem noch einen Blick in die /etc/fstab. Und was entdecke ich da? Der Swapspace liegt nicht wie erwartet auf /dev/md2, nein, er liegt auf /dev/sda2 und /dev/sdb2. Also nichts mit Mirroring, wenn eine der beiden Platten kaputt geht kann es die Kiste so trotzdem noch töten. Das Verändern der Partitionierung, das Einrichten eines gespiegelten Swapspaces und die Umstellung von /usr etc. auf LVs hat denn bei der Inbetriebnahme des neuen Servers auch mit am Längsten gedauert. Und ehrlich gesagt, ohne mich selbst in den Himmel loben zu wollen: Jemand mit wenig(er) Erfahrung wäre da bestimmt deutlich länger als eine Stunde (den Sync vom Raid lasse ich mal außen vor) dran gesessen.
Das Umziehen der einzelnen Dienste gestaltete sich denn auch recht einfach, zum einen konnte ich auf die Backup-Daten auf dem FTP-Server von Strato zugreifen (rsync auf dem alten Server ist mangels CPU-Leistung selbst dann noch langsam, wenn man als Backend SSH mit dem Cipher "arcfour" benutzt, deswegen das Restore der Backups als "Starthilfe"), zum anderen hat Strato die Vorinstallation wirklich minimal gehalten, so daß man nirgendwo Altlasten beseitigen mußte. Als störend empfand ich eigentlich nur die Vorkonfiguration des DHCP-Clients und daß die Hardware-Uhr wohl unter SuSE auf CEST eingestellt war. Daß der Kernel nicht standardmäßig mit dem "deadline"-Elevator bootete, ist dagegen eher Geschmackssache.
Gestern habe ich dann endgültig alle DNS-Verweise auf den alten Server entfernt, den letzten Backup desselben aus Archivierungsgründen nochmal auf die neue Kiste kopiert, den alten Server vom Rettungssystem aus gelöscht und die außerordentliche Kündigung an Strato geschickt. Ruhe sanft, "demeter".
Dem neuen Server, den ich auf den Namen "aphrodite" getauft habe, merkt man die dreieinhalb Jahre Technologievorsprung übrigens deutlich an, vor allem beim I/O-System hat sich da eine Menge getan. Alles in allem hat der Umzug nichtmal ganz einen Tag gedauert und die meisten Nutzer dürften, von einer kurzen Zeit, in der sie evt. noch alte DNS-Einträge hatten, abgesehen, nichts mitbekommen haben.
Ich bin stolz auf mich!
Nach einer halben Stunde war der Server denn auch neu installiert - allerdings nicht so wirklich "von Profis", zumindest war das mein Eindruck. Schon die Mounts machten mich ärgerlich: /boot auf /dev/md0, / auf /dev/md1 - und sonst gar nichts. Liebe Mitarbeiter bei Strato, LVM ist nicht erst seit Anfang diesen Monats eine erprobte, stabile und flexible Möglichkeit, auf statische Partitionierung zu verzichten. Im Gegenteil, ihr schränkt Eure Kunden dadurch unnötig ein und zwingt ihnen zusätzliche Arbeit bei dem Versuch auf, das zu reparieren. Während ich mich geistig schon auf das Gefummel mit resize2fs und mdadm vom Rettungssystem aus vorbereite, werfe ich trotzdem noch einen Blick in die /etc/fstab. Und was entdecke ich da? Der Swapspace liegt nicht wie erwartet auf /dev/md2, nein, er liegt auf /dev/sda2 und /dev/sdb2. Also nichts mit Mirroring, wenn eine der beiden Platten kaputt geht kann es die Kiste so trotzdem noch töten. Das Verändern der Partitionierung, das Einrichten eines gespiegelten Swapspaces und die Umstellung von /usr etc. auf LVs hat denn bei der Inbetriebnahme des neuen Servers auch mit am Längsten gedauert. Und ehrlich gesagt, ohne mich selbst in den Himmel loben zu wollen: Jemand mit wenig(er) Erfahrung wäre da bestimmt deutlich länger als eine Stunde (den Sync vom Raid lasse ich mal außen vor) dran gesessen.
Das Umziehen der einzelnen Dienste gestaltete sich denn auch recht einfach, zum einen konnte ich auf die Backup-Daten auf dem FTP-Server von Strato zugreifen (rsync auf dem alten Server ist mangels CPU-Leistung selbst dann noch langsam, wenn man als Backend SSH mit dem Cipher "arcfour" benutzt, deswegen das Restore der Backups als "Starthilfe"), zum anderen hat Strato die Vorinstallation wirklich minimal gehalten, so daß man nirgendwo Altlasten beseitigen mußte. Als störend empfand ich eigentlich nur die Vorkonfiguration des DHCP-Clients und daß die Hardware-Uhr wohl unter SuSE auf CEST eingestellt war. Daß der Kernel nicht standardmäßig mit dem "deadline"-Elevator bootete, ist dagegen eher Geschmackssache.
Gestern habe ich dann endgültig alle DNS-Verweise auf den alten Server entfernt, den letzten Backup desselben aus Archivierungsgründen nochmal auf die neue Kiste kopiert, den alten Server vom Rettungssystem aus gelöscht und die außerordentliche Kündigung an Strato geschickt. Ruhe sanft, "demeter".
Dem neuen Server, den ich auf den Namen "aphrodite" getauft habe, merkt man die dreieinhalb Jahre Technologievorsprung übrigens deutlich an, vor allem beim I/O-System hat sich da eine Menge getan. Alles in allem hat der Umzug nichtmal ganz einen Tag gedauert und die meisten Nutzer dürften, von einer kurzen Zeit, in der sie evt. noch alte DNS-Einträge hatten, abgesehen, nichts mitbekommen haben.
Ich bin stolz auf mich!
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